Altmarienhausen - Suse Schadewaldt hat endlich gebührenden Abstand zwischen sich und ihren Sohn Dirk, vor allem aber zu Schwiegertochter Minou gebracht. Endlich den Ruhestand genießen, das mag auf Wangerooge wohl gelingen, stellt sie sich vor. Warum sie auf der Insel landet und was sie dort alles erlebt, darüber hat Regine Kölpin einen ganzen Roman geschrieben. Den stellte die Autorin aus Neustadtgödens am Sonntag in Altmarienhausen in der Reihe „Sandes musikalischer Lesesommer“ vor.

„Oma wird Oma“ heißt der Band, der im Frühling herauskam. In ihrer Reihe stellt Kölpin verschiedene Oma-Typen vor. Oma Suse ist mit sich und der Umwelt nicht so ganz im Reinen – sie meckert und mosert, wo es nur geht, und fühlt sich von allem gestört. Die Tochter hat den Kontakt längst abgebrochen, Sohn Dirk und seine Frau wollen nun von Jever nach München ziehen – für Oma Suse ist dort eine gemütliche Seniorenwohnung vorgesehen. Doch da hat die so gar keine Lust drauf. Kurzerhand bricht sie alle Zelte in Jever ab und flüchtet nach Wangerooge – ohne den Sohn zu informieren.

Doch mit der Ruhe ist es auf der Insel auch nicht so weit her, dafür sorgen Paul und seine drei Enkel, außerdem eine etwas verrückte Jugendliche, die im Knatsch mit ihrer Mutter liegt. Oma Suse steckt plötzlich überall mittendrin.

Eine unkompliziert erzählte Geschichte, die Kölpin an diesem lauen Sommerabend vorstellte, das Publikum hatte viel Spaß, kicherte immer wieder. Musikalisch wurde sie von „Rostfrei“ unterstützt, Frank Kölpin und Horst-Dieter Loga waren für handgemachte Musik und bekannte Titel zuständig.