Sande - Die Änderungen des Bebauungsplans für den Jade-Weser-Airport Mariensiel und die Formulierung von der „Erhöhung der Attraktivität“ des Flugplatzes hat einige Anwohner im näheren Umfeld des Flugplatzes in Mariensiel und Cäciliengroden aufhorchen lassen. Sie fürchten mehr Flugbewegungen und somit auch mehr Fluglärm. Doch die Sorge sei unbegründet, hieß es jetzt im Fachausschuss für Bauen, Planen und Umwelt in Sande.
Fliegerei nicht betroffen
Tatsächlich geht es in dem nun vorgestellten Plänen keineswegs darum, mehr Flieger nach Mariensiel zu holen, betonte Fachplaner Herbert Weydringer. Es gehe ausschließlich darum, das Umfeld des Verkehrslandeplatzes Mariensiel attraktiver zu machen. Ein ortsansässiger Investor will dort ein neues Servicegebäude errichten, außerdem die Gastronomie neu aufstellen und mehr in Rollfeldnähnähe rücken, damit Ausflügler künftig einen besseren Blick auf die Fliegerei haben. Auch die Beherbergung soll aufgewertet und etwas ausgebaut werden. Weydringer betonte, dass die aktuell diskutierte Änderung des Bebauungsplanes überhaupt keine luftverkehrsrechtlichen Belange berühre. Es gehe um einen Neubau für eine „flugplatzaffine Nutzung“. Der Ausschuss sah daher keinen großen Beratungs- oder Diskussionsbedarf und votierte am Ende einstimmig für die Änderung des Bebauungsplanes. Der geht nun in die öffentliche Auslegung.
Ort oft überflogen
Einige Anwohner verfolgten die Sitzung mit besonderem Interesse. Ein Bürger aus Cäciliengroden hatte eingangs kritisiert, dass es bereits bei den heutigen Flugbewegungen immer wieder zu Konflikten wegen zu dicht über die Siedlung fliegender Maschinen komme. Mehrfach habe er schriftliche Eingaben bei den zuständigen Behörden gemacht und die hiesigen Bundes- und Landtagsabgeordneten angeschrieben – bislang allerdings ohne Reaktion.
Nachdem es im vergangenen Jahr einen Notfall im Landeanflug und einen Flugunfall mit zwei Toten gegeben habe, sei das Sicherheitsempfinden „arg gestört“, so der Anwohner. Der Bürger kritisierte, dass Cäciliengroden direkt überflogen werden, obwohl es weiter draußen alternative Routen gebe.
Bürgermeister Stephan Eiklenborg betonte, dass die Gemeinde Sande nicht Betreiber des Flugplatzes und des Flugbetriebes sei. „Aber wir nehmen ihre Kritik und ihre Sorgen auf und kümmern uns“, so Eiklenborg.
Sorge erst nehmen
Nach zuletzt präsentierten Zahlen der Flugplatz-Geschäftsführung gibt es in Mariensiel jährlich etwa 20 000 Flugbewegungen – hier starten und landen überwiegend kleine Sportmaschinen privater Freizeitpiloten und Geschäftsflieger, außerdem die Hubschrauber vor allem für den Lotsenversatzdienst (bislang Wiking Helikopter Service GmbH, seit kurzem Northern Helicopter GmbH) oder auch immer wieder Düsenjets von Unternehmen. Im vergangenen Jahr machte Mariensiel aber auch mit zwei Flugunfällen Schlagzeilen.
