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Ausbildung in Varel, Bockhorn und Zetel Regionale Unternehmen begeistern Schüler fürs Berufsleben

Andrea Reckmann von Ärztehaus Zetel schilderte den Schülern den Berufsalltag einer Medizinischen Fachangestellten.

Andrea Reckmann von Ärztehaus Zetel schilderte den Schülern den Berufsalltag einer Medizinischen Fachangestellten.

Jan-Ole Smidt

Zetel - Das Ausbildungsjahr in Varel und der Friesischen Wehde hat begonnen. In vielen Unternehmen dieser Region haben Auszubildende ihre ersten zwei Monate im Berufsleben überstanden. Und dennoch: Der Bedarf nach Azubis ist nach wie vor enorm. Genau deshalb gehen die örtlichen Unternehmen mittlerweile in die Schulen, um vor Ort auf sich aufmerksam zu machen und das Interesse der Schüler zu wecken.

Am Dienstag veranstaltete die IGS Friesland-Süd den „Markt der beruflichen Möglichkeiten“ an der Außenstelle am Westerende. Rund 240 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen hatten dabei die Gelegenheit, die Experten von 27 Unternehmen aus der Region mit Fragen zu löchern. Und um die Schüler an ihren Stand zu locken, haben sich die Unternehmen so manche Aktion einfallen lassen.

Viel Überzeugung

So auch Andrea Reckmann vom Ärztehaus Zetel. Sie stellte den Schülern den Ausbildungsberuf der Medizinischen Fachangestellten (MFA) vor und brachte zahlreiche Verbände, Pflegematerialien sowie Infozettel mit in die Schule. Mit großem Interesse hörten ihr die Schüler zu, als sie aus ihrem Alltag berichtete. „Oft wird unser Beruf als Sprechstundenhilfe abgestempelt, doch wir sind viel mehr als das. Wir sind die rechte Hand eines Arztes und üben zum Teil sogar ärztliche Tätigkeiten aus“, erklärt Reckmann. Um den Schülern den Beruf der MFA jedoch schmackhaft zu machen, brauche man Überzeugungsarbeit.

Denn: Es ist ein Beruf mit Leidenschaft. „Belastbar und stressresistent sollte man heute auf jeden Fall sein, denn wir wissen morgens nicht, was am Tag passiert. Schließlich behandeln wir auch Notfälle.“ Geht sie ein wenig ins Detail, seien viele Schüler bereits abgeschreckt. „Es ist schwer, entsprechend Nachwuchs zu finden. Doch, wenn wir hier bereits eine Handvoll Schüler für ein Praktikum begeistern können, dann ist es bereits ein Erfolg.“

Digitaler Rundgang

Auch Thies Behrens und Bea Bruns konnten bereits Praktika in ihrem Unternehmen vermitteln. Die Tischler aus der Tischlerei Hobbie in Zetel erzählen, dass man sich für das kommende Jahr keine großen Sorgen um den Nachwuchs mache. „Bislang klappte es, junge Menschen aus der Region für den Beruf zu begeistern“, so Behrens, „und auch die Auftragslage stimmt. Wir sind derzeit viel in Altbauten unterwegs und sanieren.“

<p>                Bei der Firma „Carstengerdes Modellbau und Zerspanung“ erlebten die Schüler einen digitalen Rundgang durch Virtual-Reality-Technik. (Bild: Jan-Ole Smidt)             </p>

Bei der Firma „Carstengerdes Modellbau und Zerspanung“ erlebten die Schüler einen digitalen Rundgang durch Virtual-Reality-Technik. (Bild: Jan-Ole Smidt)

Ähnlich sieht es bei der Bockhorner Firma Carstengerdes Modellbau und Zerspanung aus. Als Dennis Brandt dort vor einigen Jahren als Auszubildender angefangen hat, gab es nur eine Bauernscheune, sagt er. Heute besteht das Unternehmen aus drei Hallen und man bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit vielen lokalen Firmen. Und genau das spreche auch junge Menschen an, die sich an das Unternehmen binden wollen. Damit der Funke überspringt, bot das Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Jadebay einen virtuellen Rundgang per Virtual-Reality-Brille an. Svan-Gunnar Strauch von Jadebay drehte vor Ort einen Film, den sich Schüler auf der Messe anschauen konnten. So konnten sie bereits viele Arbeitsschritte und die Räume vor Ort kennenlernen.


Rekordzahlen

Große Vareler Unternehmen wie die Papier- und Kartonfabrik (PKV) verzeichneten zum Ausbildungsstart in diesem Jahr sogar Rekordzahlen. 17 Plätze in sechs Berufen konnten besetzt werden, erklärt Pressesprecher Sönke Klug. „Dafür sind wir sehr dankbar, denn wir sind auf selbst ausgebildeten Nachwuchs angewiesen.“ Vor allem der Beruf des Papiertechnologen ist dabei am stärksten vertreten. Dieser sei weit und breit nur in der Papierfabrik in Varel zu finden, was auch das starke Interesse an Ausbildungsmöglichkeiten in Varel erkläre.

Jan-Ole Smidt
Jan-Ole Smidt Redaktion Varel
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