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AWV Wilhelmshaven Hans-Bretschneider-Preis für Abdallah Alsayed

Feierliche Preisverleihung (von links): AWV-Geschäftsführer Henning Wessels, Preisträger Abdallah Alsayed, AWV-Präsident Tom Nietiedt, Alsayeds Ehefrau Sandra Schleidowetz, Integrationshelfer Hartmut Spieker sowie Emil Binder, Ausbilder und Werkstattleiter bei Opel Schmidt Wilhelmshaven.

Feierliche Preisverleihung (von links): AWV-Geschäftsführer Henning Wessels, Preisträger Abdallah Alsayed, AWV-Präsident Tom Nietiedt, Alsayeds Ehefrau Sandra Schleidowetz, Integrationshelfer Hartmut Spieker sowie Emil Binder, Ausbilder und Werkstattleiter bei Opel Schmidt Wilhelmshaven.

AWV

Wilhelmshaven - „Mit Abi in die duale Berufsausbildung?“: Unter diesem Motto stand eine Veranstaltung des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft des Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbands Jade (AWV) am Mittwochabend im Neuen Gymnasium Wilhelmshaven. Nach einer Podiumsdiskussion zum Auftakt stand als Höhepunkt die Verleihung des Hans-Brettschneider-Preises an, der nach fünfjähriger Pause erstmals wieder verliehen wurde. Mit dem Bretschneider-Preis zeichnet der AWV junge Talente aus der Region aus, die gute Leistungen in der Ausbildung erbracht haben, über den Tellerrand schauen und sich gegebenenfalls weiterqualifizieren wollen. Neben guten Noten werden aber auch gesellschaftliches Engagement oder besondere persönliche Herausforderungen während der Ausbildung berücksichtigt. In diesem Jahr hatten es drei junge Menschen in die engere Auswahl geschafft: Wiebke Oltmanns, Ines Bauer und Abdallah Alsayed.

Auf den Hans-Bretschneider-Preis konnten sich übrigens Absolventinnen und Absolventen aus der Jade-Wirtschaftsregion bewerben, die vor Kurzem einen anerkannten Ausbildungsberuf abgeschlossen haben. Unter allen Bewerbungen erfolgte die Auswahl durch eine Fachjury (vertreten durch die Bereiche Schule und Wirtschaft sowie den AWV).

„Azubis – ja bitte!“

In seiner Laudatio betonte AWV-Präsident Tom Nietiedt, dass sich das Modell der dualen Ausbildung bewährt habe, wofür auch die drei Kandidaten stünden. Neu sei, dass aus allen Bewerbungen eine Short-List erstellt wurde. „Aus diesem Grund dürfen wir Ihnen daher heute zwei Kandidatinnen und einen Kandidaten vorstellen, die es in die engere Auswahl geschafft haben“, machte es Nietiedt kurz vor der Bekanntgabe des Gewinners spannend und warf noch einen Blick auf die aktuelle Ausbildungsmarktsituation. „Unternehmen, die in Zukunft erfolgreich sein wollen, müssen jetzt die Weichen in die richtige Richtung stellen. Nur qualifizierte Arbeitskräfte, die die Besonderheiten der jeweiligen Branche genau kennen, sorgen für den dauerhaften Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Die Ausbildung im eigenen Unternehmen ist daher die beste Möglichkeit, um qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu halten. Daher sollte für alle Unternehmen gelten: Azubis – ja bitte!“, hob der AWV-Präsident hervor.

Drei Kandidaten

Ines Bauer hat eine Ausbildung bei Vynova zur Chemikantin mit 99 Punkten abgeschlossen (war damit überregional in der Presse) und wurde als bundesbeste Chemikantin ausgezeichnet. Sie war der Preisverleihung per Video zugeschaltet. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr war sie Mitglied in der Jugend- und Auszubildendenvertretung und hat sich insbesondere für die Gleichstellung von Frauen eingesetzt. Aktuell bildet sie sich innerbetrieblich zur Messwartenfahrerin weiter. Seit dem Sommer macht sie zudem nebenberuflich ein Fernstudium zur geprüften Industriemeisterin Chemie beim Institut für Fach- und Führungskräfte im Rahmen eines Weiterbildungsstipendiums der Stiftung Begabtenförderung beruflicher Bildung gGmbH. Außerdem plant sie, sich zur Fachkraft Wasserstofftechnik weiterzubilden, um sich für die Zukunft der chemischen Industrie vorzubereiten.

Wiebke Oltmanns Schloss im Sommer 2022 ihre Ausbildung zur Chemielaborantin mit der Note 1 ab. Bevor sie die Ausbildung begann, hat sie die freie Zeit nach dem Abitur genutzt und sich bei der Johanniter-Unfallhilfe gemeldet. Dort ist sie unter anderem seit 2020 Sanitätshelferin und war unter erschwerten Bedingungen während der Pandemie im Einsatz und half im Sommer 2021 mit einer Einsatzgruppe der Feldküche für fünf Tage nach der Flutkatastrophe in Ahrweiler mit. Die 22-Jährige ist Mitglied in der Jugend- und Auszubildendenvertretung, zudem in der Unterstützung von anderen Auszubildenden beim Lernen. Sie beabsichtigt, die Ausbildereignungsprüfung bei der Oldenburgischen IHK abzulegen. Im November möchte sie dann ihren Test für medizinische Studiengänge absolvieren.

Abdallah Alsayed beendete Ende Januar 2023 seine Ausbildung als Kraftfahrzeugmechatroniker mit guten Ergebnissen. Er ist aus dem Libanon nach Deutschland gekommen und absolvierte einen Deutschintensivkurs an der Jade Hochschule. Eigentlich wollte er Elektrotechnik studieren, was aus unterschiedlichen Gründen nicht funktioniert hat. Über die Kreishandwerkerschaft in Jever und ein Vorpraktikum ist er an seinen Ausbildungsplatz bei der Firma Opel Schmidt gekommen. Er strebt eine Weiterbildung zum Servicetechniker und eine Ausbildung zum Kfz-Meister an.

Er dankte den beiden Unternehmen Vynova und dem Autohaus Schmidt, die die drei Nominierten so hervorragend ausgebildet und auf ihrem Weg begleitet hätten. „Sie haben gleichzeitig drei herausragende Persönlichkeiten auf ihren Einstieg in das Berufsleben vorbereitet und jeden auf individuelle Weise gefördert und gefordert, sodass wir heute drei tolle Anwärter und Anwärterinnen auf den Hans-Bretschneider-Preis haben. Von diesem Azubi-Nachwuchs – bitte mehr!“

Der Preisträger

Den Preis nahm unter Beifall der Gäste dann Abdallah Alsayed entgegen, auf dessen beruflichen und privaten Werdegang Tom Nietiedt etwas ausführlicher einging. Der Preisträger beendete im Januar 2023 seine Ausbildung als Kraftfahrzeugmechatroniker mit guten Ergebnissen. Dafür musste er einen langen Weg gehen und viele Hindernisse überwinden.

Ende 2015 ist er aus dem Libanon nach Deutschland gekommen, von 2016 bis 2018 absolvierte er einen Deutschintensivkurs an der Jade Hochschule. Über die Kreishandwerkerschaft in Jever und ein Vorpraktikum ist er an seinen Ausbildungsplatz bei der Firma Opel Schmidt gekommen. Er engagiert sich ehrenamtlich als Dolmetscher in Schortens für syrische Flüchtlinge. „Herr Alsayed ist verheiratet und gerade frisch Papa geworden. Trotzdem strebt er eine Weiterbildung zum Servicetechniker und eine Ausbildung zum Kfz-Meister an“, lobte Nietiedt den Ehrgeiz des Gewinners des Hans-Brettschneider-Preises, der mit einem Preisgeld von 1250 Euro verbunden ist. „Ich glaube, unser diesjähriger Preisträger entspricht der Zielsetzung des Hans-Bretschneider-Preises in bestmöglicher Weise und er wird das Preisgeld zielorientiert und sinnvoll im Rahmen seines weiteren beruflichen Werdegangs einsetzen“, erklärte der AWV-Präsident.

Cornelia Lüers
Cornelia Lüers Gesamtredaktionsleitung, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung
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