Sande/Friesland - Der Fahrgastverband Pro Bahn ist verärgert über den erneuten Schienenersatzverkehr (SEV), den die Nordwest-Bahn für die Strecke Oldenburg-Varel-Sande-Wilhelmshaven angekündigt hat.
„Die euphorischen Ankündigungen von Ende Juni bei der Inbetriebnahme der Bahnverlegung Sande und dem nun endenden Schienenersazverkehr sind schon wieder hinfällig. Es ist mitnichten so, denn den unseligen Schienenersatzverkehr gibt es weiterhin“, kritisiert der Vorsitzende des Pro Bahn Regionalverbndes Weser-Ems, Hans-Joachim Zschiesche.
Am vergangenen Samstag seien Fahrgäste fast eine Stunde mit dem SEV-Bus von Oldenburg nach Varel gefahren. Alles planmäßig, die Anbindung von Jaderberg verlängert erheblich die Fahrzeit.
Der Haus-Bahnsteig in Sande ist zudem mit einem Gerüst zugestellt. Das rückte nun bis an den Kiosk heran, so Zschiesche. Ein Umstieg von Gleis 3 nach Gleis 2 und umgekehrt sei nur mit einem Slalomlauf durch enge Gassen möglich. Und mittendrin der Fahrkartenautomat. „Eigentlich müsste der Bahnsteig komplett für Fahrgäste gesperrt werden. Wir halten die Situation für Fahrgäste für sehr fragwürdig“, so der Pro-Bahn-Vorsitzende.
„Warum hat man die Arbeiten an der Bahnsteigbedachung eigentlich nicht in der Zeit ausgeführt, als die RB 59 im Schienenersatzverkehr bedient wurde?“, rätselt Zschiesche. In dieser Zeit hätte man diese drei Monate für den Neu-/Ausbau nutzen können. „Hier wird wieder einmal mehr als deutlich, wie gut und wichtig der fehlende Mittelbahnsteig in Sande ist“, sagt Zschiesche.
Der Fahrgastverband erneuert daher seine Forderung an Verkehrsminister des Landes Niedersachsen Dr. Bernd Althusmann, an die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen sowie an die Deutsche Bahn Station und Service AG, umgehend mit den Planungen zu beginnen, um nicht weitere Verbesserungen im Personenverkehr und für Fahrgäste an diesen Bahnhof in Frage zu stellen.
