Sande - Wer ein hochwertiges Fahrrad fährt, scheut sich davor, es offen zu parken. Deshalb hatte die Gemeinde Sande im Sommer 2022 eine verschlossene Fahrradabstellanlage mit 38 Plätzen in Betrieb genommen. Ein Probelauf, sozusagen, man wollte erste Erfahrungen sammeln. Die liegen nun vor, jetzt wurde nachgesteuert.
Um die Anlage nutzen zu können, musste im Rathaus ein Vertrag abgeschlossen werden. Die Mieter erhielten einen Transponder, der die Anlage öffnete. Für den Transponder wurden 40 Euro Kaution fällig, die erstattet wurden, wenn der Chip zurückgeben wurde. Weiterhin kostete die Miete fünf Euro im Monat. Ein relativ aufwendiges Verfahren also.
Zwischenzeitlich wurden Daten erhoben, wann die Anlage wie ausgelastet ist – nun steht fest: Es gibt noch Kapazitäten für Kurzentschlossene. „Wir haben festgestellt, dass die Anlage durchschnittlich zu einem Drittel ausgelastet ist“, erklärte Tobias Hartmann von der Gemeindeverwaltung. Man habe allerdings erst feststellen wollen, ob möglicherweise schon alle Plätze von Berufspendlern benötigt würden, bevor man die Anlage auch für kurzfristiges Parken freigebe, zum Beispiel für Touristen.
An der Anlage ist genau erklärt, wie das neue System funktioniert.
Nun wird aber auch der gesamte Vorgang einfacher, vor Ort lässt sich über das Handy ein Parkplatz sichern. Die Gemeinde arbeitet dafür mit der Firma Paul Wolff zusammen. Tim Turowski, Projektmanager Fahrradparken und Parkour bei Wolff stellte die neue Nutzung vor: Die Fahrradabstellanlage ist nun sehr einfach über eine App zu bedienen. Diese muss heruntergeladen werden, der Nutzer muss sich einmalig registrieren (das ist nötig, um einen Überblick zu behalten, wer die Anlage betritt) und eine Kreditkarte hinterlegen – im Grunde funktioniert das System wie die Parksysteme in vielen größeren Städten.
Ab sofort können Fahrräder auch nur einen Tag lang eingestellt werden, dafür entstehen Kosten von einem Euro. Eine Woche kostet 2,50 Euro und ein Monat weiterhin fünf Euro. Über eine Jahresmitgliedschaft zum Preis von 50 Euro kann man weiterhin auch langfristig parken. „Je nach Resonanz und den Wünschen und Anforderungen hier vor Ort kann ich die App sehr einfach nachsteuern“, erklärte Tim Turowski. Derzeit werden zum Beispiel keine festen Plätze vergeben, das lasse sich aber jederzeit ändern, falls sich herausstellen sollte, dass die Nachfrage größer ist als gedacht. Die Gebühren für die Fahrradparkplätze fließen weiterhin der Gemeinde zu.
Alle Informationen zur neuen Regelung finden sich auch auf der Internetseite der Gemeinde. Dort ist auch ein QR-Code hinterlegt.
