Zetel/Cleverns - Packende Spiele haben Frieslands Landesliga-Basketballer abgeliefert. Während die Zetel Tigers knapp am ersten Saisonsieg vorbeischrammten, gelang der stark ersatzgeschwächten SG Cleverns-Sandel ein Überraschungscoup.
Zetel Tigers - TV Oldersum 53:64 (36:25). Bestens erholt von der vorherigen 55:105-Klatsche bei Spitzenreiter Oldenburger TB II zeigte sich am Sonntag das junge Team von Tigers-Coach Miroslav Bujisic. „Zum ersten Mal in dieser Saison war der Sieg wirklich greifbar nah“, sagte Topscorer Jannik Peters mit Blick auf die Elf-Punkte-Führung zur Pause: „Wir hätten da sogar noch höher führen müssen für das, was wir gezeigt haben.“
Jedoch verlor Zetel im dritten Viertel den Faden und wirkte in der Offensive mitunter planlos, obwohl die Anweisungen klar waren. „Wieder einmal haben wir gnadenlos zu spüren bekommen, dass in dieser Liga kurze schwächere Phasen sofort bestraft werden“, ärgerte sich Peters.
So holte Oldersum Punkt um Punkt auf und lag vor dem Schlussdrittel mit 47:44 in Front. Danach mussten die Hausherren dann endgültig abreißen lassen.
„Der Unerfahrenheit unserer jungen Mannschaft und dem Druck in der zweiten Halbzeit konnten wir einfach nicht mehr entgegenwirken“, bedauerte Peters. Somit sei die Enttäuschung extrem groß gewesen. Allerdings habe die Partie auch gezeigt, das man sich auf einem guten Weg befinde und in der Lage sei, in dieser Liga mitzuhalten.
Positiv hob Peters zudem die Entwicklung des noch sehr jungen Trios Lasse Eiben, Erik Nieding und Nick Reckmann (alle 17 Jahre) hervor: „Mit sehr vielen Spielanteilen und Spielminuten hat das Trio einen starken Eindruck gemacht.“
Zetel Tigers: Brünlow, Eiben (10 Punkte), Gittner (3/1 Dreier), Göbel, Goosmann, Haubrich (3), Laudi (2), Nieding (2), Otto (6/2), Peters (23/1), Reckmann (4).
Hundsmühler TV - SG Cleverns-Sandel 77:78 (47:37). „Das war nichts für schwache Nerven“, brachte es SG-Teammanager Daniel Schönbohm auf den Punkt. Trotz eines kleinen Kaders, darunter nur zwei Tiefspieler, hatten die Clevernser das Kunststück fertiggebracht, dem bis dahin ungeschlagenen Aufsteiger HTV Büffel die erste Saisonniederlage zuzufügen.
Dabei waren die Gäste gleich zu Beginn mit 0:11 in Rückstand geraten. Mitte des zweiten Drittels glichen sie zwar erstmals aus (34:34/16.), gerieten bis zur Pause aber wieder mit zehn Punkten ins Hintertreffen. „Warum wir da wieder einen Bruch ins Spiel bekommen haben, kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Schönbohm. „Aber wohl dem, der Spieler hat, die heiß laufen können“, fügte er mit Blick auf die zweite Hälfte hinzu.
Dafür zeichnete zunächst im dritten Viertel Kapitän Andre Sjuts verantwortlich, der 13 seiner 17 Punkte mit drei erfolgreichen Dreiern in Folge verzeichnete. Im vierten Durchgang lagen die Gäste mit neun Punkten vorne (34.), ehe die Büffel mit einem 11:0-Lauf zurückschlugen. Dann avancierte Vjacheslav „Slava“ Bil mit mehreren Steals, Korblegern und drei Dreiern in Folge zum „Man of the Match“ für die Clevernser.
Dennoch war die Schlussphase an Spannung kaum zu überbieten. 0,9 Sekunden vor dem Ende verkürzte der HTV per Freiwurf auf einen Punkt und bekam zudem den Ball zugesprochen. Der letzte Wurf verfehlte durch clevere Verteidigung der Gäste allerdings die Reuse. Der Rest war eine Jubeltraube in Grün-Weiß. „Ich bin wahnsinnig stolz auf das Team“, betonte SG-Spielertrainer Janik Schulze: „Unter diesen Voraussetzungen und nach mehreren Rückschlägen so oft zurückzukommen, war wirklich klasse.“
SG Cleverns-Sandel: Bil (27/ 3), Sjuts (17/3), Schulze (14/3), Horn (10/2), Moritz (6), Katzenberger (4), Schönbohm, Stuckey.
