Jever - Noch bis zum Sommer vergangenen Jahres war die Nachfrage nach Baugrundstücken in Jevers Neubaugebiet „An den Schöfelwiesen“ groß. Die meisten Grundstücke waren verkauft oder reserviert, die Warteliste war lang.

Inzwischen sieht das anders aus, denn viele Menschen können sich das Hausbauen einfach nicht mehr leisten. Bei drei Grundstücksverkäufen in Jever wurde bereits um eine Rückabwicklung beziehungsweise Weiterveräußerung gebeten. Und nach Einschätzung der Stadtverwaltung könnten weitere folgen.

Das Baugebiet „An den Schöfelwiesen“ in Jever wurde in drei Bauabschnitten vermarktet. Im ersten Bauabschnitt gab es 18 Baugrundstücke, im zweiten Bauabschnitt waren es 55 Grundstücke, und derzeit wird der dritte Bauabschnitt vermarktet. Dort gab es insgesamt 68 Grundstücke, davon sind momentan noch neun Grundstücke in der Vermarktung, drei Grundstücksverkäufe sollen rückabgewickelt beziehungsweise die Bauplätze sollen weiterveräußert werden, teilt die Stadt auf Nachfrage mit.

Mit Vertragsabschluss verpflichtet sich die Käuferin oder der Käufer, innerhalb von drei Jahren ein Wohnhaus auf dem erworbenen Grundstück zu errichten. Einfach ausgedrückt: Wenn der Käufer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, dann ist die Stadt Jever berechtigt, das Baugrundstück wieder zurückzuverlangen, und zwar gegen Zahlung des unverzinsten Kaufpreises. Die Rückabwicklung ist, ebenso wie der Kauf, vor einer Notarin oder vor einem Notar abzuwickeln. Der Kauf wird rückgängig gemacht und die Stadt Jever wird wieder Eigentümerin des jeweiligen Grundstückes.

Aufgrund der derzeitigen schwierigen Situation ist es einigen Käufern finanziell nicht mehr möglich, dieser Bauverpflichtung nachzukommen - sie haben deshalb um Rückabwicklung gebeten, teilt die Stadt mit, die davon ausgeht, dass sich noch weitere Käufer melden werden. Eine konkrete Zahl kann jedoch nicht genannt werden, da die Stadt selbst die Situation nicht einschätzen kann. „Bisher wurde als Grund für die Rückabwicklung aber stets die finanzielle Situation genannt.“


Für die Stadt bedeutet das natürlich auch, dass weniger Einnahmen aus dem Verkauf von Baugrundstücken generiert werden können und entsprechend auch weniger finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Und die Verwaltung geht aktuell auch davon aus, dass es in absehbarer Zeit zu keiner positiveren Entwicklung kommen wird. Denn: das Zinsniveau und auch die Baukosten steigen.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt