Jever - Das Jeveraner Traditionsunternehmen Heino Frerichs GmbH hat am Montag, 12. Juni, beim Amtsgericht Wilhelmshaven einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Das Amtsgericht hat den Jeveraner Rechtsanwalt Michael Waculik zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Dessen Kanzlei informierte am Freitag über die Schieflage des Bauunternehmens.
Das alteingesessene Bauunternehmen Frerichs hat über Jahrzehnte die Baulandschaft in Jever und Friesland geprägt. Von der Insolvenz sind mehr als 50 Mitarbeiter und zahlreiche Bauprojekte in der Region betroffen. Nach Mitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters steckt die Bauwirtschaft in Folge des Ukraine-Krieges in einer erheblichen Krise. Betroffen hiervon ist insbesondere das Bauträgermodel. Hier können die Preissteigerungen im Materialbereich und im Energiesektor nicht mehr durch die Bauunternehmen alleine aufgefangen werden. Diese Entwicklung ist nunmehr auch der Heino Frerichs GmbH zum Verhängnis geworden.
Der vorläufige Insolvenzverwalter informierte die Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung, dass er die Insolvenzgeldansprüche der Arbeitnehmer während des vorläufigen Insolvenzverfahrens vorfinanzieren wolle, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Aktuell werde mit Hochdruck daran gearbeitet, sämtliche Bauprojekte zu erfassen und Möglichkeiten zur Fortführung des Unternehmens auszuloten. In den nächsten Wochen gilt es, die Sanierungsmöglichkeiten zu prüfen, so Waculik.
Die Rechtsanwälte Waculik, Rickmann, Jendroßek sind mit Standorten in Jever, Wilhelmshaven und Oldenburg seit mehr als zwei Jahrzehnten im Bereich der Insolvenzverwaltung und Sanierung tätig und haben schon zahlreiche Unternehmen in der Region durch das Insolvenzverfahren begleitet.
