Jever - Ein Bauzaun als Schutzvorkehrung vor einer Mauer, über die seit Menschengedenken noch niemand gefallen ist – das hat bei unseren Lesern und auf Social Media viele Reaktionen bewirkt, die vor allem Unverständnis ausdrücken.
80 Zentimeter zu niedrig
Unabhängig von den Sanierungsplänen für die Brückenkonstruktion unter der Albanistraße ist dem Staatlichen Baumanagement Nordwest in Oldenburg, zuständig für Schloss und Schlossgarten, kürzlich aufgefallen, dass die alte Mauer an der Schlossgraft in Höhe Schloßstraße/Albanistraße nicht den aktuellen Sicherheitsvorgaben entspricht. Sie ist demnach mit 80 Zentimetern Höhe zu niedrig und müsste nach Informationen der Redaktion mindestens 1,30 Meter hoch sein, um die Gefahr für Fußgänger und Radfahrer zu bannen.
Was viele Bürger nicht verstehen: An einen Unfall in diesem Bereich kann sich niemand erinnern. Der Bauzaun wird als Ausdruck von Überregulierung empfunden. Aber um die Sicherheitsvorgaben kommt offenbar niemand herum. Prof. Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums, korrigierte und ergänzte am Mittwoch, es handle sich bei dem Schritt, den Bauzaun aufzustellen, nicht um einen Schildbürgerstreich: „Die Mauer ist gebrochen, das ist lebensgefährlich, das muss gemacht werden.“
Die Stadt Jever hatte auf Nachfrage nur die Notwendigkeit bestätigt, die Mauer zu erhöhen. Im ersten Quartal dieses Jahres soll nach Auskunft von Pressesprecherin Dana Ehlert die Ausschreibung für die erforderlichen Arbeiten erfolgen. Zudem werde man einen Antrag auf finanzielle Förderung aus dem Jahresbauprogramm 2024 des niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes stellen.
Bauzeit etwa ein Jahr
Dana Ehlert: „Wenn dieser abschließend genehmigt wird, erfolgt die Auftragsvergabe, sodass voraussichtlich im dritten Quartal mit den Arbeiten begonnen werden kann. Die Bauzeit wird etwa ein Jahr betragen.“
Die bisher einkalkulierten Kosten belaufen sich auf etwa 300.000 Euro. Die Gestaltung der Mauer zielt laut Ehlert aber nicht nur auf Verkehrssicherheit und Standfestigkeit ab, sondern muss auch mit der Denkmalpflege und der Naturschutzbehörde abgestimmt werden. Erst nach der Abstimmung könne eine konkretere Kostenschätzung erfolgen.
