Varel/Berlin - Die Vorfreude ist riesig, die Anspannung allerdings auch: Nach einer corona- und verletzungsbedingt gefühlten Ewigkeit wühlt Beachvolleyballerin Lea Sophie Kunst erstmals wieder bei einem großen internationalen Turnier durch den Sand. So ist die Beachvolleyballerin aus Varel, die vor zwei Jahren an den Olympia-Stützpunkt nach Berlin gewechselt ist, von Bundestrainer Jörg Ahmann für die U-22-Europameisterschaften nominiert worden. Die Titelkämpfe finden vom 13. bis 16. Mai in Baden (Österreich) statt.
„Natürlich freue ich mich sehr auf die EM – zumal das ja erst mein zweiter richtiger Wettkampf seit anderthalb Jahren ist“, sagt Kunst mit Blick auf die Zwangspause durch eine Sprunggelenkverletzung, die sie sich im Frühjahr 2020 beim Heimtraining in Varel zugezogen hatte. Nach der Wiedergenesung folgten dann viele Wettkampfabsagen im Zuge der Pandemie.
Die Nervosität
In diesem Jahr steht für die 19-Jährige immerhin schon ein kurzer Einsatz im Frauenfeld der German Beach Trophy zu Buche. „Mal schauen, wie es jetzt bei der EM läuft“, sagt Kunst und verrät: „Natürlich bin ich schon ein bisschen nervös. Auch weil ich schwer einschätzen kann, wo ich aktuell leistungsmäßig gegenüber der Zeit vor der Verletzung stehe. Im Training fühle ich mich gut und läuft es auch gut. Aber Wettkampf ist eben doch noch mal was anderes. Da kommt der Druck dazu.“
Die Partnerin
Teampartnerin der Varelerin bei der U-22-EM ist Nele Schmitt (Stuttgart), mit der Kunst 2019 schon einmal kurz bei einem Turnier der deutschen Tour in Dresden zusammengespielt hat. Während Schmitt für den Block verantwortlich zeichnet, will Kunst ihre Qualitäten in der Abwehr in die Waagschale werfen.
Die Vorbereitung
In der vergangenen Woche haben die beiden bei einem EM-Vorbereitungslehrgang in Stuttgart viele gemeinsame Trainingseinheiten absolviert. Dabei ging es vor allem darum, das Zusammenspiel auf dem Feld zu verbessern. „Dass wir vorher nur einmal zusammengespielt haben, sehe ich nicht als Problem – schließlich ähneln sich die Taktiken im Beachvolleyball“, bleibt Kunst gelassen – wohl wissend, dass bei der Europameisterschaft deutlich eingespieltere Duos auf der anderen Seite des Netzes stehen werden. „Beim Lehrgang ging es darum, die Pässe und Laufwege abzustimmen, die richtigen Taktiken zu finden und allgemein die Abstimmung im Team zu verbessern – und das hat gut geklappt“, erklärt die 19-Jährige.
Die Chancen
Was die EM-Favoriten angeht, sei eine Einschätzung schwer. Traditionell seien Spielerinnen aus Russland und aus den Niederlanden vorn zu erwarten. Und was hat sich die Varelerin gemeinsam mit Schmitt für die Titelkämpfe im Kurort nahe der österreichischen Hauptstadt Wien vorgenommen? „Unser Ziel bei der EM ist es, auch unter Wettkampfbedingungen gut auf dem Feld zusammenzufinden, möglichst viel Spaß zu haben und so weit wie möglich zu kommen“, sagt Kunst. Als große Stärken, die das Duo bei der Umsetzung dieser Vorhaben ins Spiel bringen will, nennt Kunst folgende: „Unsere Qualitäten sind, dass wir sehr gut auf dem Court miteinander zurechtkommen und harmonieren. Außerdem sind wir beide im Angriff sehr mutig. Wir gehen immer voll drauf – auch wenn der Pass mal zu nah ans Netz kommt.“
