Baden/Varel - Trotz einer hauchdünnen Auftaktniederlage hat sich Junioren-Nationalspielerin Lea Sophie Kunst mit Partnerin Nele Schmitt bei der U-22-EM in Österreich noch ins Achtelfinale vorgekämpft. Dort war nach zwei umkämpften Sätzen gegen die späteren Vize-Europameisterinnen aus den Niederlanden aber Endstation für das deutsche Beachvolleyball-Duo.
Das Fazit
Mit dem geteilten neunten Platz bei den hochkarätig besetzten Titelkämpfen in Baden bei Wien konnte Kunst aber gut leben. „Wir sind sehr zufrieden mit unserem Abschneiden, zumal wir uns im Turnier immer mehr gesteigert haben“, betont die Varelerin, die seit August 2018 am Olympia-Stützpunkt Berlin lebt und trainiert: „Wir haben die Sachen, die wir uns vorgenommen haben, gut umgesetzt.“ Die Harmonie im Zusammenspiel auf dem Feld sei spürbar gewesen: „Unterm Strich haben wir zeigen können, was wir können.“
Der Fehlstart
Dabei waren Kunst/Schmitt bei kühler Witterung mit einer knappen Drei-Satz-Niederlage (21:19, 19:21, 16:18) gegen González/Vergara (ESP) in die EM gestartet. „Das war gegen zwei starke Gegnerinnen auch ein bisschen unserer Nervosität geschuldet“, analysiert Kunst: „Schließlich war es für uns das erste große internationale Turnier, das wir gemeinsam gespielt haben. Am Ende war die Niederlage schon ein bisschen ärgerlich, weil wir teilweise sehr gut agiert haben. Letztlich haben Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht.“
Bitter: Als Gruppenerste wären Kunst/Schmitt, die nach dem Auftaktspiel zwei Zweisatzsiege folgen ließen, direkt ins Achtelfinale eingezogen und somit den niederländischen Turnier-Mitfavoritinnen aus dem Weg gegangen. So aber musste das deutsche Duo als Gruppenzweiter zunächst in der K.o.-Runde der besten 24 ran. Dort allerdings setzten sie sich nervenstark mit 22:20, 21:16 gegen Krizanauskaite/Petrauskeite (LTU) durch und zogen in die Runde der besten 16 ein.
Das Achtelfinale
„Bei der Europameisterschaft war das Niveau sehr hoch“, erklärt Kunst: „Ab dem Achtelfinale war es wirklich sehr schwierig, eine Runde weiter zu kommen.“ Zumal es die beiden Deutschen dort – wie beschrieben – mit den schon auf der World-Tour aktiven Raïsa Schoon und Emi van Driel (NED) zu tun bekamen. Dennoch wehrten sich Kunst/Schmitt nach Kräften und gaben keinen Ball verloren, ehe sie sich mit 17:21, 17:21 geschlagen geben mussten. „Wir haben gegen sie eines unseren besten Spiele überhaupt gemacht“, bilanziert Kunst: „Am Ende waren sie aber einfach etwas zu stark.“
Im Anschluss spielten sich Schoon/van Driel bis ins Endspiel vor, unterlagen dort aber den favorisierten Russinnen Maria Voronina/Mariia Bocharova mit 24:22, 18:21, 12:15.
Das Abitur
Seit der Rückkehr nach Berlin in der Nacht zu Sonntag ist für Kunst nun zunächst einmal die Schule in den Fokus gerückt. Schließlich stehen im Sportinternat die letzten Abi-Prüfungen an. Nach dem Abitur gilt die volle Konzentration dann wieder dem Beachvolleyball, wobei die 19-Jährige ein begleitendes Studium plant. Wegen der Corona-Krise gibt es zurzeit ohnehin nur wenig Turniere. In jedem Fall wird Kunst – auch auf Anraten der Bundestrainer – die aktuelle Saison an der Seite von Schmitt zu Ende spielen.
