Varel - Die letzte Ratssitzung in diesem Jahr stand also auf dem Plan. In Varel kam der Stadtrat zusammen, um letztlich über die verschiedensten Beschlussvorlagen abzustimmen. Doch damit noch nicht genug. Bevor es Weihnachten werden kann, gibt es noch mehrere Ausschusssitzungen – drei in der kommenden Woche. So kommen die Ratsmitglieder am Montag im Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport, am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umweltschutz und am Mittwoch im Ausschuss für Feuerwehr-, Markt-, und Ordnungsangelgenheiten, Straßen und Verkehr zusammen.
Die 900-Jahr-Feier der Stadt Varel, Änderungen des Flächennutzungsplanes in Bezug auf einen Abenteuergolfplatz am Dangaster Strand und die Planung des Straßenausbaus am Baugebiet am Tangermoorweg sind Teil der Diskussionsrunden der Ratsmitglieder. Bevor allerdings mit der Planung für das kommende Jahr begonnen wird, in dem auch die angesprochenen Themen bis zur Beschlussfähigkeit ausgearbeitet werden, nahm sich Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner die Zeit, auf das aktuelle Jahr zurückzuschauen.
Krieg zentrales Thema
Da gibt es in Borgstede eine Großbaustelle. Die Arbeiten an der Autobahnbrücke über der A 29 fordern ihren Tribut, weshalb es immer wieder zu Straßensperrungen und Staubildung kam. Eine temporäre neue Verkehrsführung auf der Bockhorner Straße wurde eingerichtet, die mit einer Ampelanlage den Verkehr reguliert. „Eine befriedigende Lösung“, befindet Wagner die Situation, die sicherlich nicht jeden fröhlich stimmt.
Bei der Ratssitzung der Stadt Varel wurde grundsätzlich alle Beschlussvorlagen einheitlich zugestimmt. Nur bei einem Punkt musste per Mehrheits-Votum abgestimmt werden.
Die Tariferhöhung des Grundwasserpreises ist unter anderem einheitlich beschlossen worden. Vorgesehen war zunächst eine Anpassung des Preises ab Januar 2023. Allerdings einigte sich der Rat nun darauf mit der Tariferhöhung bis Anfang April zu warten.
Dem Photovoltaik-Park am Dienstleistungszentrum des Landkreises Friesland an der Karl-Nieraad-Straße wurde ebenfalls zugestimmt, genauso wie der Erhöhung der Strandkorbpreise in Dangast.
Im ehemaligen Kinderhort in Langendamm soll außerdem eine Krippengruppe ab dem 1. März als Übergangslösung eingerichtet werden.
Zentrales Thema war in diesem Jahr der Krieg der Ukraine gegen Russland, der fortwährend anhält. „Mit diesen Auswirkungen haben viele und auch wir nicht gerechnet. In vielerlei Hinsicht hat uns der Konflikt verpflichtet und uns zum Teil an den Rand der Leistungsfähigkeit gebracht. Dennoch konnten wir in Zusammenarbeit mit dem Landkreis unseren Beitrag leisten und Hilfe anbieten.“ Varel habe Potenzial geschafft und kann mehrere hundert Wohnungen für Geflüchtete anbieten. Wagner ist sich allerdings in einem Punkt sicher: „Wir erleben gerade die Ruhe vor dem Sturm.“
Der Bürgermeister erinnert sich an eine schöne Eröffnungsfeier des Erweiterungsbaus der Grundschule am Schlossplatz, im Altenpflegeheim in Langendamm ist eine neue Station für Demenzkranke eingerichtet worden, die aktuell voll belegt sei, und der Neubau der Kita „Zum guten Hirten“ beschäftigt die Verwaltung. Kurz vor Jahresende gab es aus finanzieller Sicht noch eine gute Nachricht. Denn aufgrund von hohen Abgaben ans Finanzamt durch Gewerbetreibende war die Summe des diesjährigen Haushalts rekordverdächtig hoch, was einen Überschuss von gut acht Millionen Euro im Ergebnishaushalt bedeutete.
nächstes Jahr
Das kommende Jahr wird aber nicht weniger spannend. „Krempeln wir die Ärmel hoch“, ermuntert Wagner die Ratsfrauen und Ratsherren. Denn: Die langwierige Diskussion ums Vareler Hallenbad, inwiefern dieses saniert oder sogar neu aufgebaut wird, steht auf dem Plan. Außerdem soll ein neues Radwege-Verkehrs-Konzept auf den Weg gebracht werden. Und die Errichtung des Flüchtlingslagers im ehemaligen Edeka-Markt in Obenstrohe wird den Rat weiter beschäftigen. Dort können laut Gerd-Christian Wagner bereits Anfang Januar die ersten Geflohenen einziehen.
