Jever - Der internationale Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen und Mädchen soll darauf aufmerksam machen, dass Frauen und Mädchen immer noch Gewalt und Unterdrückung erleben müssen. Orange steht als Farbe für eine positive Zukunft und für die Hoffnung auf ein gewaltfreies Leben.
Am 25. November wird jedes Jahr weltweit der Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen begangen, mit dem international ein sichtbares Zeichen gesetzt werden soll. An diesem Tag beginnen die sogenannten „Orange Days“, die bis zum 10. Dezember gehen – ein Zeitraum, in dem international dazu aufgerüttelt werden soll, aktiv gegen Gewalt an Frauen vorzugehen. Den Abschlusstag, 10. Dezember, bildet der Internationale Tag der Menschenrechte.
Was kann jeder einzelne tun? Im Alltag stark machen; über Social Media aufmerksam machen; andere Menschen informieren; ein orangefarbenes Licht ins Fenster stellen.
Auch der Agora Club Tangent (ACT) 44 Jever beteiligt sich unter anderem an der Social-Media-Aktion von Agora Club International und möchte in diesem Zusammenhang auch noch einmal das internationale Hilfe-Handzeichen (Stiller Hilferuf) für Gewalt gegen Frauen in den Fokus rücken: Handfläche öffnen, den Daumen auf die Handfläche legen und die restlichen Finger auf den Daumen legen – so, dass eine Faust entsteht.
Wie das Bundesinnenministerium in einer Pressemitteilung berichtete, lag die Zahl der bekannt gewordenen Opfer von häuslicher Gewalt im Jahr 2022 bei 240.547 Opfern und ist damit im Vergleich zu 2021 um 8,5 Prozent gestiegen. Im Bereich der Partnerschaftsgewalt stieg die Anzahl der Opfer um 9,1 Prozent auf 157.818 Personen; in 80,1 Prozent dieser Fälle sind Frauen die Opfer.
Dies sind jedoch nur die von der Polizei registrierten Fälle – die Dunkelziffer liegt sowohl bei der häuslichen als auch bei der enger eingegrenzten Partnerschaftsgewalt weitaus höher, da viele Fälle nicht zur Anzeige kommen, etwa aus Angst oder Scham, teilt der ACT 44 Jever in einer Presseinformation mit.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser fand deutliche Worte zu den aktuellen Zahlen: „Das Lagebild sollte jeden aufrütteln: Häusliche Gewalt ist Alltag in Deutschland. Niemand darf die Betroffenen damit allein lassen. Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, sondern ein gravierendes Problem in allen gesellschaftlichen Gruppen. Gewalt im engsten Umfeld betrifft viele Frauen, aber auch Kinder oder Pflegebedürftige. Gewalt fängt auch nicht erst mit Schlägen oder Misshandlungen an, es geht auch um Stalking und Psychoterror.“
