Varel/Bockhorn/Zetel - Für diesen Donnerstag, 16. Februar, hatte die vereinte Dienstleistungsgesellschaft Verdi die Beschäftigten des Marinearsenals und der Wasserschifffahrtsverwaltung Wilhelmshaven, des Landkreises und der Kommunen in Friesland und der Stadt Wilhelmshaven zum Tarifstreik in Wilhelmshaven angerufen.
Hintergrund waren die ersten Tarifverhandlungen im Januar, die laut Verdi „ohne ein Angebot der Arbeitgeberseite“ endeten. Unter den rund 500 Streikenden in Wilhelmshaven befanden sich einige Beschäftigte, die aus dem südlichen Friesland angereist waren.
Eindrücke vom Warnstreik der Beschäftigten aus dem öffentlichen Dienst des Landkreises Friesland, der Kommunen in Friesland, der Stadt Wilhelmhaven, des Marinearsenals und der Wasserschifffahrtsverwaltung.
Dietmar Bökhaus
Rund 500 Personen waren am Rathausplatz von Wilhelmshaven, um für höhere Löhne zu streiken.
Dietmar Bökhaus
Streikende trafen sich am Werftarbeiter-Denkmal
Dietmar Bökhaus
Streikende trafen sich am Werftarbeiter-Denkmal
Dietmar BökhausStreik in Bockhorn
Rund neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde Bockhorn haben am Donnerstag am Streik teilgenommen, so der Leiter der gemeindeeigenen Personalabteilung, Stephan Haaken. Demnach befinde sich ein Mitarbeiter aus dem Rathaus sowie insgesamt acht Angestellte der Kindertagesstätten im Streik. Betroffen sind die Kindertagesstätten in Grabstede und Ulhornstraße. In Grabstede bleibt die Kita regulär geöffnet. „Hier streiken zwei Mitarbeiter, das kann unter den Beschäftigten aufgefangen werden“, so Haaken. In der Kindertagesstätte Ulhornstraße bleibt die Krippengruppe geschlossen, so Stephan Haaken weiter.
Streik in Zetel
In der Gemeinde Zetel etwa bleiben am Donnerstag, 17. Februar, ganze zwei Kindertagesstätten geschlossen, so Joann Hagen, Fachbereichsleiterin für Schulen und Soziales in der Gemeinde, auf Nachfrage unserer Redaktion. So wird die kommunale Kindertagesstätte Emkenburg und die Außenstelle der Kindertagesstätte Alte Schule Marschstraße voll bestreikt: „Da wurde aber ein Notdienst eingerichtet, der allerdings nicht in Anspruch genommen wurde“, so Joann Hagen. Weiter wird die Kindertagesstätte Neuenburg bestreikt, „sie befindet sich im Notdienst“, so die Fachbereichsleiterin. Angeboten werde eine Notbetreuung von 7 bis 13 Uhr, die Nachmittagsbetreuung falle aus.
Nicht vom Streik betroffen sind die Zeteler Einrichtungen in der Grundschule Neuenburg sowie die Kindertagesstätte am Schloss Neuenburg mitsamt ihrer Außenstelle, so Joann Hagen.
Streik in Varel
Im Rathaus Varel haben sich keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Warnstreik abgemeldet, so der Pressesprecher der Stadt, Michael Tietz, auf Nachfrage unserer Redaktion. Wie er weiter ausführt, habe die Stadt keine Kenntnisse darüber, wer streikt und wer nicht. Weiter führt Tietz aus, dass sich „Mitarbeiter im öffentlichen Dienst nicht abmelden müssen.“ Somit könnten die kommunalen Kindertagesstätten an der Peterstraße, an der Wiese und am Wald selbst entscheiden. Sowohl aus der Kita an der Peterstraße, als auch aus der Kita an der Wiese in Varel heißt es, dass sie hinter den Interessen der Streikenden stehen. Allerdings haben die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vor Ort nicht am Streik in Wilhelmshaven teilgenommen.
Im Jeverland
In Jever, Sande und dem Wangerland schlossen sich nach Angaben der jeweiligen Verwaltungen keine Beschäftigten des öffentlichen Dienstes dem Warnstreik an. Anders sah es hingegen in Schortens aus. Rund 40 Beschäftigte, vorrangig aus Kindergärten und Krippen, nahmen am Streik teil. Während eine Einrichtung in Glarum am Donnerstag komplett geschlossen blieb, stellten andere Einrichtungen auf den Notbetrieb um. Das teilte Anja Müller, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters der Stadt Schortens, mit.
Und auch Mitarbeiter des Landkreises Friesland beteiligten sich am Warnstreik. Genaue Zahlen könne sie zwar noch nicht nennen, so Landkreis-Pressesprecherin Nicola Karmires. Doch zu Einschränkungen bei Dienstleistungen sei es am Donnerstag beim Landkreis Friesland nicht gekommen.
Mehr Lohn
Die rund 300 Streikenden haben sich am Donnerstagvormittag, 10 Uhr, am Wilhelmshavener Werftarbeiter Denkmal getroffen. Von dort aus ging es in einem Demonstrationszug zum Wilhelmshavener Rathausplatz, wo um 11.30 die Abschlusskundgebung stattfand.
Laut Verdi hinterlasse die Inflation deutliche Spuren in den Geldtaschen der öffentlich Beschäftigten mit mittleren oder niedrigen Gehältern. „Deshalb fordert Verdi für die Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich“, teilt die Gewerkschaft mit. „Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes erwarten zu Recht eine angemessene und faire Entgelterhöhung. Es herrscht ein intensiver Wettbewerb um die Fachkräfte. Der öffentliche Dienst darf hier auf keinen Fall den Anschluss verlieren“, erläutert weiter Gewerkschaftssekretärin Heike Boldt.


