Neustadtgödens - Seit wenigen Monaten gehört Regine Kölpin zum „Pen-Zentrum Deutschland“. Dieser Autorenvertretung kann man nicht selbstständig beitreten, man muss dort vorgeschlagen und berufen werden. Vor der Zustimmung oder Ablehnung erfolgt zumeist eine rege Diskussion. „Wie das in meinem Fall ablief, kann ich aber nicht sagen, das lief hinter verschlossenen Türen, ich war nicht dabei“, erzählt die Autorin aus Neustadtgödens. Tatsächlich aber ist es ihr eine große Ehre, dort aufgenommen worden zu sein.
Das „Pen-Zentrum Deutschland“ ist Teil von „Pen International“, einer Autorenvereinigung, die vor gut 100 Jahren in England gegründet wurde und der mittlerweile weltweit rund 150 Gruppen angehören. Die Pen-Charta gründet auf Resolutionen die auf internationalen Kongressen angenommen wurden und die sich dem Schutz von Kultur, Freiheit und freier Meinungsäußerung verschrieben hat. Ziel ist unter anderem die Unterstützung und Befreiung von Schriftstellern, die aus politischen Gründen verfolgt werden oder in Haft geraten sind. Weiterhin geht es um den Schutz von Autorenrechten.
Autoren-Austausch
„Ich habe mich sehr gefreut, ich hatte nicht damit gerechnet, dass man mich fragt“, sagt Kölpin. Jetzt wolle sie sich erst einmal in die komplexen Themenbereiche „einfummeln“, mit Mitgliedern reden, Vorträge anhören, Kontakte knüpfen. „Ich bin ja auch schon in anderen Autorenvereinigungen aktiv, kenne diese Arbeit also. Bei Homer zum Beispiel oder im Netzwerk Autorenrechte, da geht es gerade um die Rechte von Autoren und Autorinnen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Hochspannend aber auch sehr gefährlich, wenn keine Regeln festgelegt werden“, sagt die Autorin.
„Als Autorin, als Autor sitzt man jeden Tag allein an seinem Schreibtisch. Aber wir sind viele und wir haben Rechte. Ich halte es für sehr wichtig, dass wir uns organisieren und mit einer Stimme sprechen“, sagt sie. „In diesem Sinne ist es immer wichtig, sich selber zu engagieren und zu positionieren. Darum freut mich diese neue Mitgliedschaft bei Pen besonders.“ Wichtig ist Kölpin auch der Austausch mit anderen Autorinnen und Autoren. Vor allem mit „Neulingen“. „Nina George sagte mal, sie habe 20 Jahre gebraucht, um über Nacht bekannt zu werden – genauso ist es, man braucht viel Ausdauer, Mut, Kraft und Tränen bis zum Durchbruch. Den neuen Autoren Mut machen, sie unterstützen, aufbauen, helfen, Kritik nicht persönlich zu nehmen, das liegt mir sehr am Herzen.“
Abschluss im März
Unterdessen hat die Spiegel-Bestseller-Autorin den zweiten Band der Trilogie „Der Milchhof – Das Flüstern der Gezeiten“ veröffentlicht. Auf die Forstsetzung der Geschichte um Lina Bleeker, deren Vater den Milchhof aufgebaut hat und Derk Voigt, der den Betrieb leitet, haben wohl viele Leser gewartet. Im neuen Band muss Lina um den Erhalt des Milchhofs kämpfen, denn die Nachwirkungen des Ersten Weltkriegs stellen sie vor große Herausforderungen.
Schließlich muss sie sich für Herz oder Verstand entscheiden. Im Mittelpunkt der Trilogie stehen drei starke Frauen aus unterschiedlichen Generationen, die um nicht weniger als ihr Lebensglück kämpfen. Die Geschichte ist genau recherchiert, atmosphärisch dicht und voller Empathie erzählt. Doch die Spannung bleibt, denn erst im März wird der Abschlussband der Trilogie erscheinen.
