Varel - Da hatte Florian Meyer das richtige Gespür: Der Privatkundenbetreuer in der OLB-Filiale in Varel hat jetzt einen Senior davor bewahrt, einer betrügerischen Handwerker-Bande nicht vollends auf den Leim zu gehen. Der 22-Jährige hat durch sein aufmerksames Verhalten bereits dreimal Senioren davor bewahrt, hohe Geldsummen an Betrüger zu überweisen. Im jüngsten Fall wollte ein Senior 8000 Euro an betrügerische Handwerker übergeben.
„Handwerker im Haus“
Florian Meyer wurde stutzig, als der Kunde vor ihm stand und 8000 Euro von seinem Girokonto ausbezahlt haben wollte. „Er hatte vorher bereits schnell nacheinander höhere Geldbeträge abgehoben und das passte nun nicht mehr zusammen mit seinem üblichen Verhalten, das wir hier in der Filiale ja kennen, da er schon lange Kunde ist“, berichtet der Bankkaufmann. Er ahnte, dass etwas nicht mit rechten Dingen zuging und sprach den Kunden direkt an und fragte, welche Anschaffung er denn machen wolle oder wofür das Geld gedacht sei.
Die Antwort „Ich habe Handwerker im Haus“ ließ bei Florian Meyer sämtliche Alarmglocken schrillen. „Erst wollte der Kunde meine Warnung nicht wahrhaben“, berichtet der 22-Jährige, „aber dann hat er sich zum Glück von meinen Einwänden überzeugen lassen, auf die Auszahlung zu verzichten und stattdessen seinen Fall der Polizei zu schildern“.
5000 Euro übergeben
Wie sich herausstellte, hatte der Mann den Betrügern vorher bereits 5000 Euro übergeben. Das beherzte Eingreifen des OLB-Kundenbetreuers verhinderte aber zumindest einen noch erheblich größeren Schaden.
Es war nicht das erste Mal, dass der junge Bankkaufmann Senioren vor Betrügern bewahrt hat: „Ich hatte in den vergangenen Monaten in den Filialen in Wilhelmshaven und in Varel bereits mehrere ähnliche Vorfälle, teilweise sollte sogar ins Ausland überwiesen werden.“
In einem Fall war die Sorge unbegründet, aber bei jetzt drei Fällen ging es um Betrugsversuche. Seine erfolgreiche Maxime, um den Betrug zu vereiteln: „Auch wenn es hektisch ist, sich Zeit für den Kunden nehmen, gut zuhören, genau hingucken und lieber einmal zu viel fragen.“ Bisher sei niemand böse geworden oder habe Kritik daran geübt, dass sich der Bankberater in Privatangelegenheiten einmischt.
Nicht plump fragen
Gelernt hat der Bankkaufmann dieses Verhalten in Schulungen während seiner Ausbildung und bei regelmäßigen Fortbildungen. „Die Mitarbeiter in den Filialen werden geschult, um die richtigen Fragen zu stellen“, berichtet Timo Cyriacks, Pressereferent der OLB. Dabei sei viel Sensibilität nötig, die Fragen dürfen nicht plump sein, sondern müssten charmant rüberkommen, „damit sich der Kunde nicht auf den Schlips getreten fühlt“.
