• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Bildung

Von Rüpeln und Respekt im Bus

25.01.2019

Bockhorn In einem Schulbus herrschen manchmal ganz eigene Gesetze: Hinten sitzen die Jugendlichen, die auf Regeln pfeifen, vorne die, die sich an die Regeln halten. Auf den Vierer-Plätzen im hinteren Teil des Busses haben sie manchmal die Füße auf den Sitzen oder besetzen die Plätze neben sich mit ihren Rucksäcken, auch wenn andere deswegen stehen müssen.

„Natürlich gibt es Hierarchien in einem Bus. Es gibt Fälle, da werden die jüngeren Schüler einfach nicht aus dem Bus gelassen. Das ist auch meiner Tochter schon passiert“, sagt Johann Bokker. Er hat dem rüpelhaften Verhalten in deutschen Schulbussen den Kampf angesagt. Als Trainer beim Projekt „Einsteigerbus“ von Weser-Ems-Bus coacht er Schülerinnen und Schüler zum Thema respektvolles Verhalten im Bus. Jetzt war der 55-Jährige aus Aurich an der Oberschule Bockhorn zu Gast.

„Respekt hat auch viel mit Sicherheit zu tun“, sagte Johann Bokker. Und das geht schon mit dem Einsteigen los: Wer drängelt, zu nah an die Kante geht, an der Haltestelle schubst oder rangelt gefährde sich und andere.

Auch beim Aussteigen müssen Regeln beachtet werden: Wer aus dem Bus heraus stürmt und gleich vor oder hinter dem Bus über die Straße renne, riskiere sein Leben und laufe Gefahr, dass jüngere, unerfahrenere Schüler dieses Verhalten auch noch nachahmen. Johann Bokker, der früher selbst Busfahrer war, erzählte von seinen Erfahrungen und zeigte Zeitungsberichte über Kinder, die schwer oder sogar tödlich verletzt wurden. „Und das ist nicht irgendwo passiert, sondern in unserer Gegend“, sagte Bokker. „Das kann zehnmal gut gehen, aber einmal geht es schief.“

Die Jugendlichen erfuhren, dass ihre Busfahrkarten jeweils einen Wert von rund 800 Euro haben und das dass Grund genug sei, sie pfleglich zu behandeln. Er berichtete, wie wichtig ein Nothammer sein kann, wenn der Bus nach einem Unfall auf der Seite liegt und die Insassen die Scheiben einschlagen müssen, um sich zu befreien. Nothammer zu klauen sei daher nicht nur dumm, sondern gefährde im Ernstfall Leben.

Das Highlight für die Schüler aber war der Bremstest: Johann Bokker beschleunigte den Bus auf 20 Kilometer pro Stunde und ging dann in die Eisen. Ein Kanister mit Wasser, den er in den Gang gestellt hatte, flog einmal durch den ganzen Bus bis nach vorne. „Und wenn ihr in solchen Momenten gerade etwas trinkt, irgendwo herumsteht ohne euch festzuhalten oder die Beine auf dem Sitz habt, könnt ihr euch ernsthaft verletzten“, sagte Bokker. Von den unheimlich großen Kräften, die wirken, wenn ein Bus eine Vollbremsung einlegt, waren die Schüler sichtlich beeindruckt.

Doch nur, weil ein Jugendlicher alle Risiken kennt, heißt das nicht, dass er sich auch an die Regeln hält. Denn sich an die Regeln zu halten, setze Respekt voraus, sagte Johann Bokker: „Respekt vor seinen Mitschülern und dem Busfahrer.“ Und deswegen begrüße man den Busfahrer beim Einsteigen auch mit „Hallo“ und nicht mit „Ey Alter, wie geht’s?“.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2506
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.