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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Flüchtlinge mit offenen Armen empfangen

21.01.2015

Varel Als am 30. September 2012 die iranische Familie Heshmati in den Gottesdienst der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Varel kam, ahnte Gemeindeleiter Edwin Witt nicht, dass das der Beginn einer tiefgreifenden Veränderung im Gemeindeleben war. Bis heute ist die Zahl der Iraner, die am Gemeindeleben teilnehmen, auf 43 angestiegen, und die Integration klappt vorbildlich. Großen Anteil daran hat Edwin Witt, der pensionierte Schulleiter kümmert sich mit großem Einsatz darum, dass die iranischen Familien in ihrer neuen Heimat zurechtkommen. Für dieses Engagement wurde er jetzt für die Aktion Mensch des Jahres vorgeschlagen.

Als erstes hat der 66-Jährige dafür gesorgt, dass die Flüchtlinge Deutsch lernen. Da ihnen anfangs kein Sprachkursus zustand, organisierte die Kirchengemeinde einen eigenen und später sorgte er dafür, dass sie einen täglichen Kursus im Vareler VHS-Gebäude besuchen können. Mit diesem Kursus waren auch Computerschulungen und ein Praktikum verbunden. Es sei wichtig, dass die Iraner hier einen Beruf finden, so Witt, viele von ihnen seien hoch qualifiziert, hätten im Iran als Laboranten, Ingenieure oder Koch gearbeitet und suchen jetzt eine Arbeit in ihrer neuen Heimat.

Viele der Iraner sind wegen ihres Glaubens aus dem Iran geflohen; in der Vareler Kirche wurden sie mit offenen Armen aufgenommen. Es gibt Gottesdienste, Bibelgespräche und Hauskreise auf Farsi. Die Wahl einer Iranerin in die Gemeindeleitung ist ein weiteres Zeichen der Integration in der Gemeinde.

Auch um die Integration im privaten Bereich kümmern sich Edwin Witt und andere Gemeindemitglieder. So haben sie sich bei Asylbewerbern, die in heruntergekommenen oder abgelegenen Wohnungen wohnten, darum gekümmert, dass sie preiswerte, aber bessere Alternativen bekamen. Mittlerweile hat Witt zehn Wohnungen für die Iraner vermittelt und freut sich über den Anruf eines Vermieters: „Er fragte mich, ob wir noch Iraner haben.” Auch kümmert er sich um Dinge für den täglichen Bedarf, hilft bei Behördengängen, Umzügen, Arztbesuchen und bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, verfasst Schreiben für die Gerichte, damit die Iraner anerkannt werden. „Manchmal sind das ein bis zwei Berichte pro Woche”, sagt Edwin Witt.

Dabei kann er sich auf die Unterstützung von Gemeindemitgliedern verlassen. „Mittlerweile ist ein großes Netzwerk entstanden”, freut er sich. Für Edwin Witt ist das Engagement für die Iraner eine Herausforderung, aber auch eine große Freude. „Man lernt immer dazu”, sagt der 66-Jährige. Auch für die Kirchengemeinde seien die Iraner eine Bereicherung.


Spezial zum Thema Integration unter   www.nwzonline.de/integration 
Traute Börjes-Meinardus
Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2502

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