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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Flüchtlingskinder lernen Deutsch

10.02.2015

Sande Die Oberschule Sande und die benachbarte Grundschule Sande gehen in Sachen Integration neue gemeinsame Wege: Sie haben durch das Zusammenlegen von Stundenkontingenten ein Projekt zur Sprachförderung von Schülern ausländischer Herkunft initiiert. Zurzeit nehmen zwei Grundschüler aus der 3. und 4. Klasse sowie sechs Oberschüler daran teil.

„Wir müssen neue Wege finden, den Kindern und Jugendlichen, die mit ihren Familien als Flüchtlinge und Asylsuchende zu uns kommen, Kenntnisse der deutschen Sprache zu vermitteln“, sagt der Leiter der Oberschule Sande, Hans-Joachim Vogt. „Die Kinder sind jetzt hier an der Schule, mit denen müssen wir jetzt etwas machen“, erklärt Vogt den unbürokratischen Weg der Sprachförderung.

Der richtige Mann am richtigen Ort für Deutsch als Fremdsprache ist Bahattin Aslan, Lehrer an der Oberschule Sande und mit eigener Migrationsbiografie. Seit 20 Jahren bereits lebt der aus der Türkei stammende Aslan in Deutschland, spricht Kurdisch, Türkisch, etwas Arabisch, sowie Englisch und längst natürlich fließend Deutsch. Sein Abitur hat der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und anschließend studiert. Ehrenamtlich hilft er Jugendlichen auch in seiner Freizeit beim Erlernen der deutschen Sprache oder bei der Jobsuche und dem Schreiben von Bewerbungen. „Meine Biografie trägt sicher einen Teil dazu bei, dass die Jugendlichen mir zuhören und verstehen, dass der Schlüssel zur Integration in Deutschland zuallererst die Sprache ist“, sagt Aslan.

Der Förderunterricht, der immer dann stattfindet, wenn für die betreffenden Schüler ohnehin Deutsch auf dem Stundenplan steht, findet differenziert nach Alter statt. Zunächst wird ein Grundwortschaft aus dem Schul- und Alltag der Kinder und Jugendlichen vermittelt, in einem weitereren Schritt geht es um Satzbau und Grammatik.

Der Förderunterricht läuft schon seit einigen Monaten. „Die Erfolge sind sichtbar“, freut sich Schulleiter Vogt. Grundschulleiterin Susanne von Senden hofft, dass die Idee Nachahmer findet und dass vor allem auch mehr Stunden zur Sprachförderung zur Verfügung gestellt werden: „Die Flüchtlingskinder werden ja nicht weniger.“ Für beide Schulleiter steht indes fest, dass die Jugendlichen ihrerseits wieder Multiplikatoren sind. „Auf dem Schulhof wird Deutsch gesprochen“, so Vogt. Das sei doch gelebte Integration.

Oliver Braun
Agentur Hanz
Redaktion Jever
Tel:
04461 965313

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