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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Am Gymnasium wird es eng

02.08.2017

Friesland Der Trend geht zum Gymnasium: Während das Lothar-Meyer-Gymnasium in Varel (LMG) die höchsten Anmeldezahlen im gesamten Landkreis hat und auch die Integrierte Gesamtschule Friesland-Süd (IGS) in Zetel einige Schüler ablehnen musste, sieht es mit dem Schülernachwuchs an den Oberschulen eher dünn aus.

Die Zahlen

169 neue Schüler begrüßt das Lothar-Meyer-Gymnasium in Varel im neuen Schuljahr – das sind die meisten Neuaufnahmen im ganzen Landkreis. 120 Schüler nimmt die IGS Friesland-Süd in Zetel auf. Weil nicht mehr Schüler angenommen werden können, musste die IGS einige ablehnen. Die Oberschule in Bockhorn bekommt laut Landkreis Friesland 41 neue Schüler, die OBS in Varel 39 und die Oberschule Obenstrohe 28.

Am Gymnasium fangen mit dem kommenden Schuljahr nach Auskunft des Landkreises 162 Fünftklässler an. Laut Schulleiterin Astrid Geisler gab es aber noch einige Nachmeldungen, so dass es letztlich 169 neue Schüler sind. Die vielen Schüler stellen die Schule vor Herausforderungen: Der T-Trakt wird derzeit noch umgebaut und ist erst nach den Herbstferien frei für die Schüler. Bis dahin werde es „sehr, sehr eng“, wie Geisler sagt. Zudem warte das Gymnasium noch auf einen Neubau am M-Trakt. „Wir freuen uns natürlich über die hohen Anmeldezahlen. Das ist jenseits all dessen, was wir erwartet haben, aber wir kriegen das hin“, sagt Geisler.

Auch an der IGS Zetel wird es voll. Maximal können dort in vier Klassen 120 Schüler untergebracht werden – und so viele wird die Schule auch aufnehmen. „Ich denke, dass wir eine gute Arbeit machen. Das spricht sich herum“, sagt Schulleiterin Heike Neumann. In Zetel und Umgebung sei aber auch von Anfang an das Bedürfnis nach einer IGS da gewesen, sagt sie. „Wir sind sehr zufrieden, wären aber lieber fünfzügig. Dann müssten wir keine Schüler mehr ablehnen“, erklärt Neumann.

Die Oberschulen im Landkreis haben fast alle um die 40 Neuanmeldungen für das anstehende Schuljahr. 39 Fünftklässler erwartet laut Landkreis etwa die Oberschule (OBS) in Varel. Aber auch hier habe es noch Nachmeldungen gegeben, erklärt Schulleiter Andreas Michalke: „Wir sind solide zweizügig.“

Kommentar

Natürlich möchten alle Eltern, dass ihre Kinder die bestmögliche Schulbildung erhalten. Ganz oben auf der Wunschliste steht das Abitur. Ohne geht es nicht mehr – so lassen sich die vielen Anmeldungen am Lothar-Meyer-Gymnasium am plausibelsten erklären.

Auf der anderen Seite stehen die weiterhin rückläufigen Zahlen an den Oberschulen. Hervorgegangen aus den Haupt- und Realschulen, scheinen sie für viele Erziehungsberechtigte nicht mehr als idealer Ausbildungsraum zu taugen. Sie entscheiden sich – auch gegen den Rat der Grundschulen – dagegen. Was sie ihren Kindern damit antun, sehen sie nicht.

Der Leistungsdruck am Gymnasium ist viel höher. Jugendliche mit einem handwerklichen Talent kommen an der Oberschule oft besser zurecht. Viele Absolventen mit Hochschulreife lösen indes das Problem des Fachkräftemangels nicht.

Gehen die Zahlen weiter zurück, sind die Oberschulen in Gefahr. Zwar hat Landrat Sven Ambrosy zugesichert, im südlichen Friesland keinen Standort zu schließen. Angesichts des Negativtrends könnte eine Zusammenlegung der Oberschulen Varel und Obenstrohe schon allein aus finanziellen Gründen künftig aber eine Option werden. Damit es nicht dazu kommt, sind auch die Eltern gefragt.

Den Autor erreichen Sie unter Eltern sind gefragt

Es sei durchaus ein Trend zu beobachten, dass die Schüler vermehrt am Gymnasium angemeldet werden. Das sei bereits im vergangenen Jahr zu beobachten gewesen, als die Schullaufbahnempfehlungen an den Grundschulen abgeschafft wurden.

„Wir stellen fest, dass in der weiteren Schullaufbahn doch einige Schüler vom Gymnasium an die Oberschule wechseln“, sagt Michalke. Umgekehrt sei aber auch die Oberschule für besonders starke Schüler zum Gymnasium hin durchlässig. „Ich glaube, die Oberschule ist in der Bevölkerung noch nicht ganz angekommen, aber wir sind bemüht, die Kommunikation zu verbessern.“ Generell seien die geringen Anmeldezahlen an Oberschulen ein landesweiter Trend.

An der OBS in Bockhorn sind es laut Landkreis 41 neue Schüler. „Wir rekrutieren unsere Schüler aus den Gemeinden Bockhorn und Zetel und mehr Schüler können wir aus den Gemeinden auch gar nicht bekommen“, sagt Schulleiter Jörg Behrens. Zusammen mit den Förderschülern werde es in Bockhorn drei neue Klassen geben. „Wir sind sehr zufrieden“, so Behrens.

An der Oberschule in Obenstrohe wurden 28 neue Schüler angemeldet. Aufgrund der doppelt zählenden Inklusionsschüler kommt die Schule auf 35 Schüler und kann daher zweizügig starten. Laut Schulleiterin Bettina Vogt rechne man für die höheren Jahrgangsstufen mit Rückläufern vom Gymnasium. Schließlich habe es für dieses Jahr auch schon Zuwächse in allen Jahrgangsstufen gegeben. Wünschenswert wäre laut Vogt auch, Büppel wieder dem Bezirk der OBS Obenstrohe anzugliedern. Büppel wurde einst der OBS Varel zugeschlagen. „Mit Büppel wären wir sicher zweizügig“, erklärt Vogt.

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