• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Friesland Bildung

„Es ist ein echter Albtraum für Grundschulen“

31.01.2019

Grabstede Monatelang fehlten an der Grundschule Grabstede zwei Lehrer. Jetzt, zum 1. Februar, werden die Stellen der langfristig ausgefallenen Lehrer wieder besetzt. Dass diese Zustände für Schüler, Eltern und die anderen Lehrkräfte unzumutbar seien, findet der ehemalige Ratsherr Wolfgang Janßen aus Bockhorn. Er hat einen offenen Brief an die Landesschulbehörde verfasst. Darin schreibt er, dass sich alle politisch Verantwortlichen dafür einsetzen müssten, dass die Lehrerversorgung immer gewährleistet ist. „Welche Chancen haben die Kinder, wenn über Wochen der Unterricht nur eingeschränkt erteilt wird?“, fragt Janßen.

Um „die Verlässlichkeit der Schule sicherzustellen“, seien die Abordnungen an die Grundschule Grabstede erhöht und ein Vertretungsvertrag abgeschlossen worden, teilt die Landesschulbehörde auf Nachfrage der NWZ mit. Die zwei Vertretungslehrer, die an der Grundschule Grabstede unterrichteten, haben laut Landesschulbehörde zwar ihr Lehramtsstudium abgeschlossen, jedoch kein Referendariat absolviert.

Zum 1. Februar sollen nun zwei Lehrer an die Grundschule Grabstede versetzt werden. Diese Lehrer sollen dann dauerhaft in Grabstede unterrichten. Sie kommen von Schulen aus Varel und Wilhelmshaven.

Auch an der Grundschule Bockhorn fehlt eine Lehrkraft für eine längere Zeit. „Die Schulleiterin Doris Kache hat umgehend reagiert und die vierten Klassen zu zwei Klassen zusammengelegt“, teilt Bianca Schöneich von der Niedersächsischen Landesschulbehörde mit. „Wir prüfen derzeit Maßnahmen, um den Ausfall der Lehrkraft schnellstmöglich auszugleichen.“

Lehrer und Schulleiter der Grundschulen sind in Niedersachsen nicht befugt, mit der Presse über die Unterrichtsversorgung an den Schulen zu sprechen. Die Landesschulbehörde besteht darauf, dass die gesamte Kommunikation ausschließlich über sie läuft.

Doch es gibt jemanden, der Klartext spricht: Hannelore Evers, die ehemalige Schulleiterin der Grundschule Neuenburg. Schon bei ihrer Verabschiedung als Schulleiterin im Juni hat sie offen die „Mangelverwaltung“ an Grundschulen kritisiert. Jetzt sagt sie im Gespräch mit der NWZ: „Die hundertprozentige Unterrichtsversorgung an Grundschulen ist zwar garantiert, aber es gibt fast an jeder Schule immer wieder Lücken im Schultag, die mit Stunden von pädagogischen Mitarbeitern gestopft werden.“

Vertretungsunterricht sei in vielen Fällen kein Unterricht im Sinne des Lehrplans, sondern eher eine Beschäftigung der Kinder. Das Problem: „Es gibt einfach viel zu wenige Lehrer“, sagt Hannelore Evers. Sie beklagt ein falsches Personalmanagement der Landesschulbehörde. „Alles ist spitz auf Knopf genäht. Es ist ein echter Albtraum für Grundschulen, wenn jemand ausfällt. Schulen arbeiten ohne Netz und doppelten Boden. Und genug fertig ausgebildete Lehrer, um Ausfälle aufzufangen, gibt es nicht.“

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
Rufen Sie mich an:
04451 9988 2506
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.