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Klönsnack In Horum: Vor allem Kinder haben profitiert

18.12.2019

Horum Die Überraschung war gelungen: Bernhard Eden musste sich beim letzten Klönsnack in Horum immer wieder eine Freudenträne aus dem Gesicht wischen.

Sonntagabend war Abschied nehmen vom Klön­snack in der Alten Molkerei in Horum. Als Überraschungsgäste waren die Tetta von Oldersum-Grundschule Tettens und Marianne Kaiser-Fuchs mit einer Gruppe von Kindern aus den Kindergärten des Wangerlandes mit ihren Leiterinnen nach Horum gekommen. Fast 20 000 Euro verteilte Bernhard Eden in den 33 Klönsnackjahren aus dem Überschuss für die Pflege der plattdeutschen Sprache an Schulen und Kindergärten.

Marianne Kaiser-Fuchs bedankte sich für die finanziellen und materiellen Zuwendungen für die Kindergärten des Wangerlands.

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Die Kindergartenkinder erfreuten die 170 Besucher des letzten Klönsnacks mit einigen Liedern in Hoch- und Plattdeutsch. Ein Kind aus dem Kindergarten Hohenkirchen trug das plattdeutsche Gedicht „Wiehnachtsmann kiek mi an ‘n, lütten Jung bün ik man. Veel to seggen heff ik ni, Wiehnachtsmann, vergeet mi nich“ vor.

„Leev Bernhard Eden, Du hest uns vööl Godes daan un nu bünd wi ok bi de leste Klöönsnack in Horum daarbi“, see Rektorin Janna Janßen van de Grundschool in Tettens up Platt. Se bedank sük bi Kröger Bernhard Eden un all de Lüü, de mit hör Besöök helpt, dat d‘r Geld överbleev för Böker un all de anner Kraam för de Plattdüütschstünn. Bold elke Jahr hett de School bi de Klöönsnack wat upföhrt.

Mit Kinner van de Plattdütsch-AG van de Grundschool un Ehemaligen weer de Baas van de Tetta-van-Oldersum-School na Horum komen. Se wünscht sük, dat een mit de Klöönsnack wiedermaakt. „In Tettens geben wir mit der Plattdeutsch-AG nicht auf, Kinder in Niederdeutsch oder plattdeutscher Sprache zu unterrichten“, verkündete Schulleiterin Janßen. Sie hatte für Eden aus der Schulimkerei ein Glas Honig mitgebracht, um ihm den Abschied zu versüßen.

Schöler Suntke, ein Ehemaliger, bedankte sük för de Schölers un meen, dat de Lüü in d‘ Saal beduren würden, dat dat nu kien Plattdüütsch Klöönsnack mehr gifft. Matthis ut Tettens harr ok en Gedicht paraat. „In Tettens löppt dat mit dat Plattdütsch“, beloov Eden de School.

De meest Lüü in de Saal weren blied över all de Kinner, de mit Andacht wat upföhrden. Dat weer ‘t mooiste an disse Avend, meen de een of anner. Ein Lichtblick für Bernhard Eden im Kampf um den Erhalt der plattdeutschen Sprache. Der 80-Jährige war sichtlich gerührt über den unerwarteten Besuch. Wegen Umbaus kann der Klönsnack nicht mehr in Horum stattfinden.

Abschiedsstimmung auch bei Dreebladd, die oft Gäste bei Bernhard Eden waren. BILD: Dietmar Reck

Planungen für neuen Klönsnack laufen

Es soll weitergehen mit dem plattdeutschen Klönsnack. Nach dem „Aus“ im Hotel Frieslandstern in Horum will eine Gruppe um Wieland Rosenboom die Veranstaltung zur Pflege der Heimatsprache fortführen. Schon im Herbst 2020 könnte dann zum „neuen“ Klönsnack eingeladen werden. Dazu wird noch ein Veranstaltungsraum gesucht.

Beim letzten Klönsnack forderte Bernhard Eden letztmalig dazu auf: „Et’ langsam, ji weet net, wat ji all bipacken köönt. Hüm full dat anseggen stuur denn na 33 Jahr is dat Vesper mit Tee, Brood, Botter un lecker Schink in de Oll Molkeree in Horum vörbi.“

Geesche Gronewold dankte im Namen der Gäste, die die Edens mit dem Klönsnack erfreut haben und übergab Gisela Eden und Servicekraft Toni Penders Blumen. Ein Sparschwein, inszeniert von Karin Eilers und Geesche Gronewold, wurde herumgereicht, um den Überschuss des Abends aufzustocken.

Plattdeutschbeauftragter Hermann Wilken dankte Bernhard Eden für den finanziellen Beitrag zur Förderung der plattdeutschen Sprache. Und weil Edens Wunsch, Ina Müller und Ludger Abeln zum Klönsnack zu verpflichten sich nicht erfüllt hat, schenkte er Anita und Bernhard Eden eine CD von beiden.

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