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NWZonline.de Region Friesland Bildung

„Ich bilde keine Kinder für Hartz IV aus“

17.09.2010

SANDE Seit fünf Wochen erst leitet Hans-Joachim Vogt das Schulzentrum am Falkenweg in Sande. Und der Pädagoge, der zuvor fünf Jahre lang für die Hauptschule Schortens verantwortlich war, steckt auch am neuen Standort schon wieder voller Ideen und Initiativen. Als neuer Schulleiter stellte er sich nun erstmals den Mitgliedern des Sander Schulausschusses vor und berichtete von Erfolgen und Rückschlägen – für die er aber längst Lösungen parat hat.

Vogt plädiert für Integrationsklassen. In Schortens sei das wunderbar gelungen. Dort würden Kinder, die einst diese Klasse besuchten, heute andere Kinder anleiten. Und auch eine Klasse für schulmüde Kinder mit schlechter Prognose will er in Sande einrichten. Damit hatte Vogt gemeinsam mit seinen engagierten Kollegen an der Hauptschule Schortens ebenfalls Erfolg und hatte „Null Bock“-Schüler zu guten Abschlüssen geführt.

Keine Schule „zweiter Wahl“

Das Schulzentrum am Falkenweg, das mittlerweile wieder 400 Schüler besuchen – darunter etwa 100 Haupt- und Realschüler aus Schortens – genieße bei Schülern und Eltern einen guten Ruf, so Vogt. Auch diejenigen, die sich um einen Platz an der IGS Friesland in Schortens beworben haben und die kein Losglück hatten, fühlten sich dort Vogt zufolge keineswegs wie an einer „Schule zweiter Wahl“.

Dafür gibt es offenbar viele gute Gründe: Im November erhalte das Lehrerkollegium Verstärkung. Schon jetzt sei die Unterrichtsversorgung gut bis sehr gut. Zur Vorbereitung auf die Berufsausbildung fahren die Haupt- und Realschüler jede Woche zu den Berufsbildenden Schulen nach Jever und erhalten dort in kleinen Gruppen Einblicke in die Bautechnik, in Metall- und Holzbau oder in die Sozialpflege.

Apropos Holzbau: Im Ganztagsangebot arbeiten die Sander Schüler gemeinsam mit Handwerksmeistern an einer Bühne für die Pausenhalle. Die Vollholz-Konstruktion mit Vorstufe und Dämpfung kostet rund 2300 Euro an Material. Ein Wunsch, den sich Bürgermeister Josef Wesselmann gleich notierte.

Ebenfalls auf der Wunschliste des Sander Schulleiters: ein paar weitere Stunden für die Mitarbeiterin in der Schulmensa. 60 bis 65 Kinder würden dort regelmäßig zu Mittag essen.

Schlechte Busverbindung

Was die „noch unzureichende“ Schulbusverbindung zwischen Sande und Schortens betreffe, sei er „in guten Gesprächen“ mit dem Landkreis als Schulträger.

Auch schulpolitisch machte Vogt klare Aussagen in Richtung des Sander Schulausschuss-Vorsitzenden Olaf Lies, der ja auch SPD-Landesvorsitzender in Niedersachsen ist: „Ich möchte endlich Bildungsruhe.“ Zu lange schon werde zu sehr über Strukturen und Organisationsformen, statt über (Lern)-Inhalte gesprochen.

Die SPD anerkennt Vogts Engagement und seine Erfolge, doch schulpolitisch vertritt die SPD eine andere Ideologie mit mehr Gesamtschulen und einer Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem. Vogt wiederum macht sich für die Hauptschulen stark: Nicht das System, sondern Menschen machen Schule. „Ich bilde hier keine Kinder für Hartz IV aus“, sagt Vogt selbstbewusst. Er hat den Ehrgeiz, 90 Prozent eines Abschlussjahrgangs in den Beruf zu vermitteln.

Damit das gelingt, müssen viele Rädchen ineinanergreifen. Neben der Unterrichtsversorgung und einem der gestiegenen Schülerzahl angepasstem Budget sind ihm vor allem das Schulleben, Transparenz und Offenheit wichtig. Regelmäßig gibt es in Sande nun Schülervollversammlungen, auf denen er den Schülern zu Entwicklungen an ihrer Schule Rede und Antwort steht.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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