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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Integration durch Bildung und Handwerk

01.03.2017

Schortens „Sie sind angekommen“, resümierte Cornelia Kleen-Ottersberg, Fachbereichsleiterin „Arbeit und Qualifizierung“ der Volkshochschule (VHS) Friesland-Wittmund. Gemeint waren damit die 15 jungen Männer und eine Frau, die vor etwa ein bis zwei Jahren aus Afghanistan, Syrien, Irak, Albanien oder dem Kosovo nach Deutschland kamen, ohne ein Wort deutsch zu sprechen. Doch das vom Landkreis und der VHS initiierte Programm „Soziale Integrationswerkstatt“ ermöglichte den jungen Menschen eine Chance, sich auf das künftige Berufsleben vorzubereiten.

VHS-Geschäftsführer Hans-Bernhard Eden hob insbesondere die einzigartige Verknüpfung der sprachlichen und der handwerklichen Komponenten des Projektes hervor: „Den ganzen Tag nur auf der Schulbank sitzen, hält man ja auch nicht aus!“ So biete sich für die Flüchtlinge gleichzeitig die Chance, etwas herzustellen, was einen „bleibenden Wert besitzt“.

Am Dienstag gab es schließlich einen Grund zu feiern: Alle 16 Teilnehmer haben ihre erste Prüfung erfolgreich absolviert und damit auch ihre Sprachprüfung mit dem Niveau A1 erreicht.

Silke Vogelbusch, erste Kreisrätin, verteilte eine erste Leistungsbescheinigung an die Nachwuchs-Handwerker und Schüler. Im Gegenzug übergab ihr ein junger Mann eine aus Holz geschreinerte Silhouette der Stadt Jever – ein Holzstück, auf das es die Kreisrätin schon lange abgesehen hatte, wie sie verriet.

Die Teilnehmer haben in Friesland eine neue Heimat gefunden. Das zeigen sie deshalb auch mit ihren gefertigten Arbeiten. Stellt sich also auch die Frage, ob sie im Land bleiben können. „Wir sind unsicher“, beschrieb ein Schüler die Sorgen der Klasse durch die jüngst verkündeten Abschiebungen nach Afghanistan. Eine Unsicherheit, die auch Vogelbusch nicht pauschal aus dem Weg räumen konnte.

Also heißt es weiterhin fleißig lernen und darauf hoffen, dass sie das erworbene Fachwissen später auch in einem Ausbildungsberuf vertiefen können. Damit das klappt, kümmert sich Projektleiterin Tanja Sander bereits um erste Möglichkeiten für Praktikumsplätze oder Ausbildungsstellen. „Das ist eine gute Sache mit Perspektive“, ist auch Sprachdozent Dieter Schäfer von dem Programm überzeugt.

Dass alle schon etwas gelernt haben, bewiesen neben ihrer sprachlichen Gewandtheit auch zahlreiche aus Holz gefertigte Handwerksstücke, die zum Teil bereits an Senioreneinrichtungen oder Grundschulen weitergegeben wurden. „Alle haben sich erstaunlich gut entwickelt und bereits tolle Stücke gebaut“, freute sich Werkstattanleiter Jens Kuck und auch Klassensprecher Noor Nawabi aus Afghanistan hatte Grund zur Freude: „Wir lernen hier viel Neues und das macht Spaß. Wir sind dafür sehr dankbar, dass uns so geholfen wird!“

Soziale Integrationswerkstatt Friesland

Das Projekt mit dem Ziel Berufsausbildung teilt sich bis 2018 in drei Phasen:

Die Einarbeitung umfasst sowohl die Module Sprachschulung als auch praktische Werkstattarbeit.

In der Festigung finden zusätzlich noch schulische Fächer ihren Platz.

Die Umsetzung beschreibt die abschließende Phase des Projektes mit allen Modulen, in der auch das Sprachniveau B1 erworben werden soll.

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