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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Integration: Ganze Schule hilft mit

22.01.2016

Jever „Nasenlabialfalten“ – das ist ein schwieriges Wort, das im Alltag kaum einmal ausgesprochen wird. Aber wer im Bereich Körperpflege/Kosmetik arbeitet, muss den Fachbegriff für die beiden Falten links und rechts der Nase natürlich kennen.

Die Reinigungsmassage fürs Gesicht ist zurzeit Thema in einer der drei Sprachförderklassen an den Berufsbildenden Schulen Jever. Die Schülerinnen und Schüler, alle Flüchtlinge zwischen 16 und 21 Jahren, sitzen in zwei Reihen vor Lehrerin Karin Janßen. Alle haben Übungsköpfe auf dem Schoß und üben. „Später probieren wir das in Partnerarbeit“, kündigt Karin Janßen an. Während sie die Handgriffe zeigt und erklärt, fragt sie zugleich die Bezeichnungen für Teile des Gesichts ab – die Nasenlabialfalten gehören genauso dazu wie Augen, Kinn, Nase und Ohren.

Sprachförderklassen der Berufsschule

Die Berufsbildenden Schulen Jever haben zurzeit vier zweijährige Sprachförderklassen mit 73 Schülern – damit sind die Kapazitäten vorerst ausgeschöpft.

Bewerbungen für die Aufnahme in eine Sprachförderklasse zum Schuljahr 2016/17 können bis 28. Februar bei den Berufsbildenden Schulen Jever, Schützenhofstraße 23 in Jever, E-Mail an info@bbs-jever.de eingereicht werden.

Im 1. Jahr erhalten die Schülerinnen und Schüler Unterricht in Deutsch, Wirtschaft, Mathematik und Politik, außerdem Fachpraxis in Technik, Hauswirtschaft/Pflege und Körperpflege.

Im 2. Jahr werden die Schüler zwei Tage pro Woche in der Schule und drei Tage im Praktikumsbetrieb ausgebildet. Ziel ist, am Ende eine Ausbildung zu starten.

Zur Unterstützung im Unterricht dabei ist Bundesfreiwilligendienstlerin Sandra Meyer, selbst Absolventin des Gymnasiums an den BBS Jever. Sie hilft bei sprachlichen Problemen, aber ist auch zuständig für Unterstützung im Alltag, bei Behördengängen und bei der gesellschaftlichen Integration der jungen Leute. „Meine Aufgaben sind sehr interessant“, sagt Sandra Meyer, die selbst ein Lehramtsstudium plant: Sie erhalte durch die Arbeit mit den Flüchtlingen einen Blick von außen auf die deutsche Gesellschaft, erfahre, wie schwer es ist, sich zu integrieren und wie schwer das Sprachenlernen ist.

Auch die zweite Bundesfreiwilligendienstlerin der BBS, Sara Gayib, selbst Kurdin, unterstützt die Schülerinnen und Schüler der drei Sprachförderklassen im ersten Jahr und einer weiteren im zweiten Jahr im Alltag. Und BBS-Hausmeister Nemr, er stammt aus dem Libanon, hilft natürlich ebenfalls mit.

„Wir nutzen alle verfügbaren Ressourcen zur Integration der aktuell 73 jungen Flüchtlinge“, erklärt Schulleiter Jan Zimmermann: „Damit das funktioniert, brauchen wir engagierte Kräfte, die intensiv mit den Leuten arbeiten.“ Und die gibt es an den BBS: neben den Bufdis und Schulsozialarbeiter Willy Asseburg helfen im Bereich Metall die Lehrer Marco Gries und Heiko Memmen mit, im Bereich Körperpflege Karin Janßen, Deutschlehrerin Maria Deiglmayer, Elfriede Wichmann und Axel Uphoff als Koordinatoren und viele weitere.

Alle Schüler der Sprachförderklassen erhalten Deutschunterricht, Hilfe bei der sozialen Integration und lernen Berufe in den Bereichen Technik, Hauswirtschaft und Körperpflege kennen. „Unser Ziel ist, ihnen durch die Praxis berufliche Orientierung zu bieten“, erklärt Elfriede Wichmann. Im zweiten Schuljahr absolvieren alle an drei Tagen pro Woche ein Berufspraktikum – am Ende soll der Beginn einer Ausbildung stehen.

Dass das möglich ist, dafür gibt es bereits Beispiele: So hat ein Schüler direkt nach seinem Praktikum eine Lehrstelle in dem Betrieb bekommen und konnte die Sprachförderklasse am 1. November abbrechen. Ein weiterer Schüler wechselt zum 1. Februar in die Ausbildung. „Solche Beispiele motivieren natürlich alle anderen“, weiß Axel Uphoff.


Mehr Infos unter   www.bbs-jever.de 
Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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