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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Wie die Adivasi sich selbst helfen

22.08.2019

Jever Im zweiten Anlauf ist es geglückt: Die vier Vertreter des Adivasi-Projekts in Gudalur/Südindien haben nun ihre Visa-Anträge bewilligt bekommen – beim ersten Versuch im Juni hatte die Deutsche Botschaft Einreise-Visa verweigert. „Ich freue mich riesig auf unsere Gäste“, sagt Katrin Jansen, Pastorin in Cleverns und Jever. Sie gehört seit 25 Jahren zum Adivasi-Teeprojekt (ATP) und hat die vier Gäste auch nach Jever eingeladen.

Begegnungsabend

Am Donnerstag, 29. August, findet der Begegnungsabend „Vertrauen auf nachhaltige Entwicklung?“ mit vier Vertretern des Adivasi-Projekts in Jever statt. Alle Interessierten sind um 19.30 Uhr in den Gemeinderaum der ev. Kirchengemeinde am Jonasgang eingeladen. Dann gibt es spannende Geschichten aus erster Hand zu hören.

Seit 25 Jahren werden alle zwei Jahre vier Adivasi eingeladen, ihre Bildungs- und Gesundheitsarbeit in Deutschland an Schulen und in Kirchengemeinden vorzustellen.

Kichen Manmathan (39), Leiter seines dörflichen Lernzentrums, Bildungskoordinator und Dorfgesundheitsarbeiter, Parvathi Ganeshan (25), Mitglied des Bildungsteams in ihrem Dorf und Trainerin im Ultimate Frisbee-Sport, Kathiravan Sikethan (35), Bildungskoordinator für viele Dörfer und Veena Sunil (51), langjährige Unterstützerin der Adivasi im Gesundheits- und Bildungsbereich sowie Übersetzerin Tamil-Englisch, sind bis 24. September in Deutschland. Sie statten auch Jever einen Besuch ab.

Beim Begegnungsabend am 29. August im Jonasgang beantworten sie gern alle Fragen: Wie kann sowas funktionieren? Wie haben die Adivasi es geschafft, ein Krankenhaus und Schulen aufzubauen? Wie hat es begonnen und was bringt die Zukunft? „Wir freuen uns auf einen regen Austausch“, betont Katrin Jansen.

Die Adivasi

Adivasi nennen sich die Ureinwohner Indiens. Sie stellen 8,63 Prozent der indischen Bevölkerung – 104,5 Millionen Menschen. Der Wald hat für die Adivasi eine hohe Bedeutung für alle Lebensbereiche – als Lebensraum und Lebensgrundlage. Er bietet ihnen Unterkunft, Nahrung, Viehfutter, Brenn- und Bauholz und durch den Verkauf von Holz, Honig, Gewürzen, Früchten auch Einkommen.

In der Gudalur-Region leben gut 22 000 Adivasi in sieben Stämmen. Fünf Stämme mit 15 000 Menschen engagieren sich seit den 1980er Jahren dafür, ihre Lebenssituation zu verbessern. Mit Unterstützung von Fachkräften entwickeln sie umfassende Selbsthilfestrukturen – Gesundheit, Tee-Anbau und kooperative Vermarktung, Umweltschutz, Landwirtschaft, Verwaltung, Kampf gegen Korruption, Kulturarbeit, Spar- und Kreditprogramme, Landrechte, Schule und Ausbildung sind die Schwerpunkte.

1990 wurde ein Adivasi-Krankenhaus eröffnet. Andere Adivasi-Health-Workers kümmern sich um medizinische Versorgung in den Dörfern. Im Krankenhaus können Adivasi eine staatlich-anerkannte, berufsbegleitende Ausbildung absolvieren.

Für Adivasi-Kinder wurde eine zentrale Schule eröffnet, in der sie sowohl in Stammessprachen als auch in der Landessprache Tamil sowie auf Englisch unterrichtet werden. Neben den allgemeinbildenden Fächern sind traditionelle Kulturtechniken Bestandteil des Lehrplans.

Die Gudalur-Region gehört zu den großen Tee-Anbaugebieten Indiens, 1998 kauften die Adivasi eine Teeplantage. Die eigene Plantage ermöglicht faire Löhne und sozialverträgliche Beschäftigungsverhältnisse. Der erwirtschaftete Gewinn fließt in die Projekte.

Das deutsche Partnerprojekt Adivasi-Tee-Projekt (ATP) entwickelt Bildungsmaterialien zur globalen Entwicklung und bietet Bildungsveranstaltungen an.

Mehr Infos unter www.adivasi-tee-projekt.org

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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