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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Prävention: Schüler für Suchtrisiken sensibilisieren

09.03.2018

Jever Gibt es am Mariengymnasium Jever ein Drogenproblem? Wird in den Pausen gekifft? Wabern Rauchschwaden durch die Gänge? Gesehen hat Polizist Dirk Grünhagen, Betäubungsmittelexperte beim Polizeikommissariat Jever, davon an der Schule definitiv nichts. Und gerochen hat er auch nichts. Das betonte er am Donnerstag bei der Vorstellung der Präventionswoche, die derzeit am Mariengymnasium stattfindet.

„Als diese Hinweise aufkamen, bin ich durch die Räume der Schule gegangen – und ich konnte hier nichts riechen. Ich habe eine sehr feine Nase dafür, ich rieche das meilenweit gegen den Wind“, betont der Experte.

Keine Nebelschwaden

Auch der stellvertretende Schulleiter Jürgen Ploeger-Lobeck hat zumindest die Wahrnehmung, „dass das Ausmaß nicht mehr oder weniger ausgeprägt ist als an anderen Schulen auch.“ Nebelschwaden seien ganz sicher nicht die Realität.

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Und dennoch: Anlass für die Präventionswoche rund um das Thema Sucht ist „das Gefühl, dass wir im Bereich Prävention tätig werden müssen“, so Ploeger-Lobeck. Man wolle die Gerüchte ernst nehmen, wolle nicht bagatellisieren. Stattdessen will die Schule dafür sorgen, dass die Schüler durch Information und Prävention resistent werden. „Wir wollen sie stark machen und für Risiken dieser Art sensibilisieren.“

Deswegen hat das Mariengymnasium eine Woche voller Vorträge rund um Drogen-, Alkohol- und Spielsucht organisiert. Es geht dabei zudem um den Umgang mit Smartphone und Internet – denn süchtig werden kann man von fast allem.

Künftig soll diese Präventionswoche jährlich stattfinden und das Präventionsangebot erweitern. Bisher beschränkte sich dies auf Informationen über den Umgang mit Handy und Internet.

Finanzielle Unterstützung erhält die Schule vom Verein der Ehemaligen, Dr. Karl Harms, dem Lions-Club Jever und dem Förderverein der Schule.

Ebenso wie derzeit an der Oberschule Sande (die   berichtete) sensibilisieren Referenten mit Suchterfahrung die Schüler am Mariengymnasium. „Wir brauchen Leute, die das authentisch vermitteln können“, sagt Grünhagen.

Leute wie Heavy-Metal-Coach Rainer Biesinger, der selbst auf eine Vergangenheit voller Alkohol und Drogen zurückblickt. „Ich will den Schülern ihre Eigenverantwortung bewusst machen, dazu beitragen, dass sie achtsam mit sich und ihrer Umgebung umgehen“, betont er. Dafür nutzt er seine eigene Geschichte, ist ehrlich und direkt, verwendet teils eine krasse Sprache, „Ich verpasse den Jugendlichen einen dezenten Arschtritt. Ich sage: kümmert euch um euch, da kommt keiner und nimmt euch ans Händchen.“

Mangel an Zuwendung

Dabei gehe es nicht darum, den jungen Leuten zu sagen, dass sie dies oder das nicht tun dürften. „Verbote führen nur dazu, dass sie es erst recht machen“, meint Grünhagen. Das stimmt auch mit seiner langjährigen Erfahrung als Kriminalbeamter überein. Auch die oft beschworenen „falschen Freunde“ seien nicht die Ursache für Sucht. „Das fängt viel früher an, das geht in der frühen Kindheit los – da gibt es einen Mangel an Zuwendung und Anerkennung“, glaubt er. Oft spielt Sucht schon bei den Eltern eine Rolle.

Auch Perspektivlosigkeit und das Gefühl, mit dem eigenen Leben nichts anfangen zu können, fördere die Sucht. „Wir glauben aber, dass das hier eine gewinnbringende Aktion ist, die die Schüler stark macht“, betont Ploeger-Lobeck.

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