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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Im richtigen Takt Leben retten

04.12.2019

Jever Vier Lehrkräfte reanimieren Übungsdummies per Herzdruckmassage. Und dazu erklingt laut „Staying alive“ von den Bee Gees – wo kriegt man das schon zu sehen? Dabei kommen die vier ordentlich ins Schwitzen.

Prüfen – Rufen – Drücken

Bei Herzstillstand sind drei Schritte wichtig: Prüfen – rufen – drücken.
 Dabei wird bei der betroffenen Person zunächst geschaut, ob sie noch atmet – prüfen.
 Es folgt der Notruf – rufen
 Dann beginnt die Herzdruckmassage – drücken.

Das Projekt „Schulen machen Schüler zu Lebensrettern: Prüfen – rufen – drücken“ ist ein gemeinsames Vorhaben der Gesundheitsregion Jade-Weser und wird durch das Land Niedersachsen gefördert. Dazu sollen möglichst alle weiterführenden Schulen in der Gesundheitsregion in die Lage versetzt werden ihren Schülern einmal pro Schuljahr eine entsprechende Unterrichtseinheit von 90 Minuten anzubieten.

Wenn die Maßnahmen der Basisreanimation von den Schülern gut beherrscht werden, sollen die Ersthelfer-Kenntnisse erweitert werden. Dazu gehören der Umgang mit einem Automatisierten Externen Defibrillator (AED) und das Erlernen von einfachen Techniken der Beatmung mit einer Beatmungsfolie.

Mignon Gagelmann, Imke Schipper, Gaby von Kampen und Edgar Weiß, Lehrer an der Elisa-Kauffeld-Oberschule in Jever haben sich von Maike Brötje, Projektkoordinatorin der Aktion gegen Herzkammerflimmern, zu Lebensrettern ausbilden lassen. Sie wissen nun, wie man einen Herzstillstand erkennt und wie man helfen kann. Das alles sollen sie nun den Mädchen und Jungen der Oberschule beibringen.

Alle drei Jahre werden die Erste-Hilfe-Kenntnisse der Lehrkräfte aufgefrischt. „Viel zu selten“, findet Mignon Gagelmann, Lehrerin für Deutsch und Kunst. „Es könnte öfter sein, denn je öfter man die Bewegungen übt, desto sicherer wird man.“ „Und es kann ja schließlich jederzeit passieren, dass einem jemand umkippt und man Erste Hilfe leisten muss“, sagt auch ihr Kollege Edgar Weiß, Lehrer für Mathematik und Sport.

Damit schon Kinder die Grundlagen der Ersten Hilfe begreifen, gibt es Übungspuppen: So brachte Maike Brötje aufblasbare Puppen namens „Mini Anne“ mit. Sie sind einfach aufblasbar und in weniger als einer Minute einsatzbereit.

Die beiden Schwierigkeitsstufen machen sie auch für Kinder besonders geeignet, die noch nicht so kräftig sind, dass sie fünf/sechs Zentimeter tief in den Korpus hineindrücken könnten. Ein Klicken gibt den akutschen Hinweis, dass man tief genug drückt. „Die Schüler sind dadurch hochmotiviert, Mini Anne zum Knacken zu bringen“, sagt Maike Brötje.

Bei den größeren Übungspuppen ist durch Sensoren das Ergebnis der Herzdruckmassage auf einem externen Gerät anzeigbar – Faktoren wie Drucktiefe und -Auslastung, Rhythmus und Häufigkeit zeigen dem Übenden, ob er die Massage richtig macht.

Mignon Gagelmann, Imke Schipper, Gaby von Kampen und Edgar Weiß waren gut gefordert: Zum Takt von „Stayin alive“ mussten sie zehn Minuten abwechselnd zwei Übungspuppen „am Leben erhalten“. Zehn bis 15 Minute gelten als Hilfsfristzeiten des Rettungsdienstes.

Warum „Staying alive“?

Der Bee Gee-Titel „Stayin’ Alive“, aber auch „Dancing Queen“ von Abba oder „Like A Prayer“ von Madonna geben Ersthelfern den passenden für Herzdruckmassage vor: Gemeinsam ist den Songs, dass sie zwischen 100 und 120 Beats pro Minute (BPM) haben – laut Studien kann mit der Frequenz von 100 bis 120 Druckbewegungen pro Minute oder etwa zweimal pro Sekunde der beste Blutfluss durch das nicht mehr pumpende Herzen erreicht werden. „Stayin Alive“ hat den Charme, dass der Titel besingt, worum es bei der Wiederbelebung geht.

„Sie haben alle ein gutes Rhythmusgefühl bewiesen“, lobt Schulleiterin Berta Paasman ihre Kollegen und freut sich über das Engagement. „Auf diese Weise können die Kinder auch spielerisch an das wichtige Thema herangeführt werden und sind dann umso motivierter, mitzumachen und vielleicht auch zu helfen“, weiß Maike Brötje.

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