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NWZonline.de Region Friesland Bildung

„Einmalig und nur in Jever“

25.10.2018

Jever Ungläubigkeit und Riesen-Bedauern hat die Ankündigung von Anika Gräßner-Weber in Jever ausgelöst: Wie berichtet, wird sie ihre private Kinderkrippe „Sonnenkäferhaus“ zum 31. Juli 2019 schließen. „Ihr wart und seid noch ein Leuchtturm in Friesland“, kommentierte eine Jeverländerin die Nachricht.

Für 40 Kinder aus Jever schafft die Stadtverwaltung nun Platz in Kindergärten und Krippen: Unter anderem wird der geplante neue Kindergarten am Schurfenser Weg direkt um eine Gruppe erweitert: Statt für drei Gruppen wird es dort ab Herbst Platz für zwei Krippen- und eine Kindergartengruppe geben.

„Wir sind sehr dankbar, dass uns Anika Gräßner-Weber so frühzeitig über ihre Entscheidung informiert hat“, sagt Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers. Denn so ist ausreichend Zeit, für alle Kinder einen Betreuungsplatz zu finden.

Insgesamt werden im Sonnenkäferhaus an der Sophienstraße 62 Kinder betreut – von sieben Monaten bis fünf Jahre. 13 Mitarbeiterinnen sind dort in der Betreuung eingesetzt, hinzu kommen sechs Azubis, eine Mitarbeiterin im Rahmen des GPS-Projekts „Vielfalt leben“ und Hauswirtschafterin, Hausmeister und Reinigungskraft. Das zeigt: „Aus dem kleinen Sonnenkäfer ist ein großer Käfer geworden“, sagt Anika Gräßner-Weber. Die Organisationsleistung – neben flexiblen Betreuungszeiten sechs Tage pro Woche auch Ferienbetreuung –, aber auch zusätzliche Aufgaben und Projekte haben im Lauf der Jahre immens zugenommen. „Trotz meiner großartigen Mitarbeiterinnen und meines tollen Ehemanns gehen mir nach zwölfeinhalb Jahren die Kräfte langsam aus“, sagt die 43-Jährige.

Und deshalb setzt sie nun den Schlusspunkt unter das Sonnenkäferhaus und wird sich beruflich ganz neu orientieren. Den Betrieb einfach wieder zu verkleinern, „das würde ich nie übers Herz bringen: Meinen Mitarbeiterinnen mitzuteilen, wer von ihnen gehen muss, oder den Eltern zu sagen, wer sich eine andere Betreuung suchen muss“, sagt Anika Gräßner-Weber.

Ein weiterer Grund, den Schlusspunkt zu setzen, ist die Finanzierung der privaten Kindertagesstätte: Das sei von Anfang an eine Herausforderung gewesen, „denn ich bin einfach viel mehr Pädagogin als Geschäftsfrau – ich wollte Eltern finanziell nie zu stark belasten“, sagt Gräßner-Weber. Doch alles Herzblut und aller Verzicht ihrerseits lösen das Problem nicht: Nebenkosten, Löhne und Gehälter, Versicherungen – alles wird teurer. Hinzu kommen stetig neue Auflagen und Vorschriften, die zu erfüllen sind.

Und auch die Kindergarten-Beitragsfreiheit spielt mit hinein. „Noch gibt es Eltern, die ihre Kindergartenkinder bei uns betreuen lassen und bereit sind, dafür zu zahlen, weil ihnen unsere Flexibilität wichtig ist“, sagt Anika Gräßner-Weber. Doch es sei natürlich nicht absehbar, wie lange diese Bereitschaft anhält.

Auch Bürgermeister Albers bedauert das Aus des Sonnenkäferhauses: „Das war eine perfekte Ergänzung des Betreuungsangebots für Jever – so flexibel, wie wir es nie werden bieten können. Das Sonnenkäferhaus wird uns fehlen.“ Er richtete auch Lob vom Landesjugendamt aus: „Eine solche Einrichtung gibt es nur einmal: in Jever“, hat er von dort gehört. Die Stadt verhandelt zurzeit mit dem Landesjugendamt über eine übergangsweise Nutzung des Gebäudes zur Kinderbetreuung.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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