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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Kleine Geste wird großer Erfolg

28.11.2015

Zetel „Das ist ja meiner!“ Aufgeregt stößt ein Junge im Publikum seinen Sitznachbarn mit dem Ellenbogen in die Seite. Er hatte „sein“ Kuscheltier erkannt, das nun ein kleiner Flüchtlingsjunge an Bord der deutschen Fregatte „Schleswig Holstein“ im Arm hält. Gebannt folgten die Schüler des Lothar-Meyer-Gymnasiums an der Außenstelle Zetel am Freitag dem Filmvortrag in der Aula. Der Beitrag war von der Marine eigens für sie gedreht worden.

Der Plüsch-Donald-Duck stammt aus den Spenden, die die Jungen und Mädchen des LMG vor den Sommerferien gesammelt hatten. Initiiert wurde das Projekt von Mia (10) und Tim Rix (12), deren Vater Erster Offizier an Bord des Kriegsschiffes ist, das am 1. Juni zum Einsatz ins Mittelmeer ablegte, um Flüchtlinge zu bergen. Erst am 7. November kehrten die 249 Soldaten in ihren Heimathafen zurück (die NWZ  berichtete). In dieser Zeit hatten sie 4000 Menschen, darunter 390 Kinder, aus Seenot gerettet.

„Unsere Mutter hatte uns erklärt, dass viele der Kinder auf der Flucht ihre Eltern verloren haben und nichts mehr haben, woran sie sich festhalten können“, sagte Mia. Schnell hatte sie die Idee, ihrem Vater einige ihrer Kuscheltiere mitzugeben. Dann kam aber alles ganz anders.

Sie und ihr Bruder wandten sich an die Schulleiterin in Zetel, Sabine Kathmann. „Um noch mehr Kuscheltiere auftreiben zu können, sollte die ganze Schule mitmachen“, sagt Tim: „Und dann durften wir Zettel in allen Klassen verteilen.“ Der Erfolg war riesig. In der Pausenhalle wurden zwei Kisten aufgestellt, die wöchentlich geleert wurden. „Es sind über 150 Stofftiere zusammengekommen.“

Die Geschwister haben alle sortiert, gewaschen und zusammen mit ihrer Mutter kurz vor dem Ablegen des Schiffes nach Wilhelmshaven gebracht. „Das war eine sehr tolle Geste“, bedankte sich am Freitag der Kommandant Marc Metzger persönlich bei den Schülern. Er berichtete von leuchtenden Augen der Kinder, als diese nach ihrer Rettung aus überfüllten Holz- und Gummibooten auf dem Mittelmeer die Kuscheltiere überreicht bekommen haben. Vor allem die Berichte über das Elend der Menschen beeindruckte die Schüler sehr.

„Kein anderes an dem Einsatz beteiligtes Schiff hatte Kuscheltiere an Bord. Die waren ganz schön neidisch“, berichtete der Fregattenkapitän. Und das Beispiel machte Schule. „In Köln, Berlin und Kiel wurden ebenfalls Sammelaktionen gestartet“, sagt Marc Metzger. Mittlerweile gehören die Kuscheltiere zur Standard-Ausrüstung bei Einsätzen zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. „Darauf könnt ihr stolz sein.“

„Sind wir auch“, sagten Mia und Tim Rix, blieben dabei aber sehr bescheiden: „Wir sollten damit aber nun nicht angeben.“ Vielmehr wollen sie die Kinder anderer Schulen motivieren, auch mitzumachen.

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