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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Jubiläum: Koksheizung und Wasserklosett

26.07.2014

Als 1939 die Schule in Cleverns „Am Friesenwall“ eröffnet wurde, lag sie noch an einem Sandweg. Erst 1974 wurde der Weg Am Friesenwall benannt. Die Grundstücke entlang der Straße waren nicht bebaut, nur am Ende gab es die kleine Landstelle von Hinrich und Adolf JanßenAdi Ohm genannt. Eine offizielle Einweihung hat es für die Schule nicht gegeben, weil zu dieser Zeit der Krieg begann.

Ebenfalls 1939 wurde auch die Schule in Möns eröffnet – sie wurde im selben Stil wie die Clevernser Schule gebaut und bis 1968 als Schulgebäude genutzt. Beim Ausschachten der Baugrube für den unterkellerten Gebäudeteil, der zugleich als Luftschutzbunker dienen sollte, entdeckten die Bauarbeiter damals „olle Pött“. Hauptlehrer Gerhard Fokuhl informierte die Denkmalbehörde, die feststellte, dass dort ein altes Gräberfeld liegt.

Gräberfeld entdeckt

1972 und 1975 wurde erneut gegraben – das frühmittelalterliche Gräberfeld mit Siedlungsstellen gab Aufschluss über die Besiedlung von Cleverns vom 5. bis 9. Jahrhundert.

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Doch das Schulleben in Cleverns – das Dorf gehörte 1933 bis 1948 zur Großgemeinde Oestringen mit Sitz in Schortens – begann nicht erst mit dem Gebäude am Friesenwall: Zuvor war die Schule an der Dorfstraße zu finden – im heutigen evangelischen Gemeindehaus. Nach dem Umzug der Volksschule 1939 an den Friesenwall war zunächst eine Stellmacherei eingerichtet worden und in das Lehrerwohnhaus, das die Kirche erwarb, zog Pastor Duwe ein, der bislang in der Pastorei in Sandel wohnte.

Die neue Schule war ein moderner Bau mit Koksheizung, Duschen, Wasserklosetts und fließendem Wasser – ein „stattlicher Bau“, der den Bedürfnissen der Gemeinde und Schule auf Jahrhunderte gerecht werden sollte. Zum neuen Schulgebäude gehörten zwei Klassen, ein Mehrzweckraum im Obergeschoss und zwei Lehrerdienstwohnungen. Im ersten Kriegsjahr 1939 war sogar angedacht, in der Schule ein Notlazarett einzurichten – dazu kam es nie.

Mit dem Kriegsende kamen viele Flüchtlinge, die in ehemaligen Baracken des Reichs-Arbeits-Dienstes in Cleverns und Rahrdum untergebracht wurden. In einer dieser Baracken auf dem heutigen Rist in Rahrdum wurde eine zusätzliche Schule für Kinder des 1. bis 4. Schuljahrs eingerichtet, weil Schulraum in Cleverns fehlte. Die 1948 gegründete Gemeinde Cleverns-Sandel, ein Zusammenschluss der vor 1933 selbstständigen Gemeinden Cleverns und Sandel-Möns, erweiterte die Schule 1954 um zwei Klassen und eine Veranstaltungsbühne. Der Turnhallenbau einschließlich des Schulumbaus erfolgte 1984. In den Jahren 2009/2010 wurden Schule und Turnhalle saniert, erweitert und ein neuer Kindergarten angebaut.

Wie viele andere Schulen auch, spiegelt die Schule in Cleverns eine Zeitepoche wieder. Das Lehrerkollegium – Lehrer wohnten selbstverständlich dort, wo sie unterrichteten – war Kulturträger im Dorf. Lehrer genossen wie die Pastoren einen besonderen Status in der Dorfgesellschaft und hatten ein hohes Ansehen. Erntefeste mit Darbietungen der Schulkinder, Maifeiern, Singen zu besonderen Jubiläen und Anlässen gehörten zum obligatorischen Aufgabenbereich. Mit der allgemeinen Schulreform und dem Abzug der Klassen 5 bis 8 nach Jever wurde die Volksschule 1968 Grundschule.

Die Schule „Am Friesenwall“ hat viele Schülerinnen und Schüler kommen und gehen sehen. Gleiches gilt für die Lehrerinnen und Lehrer. Viele alteingesessene Clevernser wissen Anekdoten und Geschichten zu erzählen. In ihren Jugenderinnerungen, gepaart mit dörflichem Stolz, erzählen sie von einer Schule, in der die Schüler auf einem großen Freigelände fröhlich spielen konnten – bis heute.

Erinnerung an Lehrer

In Erinnerungen genannt werden Hauptlehrer Gerhard Lüken, die Lehrer Heinz Buttjes, Gerd Wolke und Lieselotte Zumach, die mit ihrem pädagogisch-menschlichen und fordernden Einsatz als langjährige Lehrkräfte die Schule in Cleverns zu einer „Exzellenz-Schule“ machten, deren Abgänger bei Ausbildungsbetrieben begehrt waren. Viele verließen die Schule mit herausragendem Wissen und schafften über den zweiten Bildungsweg in kürzester Zeit das Kapitänspatent, wurden Naturwissenschaftler und Spitzenbeamte.

Eine nach vorne gewandte Schule sei es gewesen, erzählen alteingesessene Clevernser wie Christian Hinrichs, Gerold Lüken und Karl Friedrichs. Man sei respektvoll miteinander umgegangen, insbesondere mit den Lehrern. Dem Zeitstil entsprechend waren die Lehrer „in Schlips und Kragen“ gekleidet. Sie trugen im Unterricht vor und die Schüler hatten zu parieren. Der Einsatz des Rohrstocks oder die „Backpfeife“ gehörten zu den erzieherischen Maßnahmen.

In den von der Schüler-Redaktion „Kleeblatt“ zusammengestellten Impressionen zu 75 Jahre Schule „Am Friesenwall“ gibt es für die Festgäste einiges wiederzuentdecken.

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