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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Umfrage: Küstenkinder nur noch bedingt wassertauglich

07.06.2017

Jeverland Die Nordsee gleich vor der Haustür, dazu mehrere Freibäder und Badeseen in den Städten und Gemeinden im Jeverland plus drei Hallenbäder in der Nähe. Genug Auswahl an Badeorten und Schwimmgelegenheiten, könnte man meinen. Und dennoch: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen im Jeverland, die nicht oder nicht gut schwimmen können, steigt. Und es gibt auch viele Erwachsene, die nie schwimmen gelernt haben. Das hat eine Umfrage der NWZ unter den Schwimmmeistern und DLRG-Vertretern am Dienstag im Jeverland ergeben.

Kein Schwimmunterricht

Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat am Dienstag in Hannover alarmierende Zahlen präsentiert: Laut einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der DLRG kann heute jedes zweite Grund­­schulkind nicht sicher schwimmen. Auch rund ein Viertel der Erwachsenen seien Nichtschwimmer.

Die Schwimmfähigkeit lässt sich für das Jeverland in absoluten Zahlen nur schwer festmachen, sagt etwa Bernd Wilkens von der DLRG Schortens-Jever. Tatsache sei aber, dass im DLRG-Ortsverband immer weniger oder gar kein Schwimmunterricht erteilt wird und dass laut Beobachtungen der DLRG heute weniger Kinder und Jugendliche sicher schwimmen können. Bäderschließungen verschärften die Misere.

So hat vor einigen Jahren das Lehrschwimmbecken in Sande geschlossen. Dort lernten Generationen von Grundschülern das Schwimmen. Für eine Sanierung oder einen Neubau fehlte der Gemeinde allerdings das Geld. Immerhin: Sande bietet seitdem Kindern ab fünf Jahren in den Sommer- und Herbstferien kostenlose Schwimmkurse an. 40 Plätze stehen dafür im Sommer zur Verfügung, 20 sind es im Herbst. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Sebastian Janßen von der Gemeindeverwaltung Sande. Geschwommen wurde anfangs im Aqua Toll in Schortens. Doch das ehemalige Freizeitbad ist wegen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten inzwischen selbst seit mehr als zwei Jahren geschlossen. Seitdem weicht Sande auf das Nautimo in Wilhelmshaven aus.

Durch die vorübergehende Schließung des Aqua Toll entfällt für bereits zwei Schuljahrgänge der Schwimmunterricht. Auch Schulen aus Jever und Sande verzichten daher auf Schwimmunterricht, da die Anfahrtswege zu weit und die übrig bleibenden Wasserzeiten in den Bädern der Umgebung den Aufwand kaum mehr lohnen.

Die Schließung des Aqua Toll bekommt auch die Schwimmsparte des Heidmühler FC schmerzhaft zu spüren. Einst 300 Mitglieder stark, sind es heute nur noch halb so viele aktive Schwimmer, berichtet Spartenleiter Siggi Hirsch: „Nachwuchs kommt nicht mehr. Und diejenigen, die nun wegbleiben, sind leider diejenigen, die es nötig hätten.“ Hirsch zufolge seien auch viele Erwachsene unsichere Schwimmer. Der Verein plant daher für den Herbst einen Schwimmkursus für Erwachsene in Wilhelmshaven.

Trotz Sonne wenig Gäste

Doch es liegt nicht nur an fehlenden Bädern und somit weniger Schwimmausbildungsstätten. Auch die langen Schulzeiten mit Unterricht bis in die Nachmittagsstunden oder das veränderte Freizeitverhalten seien Ursachen dafür, dass weniger Kinder und Jugendliche ins Freibad gingen. Selbst über Pfingsten mit sommerlichen Temperaturen war der Freibadbesuch im Jeverland eher durchwachsen, sagt Schortens’ Bäderleiter Peter Kramer. Sogar der freie Eintritt lockt bislang nicht mehr Besucher ins Bad. „Der Anteil der Nichtschwimmer steigt“, hat auch Peter Kramer registriert. Der Zuzug der Flüchtlinge hat die Lage nochmals verschärft, denn viele von ihnen haben ebenfalls nie schwimmen gelernt

Tragische Badeunfälle blieben bisher dennoch die Ausnahme: Den letzten hat es 2015 im Freibad Heidmühle gegeben. Dort ertrank ein junger Afrikaner.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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