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NWZonline.de Region

Mit Plattdeutsch Herzen öffnen

10.03.2016

Varel „Wie geiht di dat?“ Wenn die Altenpflegeschülerin Annette Stoffel ihre Senioren im Altenpflegeheim Osterforde auf Plattdeutsch begrüßt, hat sie sie sofort auf ihrer Seite. Gelernt hat sie Plattdeutsch in der Berufsfachschule Altenpflege in Varel. Seit einem Jahr steht dort Plattdeutsch auf dem Stundenplan der angehenden Altenpfleger, jetzt fand dort erstmals eine zweitägige Klausurtagung zum Thema „Plattdeutsch in der Pflege“ statt.

„Wir stellen fest, dass Plattdeutsch in der Pflege ein Türöffner ist“, sagt Almuth Lange, die den Altenpflegeschülern in zwei Stunden in der Woche Plattdeutsch beibringt. Seit einem Jahr gibt es den Plattdeutschunterricht an der Berufsfachschule Altenpflege. „Die Schülerinnen haben die Initiative ergriffen weil sie in ihrem Arbeitsalltag festgestellt haben, wie wichtig es ist, mit den alten Menschen in ihrer Mundart sprechen zu können.

Das hat die Berufsschule Varel erkannt und schult die angehenden Altenpfleger. „Wir nehmen eine Vorreiterrolle ein“, sagt Almuth Lange. Um das Thema zu intensivieren, hat die Schule jetzt Experten eingeladen, die zwei Tage lang mit den Schülern Platt sprechen. Am Dienstag war Hans Meinen, Plattdeutschbeauftragter aus der Wesermarsch, an der Schule und hat den angehenden Altenpflegern plattdeutsche Geschichten erzählt und mit ihnen eine friesische Teestunde zelebriert.

Gleich drei Experten brachten den Schülern Platt am Mittwoch nahe: Frieslands Plattdeutschbeauftragter Wolfgang Busch, Maike Sönksen, Beraterin für „Die Region und ihre Sprachen“ der Landesschulbehörde, und Anne Oltmanns, Altenpflegerin aus Nordenham.

„Plattdeutsch in der Pflege erlebt einen Aufschwung“, berichtete Maike Sönksen, und Wolfgang Busch weiß auch, warum: „Gerade bei dementen Senioren ist es sinnvoll, Platt mit ihnen zu sprechen, sie erinnern sich dann wieder an viele Dinge“. Er gab den Schülern im Rollenspiel Tipps fürs Platt sprechen. „Wir müssen davon wegkommen, dass Platt dumm klingt“, sagt Wolfgang Busch.

Gute Dienste leistet den Altenpflegeschülern in der Praxis das Wörterbuch „Plattdeutsch in der Pflege“, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft, dem Landkreis Oldenburg und den BBS des Landkreises Oldenburg. In dem kleinen Buch stehen alle wichtigen Redewendungen für den Pflegealltag. „Se bruckt doch nich bang wäsen“ lernen die Schüler ebenso wie „Börst de Mors beten an“.

Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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