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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Ausbildung: Nach Lehramtsstudium droht Hartz IV

06.07.2013

Varel /Oldenburg Nach dem Aufstehen schaltet Bahattin Aslan als Erstes seinen Computer an. „Mit klopfendem Herzen“, gesteht der 36-Jährige. Auf der Internetseite des Landes Niedersachsen sucht er nach einer neuen Stellenausschreibung an einer Allgemeinbildenden Schule. Bisher verschickte der Lehramtsanwärter, der sein Referendariat an der Oberschule Varel absolvierte, 25 Bewerbungen an Schulen in Niedersachsen, Bremen und Hamburg. Auf eine Zusage hoffte Aslan, den die NWZ -Leser und eine prominent besetzte Jury vor einem Jahr zum Oldenburger des Jahres wählten, bislang vergebens. Wenn sich bis Ende August nichts ergibt, droht dem engagierten Mann Hartz IV.

„Ich wäre auf jeden Fall gerne in Varel geblieben“, sagt Aslan. Bis Juni dieses Jahres arbeitete er an der Oberschule. Doch noch kann er hoffen: „Es ist noch nicht ganz sicher, ob ich nicht doch noch zurückkehren kann.“ Schulleiterin Irmgard Schläger habe sich sehr für ihn stark gemacht, sagt der 36-Jährige. Für ihn sei sogar eine weitere Lehrerstelle beantragt worden. Ob das Kultusministerium die benötigten zusätzlichen Mittel frei gibt, sei allerdings offen.

Der im Südosten der Türkei geborene Aslan kam im Alter von 17 Jahren als politisch Verfolgter nach Deutschland. Nach einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker holte der Kurde am Oldenburg-Kolleg sein Abitur nach. Schon damals und später während des Studiums und des Referendariats zeigte sich sein umfangreiches soziales Engagement.

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An der Oberschule in Varel organisierte er unter anderem ein Migrantenfrühstück, bei dem Eltern mit Migrationshintergrund sowie deutsche Eltern ins Gespräch kamen. Bei der städtischen Agentur Ehrensache in Oldenburg half er beispielsweise als ehrenamtlicher Bildungspate anderen, im Schulsystem und darüber hinaus klarzukommen.

Derzeit muss er aber selbst mit seiner Lebenssituation klarkommen. Die Prüfung legte der Lehramtsanwärter zwar mit der Note 1,9 ab, für eine Einstellung als Haupt- oder Realschullehrer reichte es aber nicht. Mit den Fächern Politik, Geschichte, Erdkunde und Wirtschaft konnte er offenbar nicht punkten. Ähnlich erging es seinen Kommilitonen. Von 44 Lehramtsanwärtern hätten erst 15 eine Stelle.

Nach dem Referendariat hatte sich Bahattin Aslan auf die neue Herausforderung gefreut. „Schön wäre eine Schule, die von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besucht wird. Da könnte ich meinen kulturellen Hintergrund gut einbringen“, schildert der ehemalige Vorsitzende des Stadtjugendrings Oldenburg seine Wunschvorstellung.

Wenn die Sommerferien zu Ende gehen, wird das Mitglied im städtischen Integrationsausschuss nach aktuellem Stand ohne Job dastehen. Die Absagen seien in den wenigsten Fällen begründet worden. Und nur in drei Fällen erhielt Aslan nach eigenen Angaben seine Bewerbungsunterlagen zurück. Dennoch bleibt er zuversichtlich. „Vielleicht habe ich noch eine Chance, wenn im August Vertretungslehrer eingestellt werden.“ Bis dahin könnte auch feststehen, ob er nach Varel zurückkehren kann. Gedanken an eine drohende Arbeitslosigkeit will er erst gar nicht aufkommen lassen. Aslan: „Ich möchte mein erlerntes Wissen nun auch anwenden. Falls es an einer Allgemeinbildenden Schule nicht klappt, bewerbe ich mich im nächsten Schritt an einer Privatschule oder bei einem Bildungsträger.“

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Rainer Dehmer Oldenburg / Redaktion Oldenburg
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