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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Ein Manhattan voller Musik

22.05.2019

New York /Zetel Unglaublich, wie die Zeit verfliegt – schon ist mein erstes College-Jahr an der Manhattan School of Music (MSM) vorbei. Zwar sind erst neun Monate vergangen, seit ich als Erstsemester, also als „Freshman“, ein Zimmer im Studentenwohnheim der MSM, der Andersen Hall, bezogen habe. Aber ich fühle mich schon richtig heimisch dort.

Es kommt mir auch so vor, als würde ich meine Freunde dort schon seit langem kennen. Dadurch, dass wir so dicht zusammenleben, teilen wir sehr viel miteinander; wir sitzen gemeinsam in den Vorlesungen, lernen und essen zusammen, unterstützen uns beim Üben – und haben auch immer wieder spontane Zimmerpartys. Außerdem musizieren wir auch sehr viel miteinander, zum Teil in verschiedenen Kammermusikgruppen, die zum Studium dazugehören, zum Teil auch zum Einstudieren von Werken für den Hauptfachunterricht.

Mit unseren Kammermusikensembles spielen wir häufig Konzerte in Recitals, und mit meiner türkischen Freundin habe ich Anfang April bei einem International-Students-Concert mitgewirkt. Das Konzert wurde auch per Livestream übertragen. Das ist in Amerika üblich, darum müssen wir uns sehr schnell an eine größere Öffentlichkeit gewöhnen; mittlerweile merke ich das gar nicht mehr.

Die Vorlesungen in Gehörbildung, Musiktheorie, Musikgeschichte und Literaturgeschichte sowie der Klavierunterricht sind natürlich weiterhin zeitintensiver Studienbestandteil. Mit den regelmäßigen Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitungen sind wir alle ganz gut beschäftigt.

Schlosskonzerte

Zwei Konzerte gibt Eliane Menzel in Neuenburg: Am Dienstag, 28. Mai, und Mittwoch, 29. Mai, beginnen die Konzerte jeweils um 19.30 Uhr im Neuenburger Schloss. Karten können unter Tel. 04453/935299 oder per Mail an kultur@zetel.de vorbestellt werden.

Wir Klassik-Studenten müssen auch jedes Semester an Orchesterprojekten teilnehmen. Dieses Semester habe ich mitgemacht beim Galakonzert zum 100-jährigen Bestehen der MSM, das in der Carnegie-Hall stattfand. Auf der Bühne dieses weltberühmten Konzerthauses zu sitzen, war schon ein schönes Gefühl!

Neben dem Unterricht bei Pinchas Zukerman, der für mich immer ganz besonders ist, gab es dieses Semester auch einen absoluten Höhepunkt: Im März wurde ein Konzert veranstaltet zur Feier des 70. Geburtstages von Zukerman und gleichzeitig zum 25. Jubiläum seines Unterrichtsprogramms „Zukerman Performance Program“, in dem ich ja auch studiere. Anlässlich dieses Doppeljubiläums kamen viele ehemalige Zukerman-Studenten aus aller Welt zusammen, die dann mit uns aktuellen zusammen ein Orchester bildeten. Es war besonders für mich als aktuell jüngste Studentin höchst beeindruckend und ein unvergessliches Erlebnis, dabeisein zu dürfen und sogar mit meinem Lehrer gemeinsam auf der Bühne zu musizieren. Das werde ich bestimmt nie vergessen!

In der Woche waren meine Eltern gerade zu Besuch in New York. Es war natürlich für sie und auch für mich ganz besonders toll, dass sie dieses absolut einmalige, sensationelle Konzert miterleben konnten. Ich habe mich auch sehr gefreut, ihnen bei dieser Gelegenheit mal ein bisschen von „meiner“ spannenden Stadt zeigen zu können. In einer Woche kann man ja längst nicht alles sehen, aber sie waren schon ziemlich beeindruckt. Wir waren auch zusammen in einer hervorragenden „Tosca“-Aufführung der Metropolitan Opera sowie in einigen der gigantischen Museen. Wir Studenten müssen dort nur einen Dollar zahlen. Das ist wirklich toll, denn darum war ich natürlich auch mit meinen Freunden schon häufiger im Museum.

Und da man allein im Metropolitan Museum schon Tage zubringen kann, wenn man alles sehen will, hat man durch die günstigen Preise auch tatsächlich die Möglichkeit, sich so nach und nach vieles anzuschauen. Auch in der Met oder der Carnegie Hall sind wir oft – es gibt ja so viele fantastische Aufführungen zu erleben, und als Studenten bekommen wir sehr günstige Tickets. Darum sind in den Konzerten und der Oper auch immer sehr viele junge Leute. So habe ich z.B. im März die Wiener Philharmoniker in der Carnegie Hall gehört, die ich vorher noch nie live erlebt hatte.

Mein erstes College-Jahr dort ist also nun vorbei, und das nächste beginnt im September. Dazwischen habe ich einen spannenden Sommer vor mir. Denn in Amerika ist es üblich, dass Musikstudenten im Sommer an mehrwöchigen „Summer Programs“, also Meisterkursen mit renommierten Lehrerpersönlichkeiten, teilnehmen. Ich bin dieses Jahr im Juni wieder zum mittlerweile dritten Mal bei Zukermans „Young Artists Program“ in Ottawa dabei. Von dort aus fliege ich für sechs Wochen nach Virginia/USA, denn ich darf an dem sehr bekannten „Heifetz International Music Institute“ teilnehmen. Dafür bewerben sich Hunderte junge Musiker aus aller Welt. Unter rund 70 Teilnehmern im Fach „Streichinstrumente“ bin ich die einzige aus Deutschland, und ich bin sehr froh, dass ich ausgewählt wurde! Erstmal komme ich aber für zwei Wochen nach Hause. Und natürlich nehme ich sehr gern die Gelegenheit wahr und musiziere gemeinsam mit meinem Vater und Maria Conti Gallenti im Neuenburger Schloss.

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