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NWZonline.de Region Friesland Bildung

„Niederdeutsche Sprache ist in Gefahr“

18.03.2009

VAREL Hilferuf aus Friesland zum Erhalt der niederdeutschen Sprache an Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann. „Die niederdeutsche Sprache ist in höchster Gefahr“, schreiben Wolfgang Busch (Varel) und Georg Schwitters (Schortens). Die Beauftragten für die niederdeutsche Sprache im Landkreis Friesland fordern, Plattdeutsch in den Lehrplänen des Landes Niedersachsen zu verankern. Seit den 1950er Jahren sei die niederdeutsche Sprache in immer größere Bedrängnis geraten. Immer weniger Kinder würden ihre „Muttersprache“ sprechen, weil viele Eltern in Anbetracht der negativen Haltung der Schule resigniert hätten.

Grundschüler lesen vor

So lernen auch die Kinder der Grundschule an der Hafenstraße in Varel, die am Plattdeutsch-Wettbewerb der Oldenburgischen Landschaft teilnehmen, von ihren Eltern kein Plattdeutsch. Sie kennen die Sprache von ihren Großeltern. Merle Perwas, Laura Cordes, Julia Dippmann und Vanessa Franz aus dem dritten und vierten Schuljahr haben sich der Herausforderung gestellt. Zuvor war Wolfgang Busch in der Schule, las mehreren Kindern auf Plattdeutsch vor und übte speziell mit den vier Mädchen den plattdeutschen Text, den sie am Montag vor den Mitschülern vorlasen. Neben Busch gehörten noch Heimatvereins-Vorsitzender Hans-Georg Buchtmann sowie Anja Leuk-Emden, die Mutter einer Grundschülerin, zur Jury. Zur Belohnung erhielten die vier Kinder jeweils eine Urkunde und zwei ein plattdeutsche Bücher. Laura (Klasse 4) und Vanessa (Klasse 3) werden die Schule demnächst beim Kreisentscheid in Jever vertreten.

Die „Hafenstraße“ ist die einzige Grundschule in Varel, die am Plattdeutsch-Vorlesewettbewerb teilnahm. Rektorin Regina Mattern-Karth möchte bei den Kindern die Begeisterung für die niederdeutsche Sprache wecken. „Unser Ziel ist eine Plattdeutsch-AG“, sagt sie.

Nach Ansicht von Wolfgang Busch beantworten die Politiker die Hilferufe immer nur mit beschwichtigenden Zusagen. Dabei kämen die Hilferufe aus allen Teilen Niedersachsens. Das bis heute beste Ergebnis sei noch die EU-Charta für die Regional- und Minderheitensprachen. „Doch Zusagen alleine helfen nicht“, meint Busch. „Die EU-Charta ist nutzlos, wenn die Politiker sie nicht ernstnehmen.“ Er kritisiert, dass Niedersachsen noch nicht einmal den Schutz des Kulturgutes „niederdeutsche Sprache“ in der Verfassung hat. Es könne Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zum Vorbild nehmen.

Landkreis fördert Sprache

Der Landkreis Friesland hat sich zu der EU-Charta bekannt und fördert Niederdeutsch. Ausdruck dafür sind unter anderem die Plattdeutsch-Beauftragten Busch und Schwitters. „Unser Bemühen ist es, den Menschen die für Norddeutschland gleichrangige Bedeutung des Niederdeutschen ins Gedächtnis zu rufen“, erklärt Busch. „Wir erfahren in den Schulen jedoch Hemmnisse, die in den Lehrplänen begründet sind.“ Die Schulen seien aber der Schlüssel für den Bestand der norddeutschen Zweitsprache. Nur wenn Eltern und Kinder erführen, dass Niederdeutsch von den für Bildung zuständigen Personen in Niedersachsen durch entsprechende Lehrpläne anerkannt wird, bleibe auch die eigene Wertschätzung für Plattdeutsch erhalten.

Derzeit werde die niederdeutsche Sprache im Unterrichtsfach Deutsch „nur noch unter verschiedene Herkunftssprachen betrachtet“, aber nicht gefördert, so Busch. „Die niedersächsischen Lehrpläne werden Buchstaben und Geist der EU-Charta für Regional- und Minderheitensprachen nicht nur nicht gerecht, diese Missachtung wird von uns Niederdeutschen als Dolchstoß empfunden.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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