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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Politik Fordert Mehr Zeit: 3291 Unterschriften für die Oberschule Obenstrohe

06.11.2019

Obenstrohe Am Nachmittag hatten bereits etliche Schüler der Oberschule Obenstrohe bei einer Demonstration vor der Schule ihren Unmut über die Schließungspläne ihrer Schule kundgetan, am Abend gab es in der Aula der Schule außerdem noch eine Infoveranstaltung, bei der deutlich wurde, wie groß die Unterstützung für die Schule unter den Obenstrohern ist. Es waren nicht nur Schüler mit ihren Eltern und Lehrer dabei, sondern auch zahlreiche ehemalige Schüler. Die Aula war voll, laut Schulleiterin Bettina Vogt waren es mehr als 500 Gäste. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte Marcus Dammann vom Elternrat der Oberschule.

Warum soll die Oberschule geschlossen werden?

Vorrangigster Grund sind die geringen Schülerzahlen. Oberschulen in Niedersachsen müssen mindestens zweizügig sein, die prognostizierten Zahlen weisen die OBS Obenstrohe aber dauerhaft als einzügige Schule aus. Als weitere Gründe führt die Kreisverwaltung zudem an, dass die Oberschule keinen didaktischen Leiter und keine Fachbereichsleiter hat. Somit sei eine „nachhaltige Qualitätsentwicklung“ der Schule nicht möglich. Außerdem hätten die Lehrer so kaum berufliche Aufstiegschancen. Laut Bettina Vogt gibt es aber an vielen Oberschulen weder didaktische Leiter, noch Fachbereichsleiter. Darüber hinaus argumentiert die Verwaltung, werde das Lehrangebot mit sinkenden Schülerzahlen schrumpfen.

Laut Erster Kreisrätin Silke Vogelbusch, die bei der Veranstaltung zu Gast war, muss die Verwaltung entsprechende Maßnahmen ergreifen, um die Gesetze des Landes einzuhalten. Demnach muss eine Zweizügigkeit für die nächsten zehn Jahre nachgewiesen werden.

Wie werden die Schülerzahlen prognostiziert?

Um vorhersagen zu können, wie viele Schüler die Oberschule Obenstrohe besuchen werden, wird das so genannte Hildesheimer Modell zusammen mit den Bevölkerungszahlen der Kommunen als Berechnungsgrundlage angewendet. Keine Berücksichtigung finden Inklusionskinder, die wegen des erhöhten Betreuungsbedarfs in den Schülerzahlen doppelt zählen. An der Oberschule Obenstrohe werden derzeit 40 Schüler mit Förderbedarf unterrichtet. Unberücksichtigt bleiben auch Schüler, die zuerst das Gymnasium besuchen, dann aber doch auf die Oberschule wechseln.

Wie viel das ausmachen kann, zeigt sich im Vergleich des aktuellen Schuljahrs mit dem vorherigen: 2018/19 kamen 17 Schüler in die fünfte Klasse der Oberschule Obenstrohe. Mittlerweile sind die Fünftklässler von damals in der sechsten Klasse. Ihre Zahl hat sich von 17 auf 31 erhöht. Insgesamt war die Zahl der Schüler an der OBS Obenstrohe in diesen beiden Jahren auch nicht rückläufig, sondern sie hat sich sogar von 227 auf 245 Schüler erhöht.

Wie soll die Schulschließung ablaufen?

Dem Vorschlag zufolge sollen ab dem nächsten Schuljahr keine Anmeldungen in Obenstrohe mehr möglich sein, die Kinder müssten dann zur Oberschule an der Arngaster Straße in Varel. Die Schüler, die bereits an der OBS Obenstrohe sind, können dort noch ihren Abschluss machen, die Schule läuft einfach aus. Das Gebäude soll dann für die Heinz-Neukäter-Schule zur Verfügung gestellt werden. Dabei handelt es sich um eine Förderschule mit dem Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.

Gibt es Alternativen zur Schließung der OBS?

Vonseiten der Kreisverwaltung ist das bislang der einzige Vorschlag. Das wird von den Schließungsgegnern auch kritisiert – zumal die Frage aufgeworfen wurde, warum man nicht darüber diskutiert, Büppel wieder dem Einzugsbereich der Oberschule Obenstrohe zuzurechnen und nicht der Oberschule an der Arngaster Straße. Das hatte die Schule bereits vor zwei Jahren beantragt, der Antrag wurde abgelehnt. Silke Vogelbusch erklärte beim Infoabend in der Schule auch warum: „Das haben wir diskutiert, aber dann würden wir den Standort an der Arngaster Straße gefährden.“

Bei der Debatte vor zwei Jahren hatte Landrat Sven Ambrosy (SPD) der Oberschule in Obenstrohe noch seine Unterstützung zugesichert. „Wenn wir die Notwendigkeit sehen, werden wir Obenstrohe unterstützen. Wir wollen die Schule qualitativ stärken, deshalb braucht sie so viele Schüler wie möglich.“ Gleichzeitig sagte er damals zu, dass der Kreis in Obenstrohe Geld „für ein bauliches Raumkonzept investieren“ wolle.

Wer unterstützt die Oberschule in Obenstrohe?

Bis Montagabend konnten die Oberschüler 3291 Unterschriften für den Erhalt ihrer Schule sammeln. In den vergangenen neun Tagen hatten sie Flugblätter verteilt und Unterschriften gesammelt. Sie wurden am Montag an Silke Vogelbusch überreicht.

Ganz klar hinter die Schule stellte sich Karl-Heinz Funke (Zukunft Varel). Die von der Kreisverwaltung vorgelegten Zahlen könnten zumindest teilweise widerlegt werden, seien auch teilweise strittig und stellten daher keine solide Grundlage dar, um ein Auslaufen der Schule zu beschließen, teilte er mit. Funke stellte daher beim Rat der Stadt Varel den Antrag, am 18. Dezember im Kreistag nicht das Ende der Oberschule zu beschließen, sondern sich Zeit für eine umfassende Diskussion mit allen Beteiligten zu nehmen und alles in Erwägung zu ziehen, was die OBS in Obenstrohe sichere.

Der Vareler Ratsherr Alexander Westerman (parteilos) stellte sich ebenfalls hinter die Schule. „Ich habe noch nichts gehört, was dafür spricht, diese Schule zu schließen“, sagte er am Montagabend.

Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner (SPD) sprach sich ebenfalls für den Erhalt der Schule aus. Auch er plädierte dafür, sich mehr Zeit für die Entscheidung zu nehmen: „So eine Entscheidung muss vor breiter Diskussion getroffen werden. Dieser Prozess muss mindestens noch ins nächste Jahr geführt werden – wenn nicht sogar noch länger.“

Ähnlich äußerte sich Hergen Eilers (CDU): „Es gibt immense Zweifel an allen Argumenten, die für eine Schließung sprechen könnten. Eine Beschlussfassung im Dezember ist aus meiner Sicht überhaupt nicht zu halten.“

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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