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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Nordwest-Krankenhaus: Sie hat hunderte Krankenpflegeschüler ausgebildet

24.03.2020

Sande Helga Schumacher brennt für ihren Beruf. Sie kann sich nicht daran erinnern, einmal mehr als zwei Wochen Urlaub am Stück genommen zu haben. Nun aber sollen andere Prioritäten gelten: „Ich habe sehr gern hier gearbeitet, aber jetzt freue ich mich auf die ganz normalen Dinge im Leben“, sagt sie. Die Oberin der Oldenburgischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz verabschiedet sich Ende März in den Ruhestand.

Es ist fast 46 Jahre her, dass sie in Sanderbusch zum ersten Mal in Schwesterntracht über die Flure lief. An der Tracht ließ sich ablesen, ob jemand in der Ausbildung war oder ob es sich um eine examinierte Schwester handelte. „Anfangs habe ich mich in dem riesigen Gebäude mehrfach verlaufen“, erinnert sich Helga Schumacher; unter ihrer Ägide haben hunderte Krankenpflegeschülerinnen ihr Examen abgelegt.

Immer hatte sie ein offenes Ohr für die jungen Menschen, besonders, wenn es mal nicht lief. „Es läuft nicht immer geradeaus im Leben und wenn die Leistung nicht stimmt, hat das oft einen Hintergrund. Da muss man gemeinsam nach Lösungen suchen.“ Was in vertraulichen Gesprächen auf den Tisch kam, blieb natürlich immer im Raum. „Man muss in jedem Schüler das Potenzial sehen und fördern, man muss junge Menschen packen und für den Beruf begeistern. Dann klappt es auch“, ist sie überzeugt.

Helga Schumacher wuchs in einem Dorf bei Wildeshausen auf. Als Kind wollte sie Lehrerin werden, nachdem sie aber begonnen hatte, als Jugendliche in den Ferien in einem Pflegeheim auszuhelfen, entschloss sie sich zur Krankenpflege: 1974 begann sie ihre Ausbildung in Sanderbusch und legte drei Jahre später ihr Examen ab. Ab 1980 besuchte sie die „Wernerschule“ des Roten Kreuz in Göttingen – zurück kam sie als Lehrerin für Pflegeberufe in Sanderbusch.

Als 1994 die damalige Oberin Helga Lüdemann erkrankte, wurde ihr das Amt angeboten – das ist 26 Jahre her. Basis der Schwesternschaft ist der „Gestellungsvertrag“ mit dem NWK: die Schwesternschaft stellt das weibliche Pflegepersonal und männliche Schüler.

Mit der neuen Position lag viel Verantwortung auf den Schultern von Helga Schumacher. Dabei hatte sie zu Hause auch gut zu tun mit zwei Kindern. „Manchmal war es ein Spagat, aber wir hatten eine Hilfe“, berichtet sie.

In ihrer Dienstzeit hat es viele Höhen und Tiefen gegeben – etwa wenn junge Menschen oder Kinder sterben: „Darin wird man nie routiniert“, sagt sie. Besonders positiv hat sie erlebt, dass viel für die Ausbildung erreicht worden sei. Bisher habe man immer ohne Werbung schon frühzeitig den neuen Ausbildungsjahrgang komplett belegen können.

Die jüngsten Veränderungen in der Pflegeausbildung bewertet Helga Schumacher positiv, eine generalisierte Ausbildung, in der alle Pflegeberufe gemeinsam starten, bevor später Schwerpunkte gelegt werden, habe große Vorteile. „Es wird Zeit, über den Tellerrand zu blicken“, sagt sie. Sowohl in der Bevölkerung als auch in der Pflege habe sich sehr viel verändert, kürzere Liegezeiten und ältere Patienten sind nur der Anfang einer langen Liste.

Doch das wird Helga Schumacher nun aus der Ferne beobachten: Zum Monatsende geht sie in Ruhestand. Mit ihrem Ehemann Günter teilt sie die Liebe zu Italien, aber auch etliche Gegenden in Deutschland wollen noch erforscht werden, verrät sie. Darüber hinaus sollen die Besuche bei den erwachsenen Kindern nicht zu kurz kommen.

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