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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Aus drei Berufen wird nun einer

18.09.2019

Sande Die Pflegeausbildung wird 2020 umgestellt: Die drei bislang getrennten Ausbildungen Altenpflege, Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege werden zur generalisierten Ausbildung zusammengefasst. Das bedeutet: Die Ausbildungsgänge werden zur künftigen Berufsbezeichnung „Pflegefachkraft“ zusammengeführt. Der Abschluss soll den Fachkräften ermöglichen, europaweit in allen Feldern der Pflege tätig zu werden.

„Ein richtiger Schritt“, kommentierten Frieslands Landrat Sven Ambrosy und der Geschäftsführer der Friesland-Kliniken, Frank Germeroth, die Veränderungen. „Das wird die Ausbildung in der Pflege komplett umstellen“, so Ambrosy. Die Pflegeausbildung werde attraktiver und auch auf der Gehaltsseite werde es zu Verbesserungen kommen. „Die politische Forderung muss ja sein, die Pflege und die Ausbildung zur Pflege zu stärken.“

Neue „Kopf“-Stelle

Pflegeausbildung

Um über die neu ausgerichtete Pflegeausbildung zu informieren, Wegweiser in und durch die Ausbildung zu sein und Informationen darüber zentral zu bündeln, hat der Landkreis Friesland das Kompetenzzentrum Pflegeausbildung Friesland („KoPF“) gegründet.

„KoPF“ ist ein Zusammenschluss des Landkreises mit den Berufsbildenden Schulen Varel, mit dem Altenpflegezentrum, dem Pflegeausbildungszentrum Varel am St. Johannes-Hospital sowie dem Pflegeausbildungszentrum der Oldenburgischen Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes am Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch.

Kontakt: Tel. 04461/ 919 62 60 oder E-Mail pflegeausbildung@friesland.de

www.friesland.de/pflegeausbildung

Weil es eine komplexe Aufgabe ist, drei parallel laufende Ausbildungsberufe zusammenzuführen, haben der Landkreis Friesland, die Krankenhauspflegeschulen in Varel und Sanderbusch sowie die Altenpflegeschule an der BBS in Varel mit allen an der Ausbildung beteiligten Akteuren die Köpfe zusammengesteckt und „KoPF“ gegründet – das „Kompetenzzentrum Pflegeausbildung Friesland“.

Die Koordinierungsstelle soll Anlaufstelle und Wegweiser für alle an einer Pflegeausbildung Interessierten sein. Nun haben die Kooperationspartner die entsprechende Absichtserklärung unterschrieben. Der Landkreis Friesland ist eine der ersten Kommunen im Land, die die Pflegeausbildung nach europäischem Vorbild neu regelt.

„Wir wollen junge Leute begeistern, sich für den Pflegeberuf zu entscheiden“, sagte Frank Germeroth. In den vergangenen Jahren sei die Anzahl der Bewerbungen signifikant zurückgegangen. Das liege sicher auch daran, dass der Beruf der Pflege in der öffentlichen Wahrnehmung als unattraktiv dargestellt werde. „Das ist nach wie vor ein attraktiver Beruf,“, betonte Germeroth. Wir müssen rechtzeitig an die jungen Menschen herankommen und sie durch das komplexe System navigieren. Es gibt viele junge Leute, die wissen nicht, ob für sie die Altenpflege, die Kinderkrankenpflege oder die Arbeit in einer Pflegeeinrichtung das Richtige ist.“ Da könne das Kompetenzzentrum Pflegeausbildung sicher gute Dienste leisten, indem es Orientierungshilfen bietet, ist Germeroth überzeugt.

Mehr Ausbildungsplätze

Glücklicherweise seien die Krankenpflegekurse nach wie vor voll, so Germeroth. „Das sollen sie auch in Zukunft bleiben. Wir wollen sogar die Anzahl der Ausbildungsplätze erhöhen. Denn der Bedarf an Pflegeplätzen ist unendlich groß.“ Die tarifliche Ausbildungsvergütung von 910 bis 1140 Euro im Monat sei „durchaus wettbewerbsfähig“, glaubt Ambrosy. 

„Für uns ändert sich in der Ausbildung zur Altenpflege relativ viel“, sagte der Leiter der Berufsbildenden Schulen in Varel, Ralf Thiele. Dass der Landkreis eine Stelle zur Verfügung stellt, die organisatorische Aufgaben übernimmt, sei daher sehr hilfreich.

„Wir haben insgesamt 250 Ausbildungsplätze in den drei Schulen“, sagte Oberin und Vorsitzende der Oldenburgischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz, Helga Schumacher. Das Besondere daran sei, dass die Schüler nicht nur in den Krankenhäusern in Varel und Sanderbusch in Ausbildung seien, sondern auch in allen Altenpflege- und ambulanten Einrichtungen ausgebildet und eingesetzt werden.

Wichtig sei zudem, die Leute „im System zu halten“, sind sich die Beteiligten einig. Denn viele, die den Pflegeberuf erlernt haben, steigen aus unterschiedlichen Gründen in jungen Jahren aus. Über die generalisierte Ausbildung sei es einfacher, beispielsweise von der Krankenpflege in die Altenpflege oder umgekehrt zu wechseln. Mehr flexible Arbeitszeitmodelle statt belastender Schichtdienste seien ein weiterer Ansatz, um Pflegefachkräfte zu halten.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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