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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Stadtentwicklung: „Schortens’ Zukunft beginnt genau jetzt“

25.07.2014

Schortens „Wir alle glauben an die Zahlen, aber wir wollen sie nicht wahrhaben“, gesteht Roman Mölling. Der PR-Berater und Kommunikationstrainer aus Hannover fungiert als Moderator und Koordinator in dem Projekt „Zukunft Schortens“, das mit einer Auftaktveranstaltung vor gut 120 interessierten Bürgern und Vertretern aus dem öffentlichen Leben nun ganz konkret wird. Die Zahlen, die im Lauf des Abends auf die Großbildleinwand im Bürgerhaus projiziert werden, sind nur auf den ersten Blick ein Bedrohungsszenario, meint Mölling. Man könne sie auch als Chance begreifen, wenn man früh genug und weitsichtig darauf reagiert.

Fundamentaler Wandel

Es geht um den fundamentalen Wandel in der Altersstruktur der Gesellschaft und dessen Auswirkungen auf alle Bereiche des Lebens. Und damit auch auf die Schulen, den Wohnungs- und den Arbeitsmarkt, auf Kinderbetreuung und betreutes Wohnen, auf Vereine und Verbände und die komplette Infrastruktur auch einer kleinen Stadt wie Schortens.

„Schortens wird alt“, brachte Mölling den demografischen Wandel auf den Punkt. Die Bevölkerungsgruppe der unter-18-Jährigen fällt bis zum Jahr 2030 von derzeit mehr als 20 auf unter 15 Prozent, der Anteil der über-75-Jährigen schnellt nach oben. Das Durchschnittsalter der Schortenser steigt von knapp über 40 heute auf 50 Jahre.

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Besonders drastisch ist der Wandel schon in den Grundschulen zu spüren: Besuchten 1998 noch fast 1200 Kinder die sieben Grundschulen der Stadt beziehungsweise damaligen Gemeinde, so sind es in diesem Jahr nur noch etwa 700, erläuterte der bei der Stadt zuständige Fachbereichsleiter Andreas Stamer. Bis Ende des Jahrzehnts könnte die Zahl – hochgerechnet unter anderem anhand der Meldedaten – auf unter 600 fallen. Im Vergleich zum Basisjahr 1998 haben allein die Grundschule Schortens an er Plaggestraße sowie die Grundschule Roffhausen heute 53 beziehungsweise 56 Prozent weniger Grundschüler.

Dr. Ralf Drabent von der Landesschulbehörde hatte zuvor erklärt, was sich daraus für Probleme und Chancen für Schulen ergeben. Er erklärte Vor- und Nachteile kleiner und größerer Grundschulen. Landesweit werde in immer mehr Kommunen wegen des Schülerschwunds über Grundschulstandorte diskutiert – oftmals sehr emotional. Der Prozess der Bürgerbeteiligung in Schortens sei in diesem Punkt vorbildlich. In aller Ruhe würden derzeit Zahlen und Argumente geprüft und abgewägt. Der Ausgang des in Gang gesetzten Verfahrens sei völlig offen. Drabent machte den Bürgern – darunter viele Lehrer und Elternvertreter der hiesigen Schulen – Mut: „Wenn Schulen verändert werden, folgt daraus kein Katastrophenszenario.“

Ob Schulen und Kinderbetreuung, Wohnen und Arbeiten oder Mitgliederschwund bei Vereinen, Feuerwehren und anderen Organisationen: Schortens ist nicht schicksalsergeben, sondern will die Herausforderungen des demografischen Wandels meistern. Helfen soll dabei das Projekt „Zukunft Schortens“. Ursprünglich nur auf die Schulstandorte ausgerichtet, sollen nun möglichst alle Facetten des städtischen Lebens und Zusammenlebens, des Lernens und Arbeitens beleuchtet, hinterfragt und diskutiert werden. In Arbeitsgruppen, die sich nun bilden, sollen Ideen ausgebrütet, Vorschläge erarbeitet und Handlungsaufträge formuliert werden.

Bürger planen ihre Stadt

Mölling hat einen straffen Zeitplan vorgegeben: Schon im September soll eine erste Zukunftskonferenz einberufen werden. Mölling wie auch Bürgermeister Gerhard Böhling riefen die Bürger dazu auf, sich in die Arbeitskreise „Schule und Tageseinrichtungen“, „Sportstätten“, „Soziales Leben und Bürgerengagement“, „Wirtschaft und Tourismus“ sowie „Stadtentwicklung“ einzubringen. Ein in Kürze freigeschaltetes Online-Portal hält alle Interessierten auf dem Laufenden und lädt zu weiterer Mitarbeit ein.

Interviews, Bürgerbefragungen (online und per Post), Arbeitskreissitzungen und zwei weitere Zukunftskonferenzen sollen bis Juni 2015 die Route vorgeben für Schortens’ Weg ins Jahr 2035. In einem Jahr erfolgt dann auf der Abschlussveranstaltung der richtige Startschuss: „Die Zukunft von Schortens beginnt jetzt“, sagt Mölling.


     www.schortens.de 
Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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