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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Seetzen – viel zu wenig in aller Munde

27.01.2017

Jever „Knubbelnase“: Wenn jemand den Forschungsreisenden und Universalgelehrten Ulrich Jasper Seetzen so nennen darf, dann ist das Prof. Dr. Detlef Haberland. Er bezieht sich mit dem Spitznamen auf das einzige Porträt Seetzens, das im Schlossmuseum zu sehen ist.

Doch wenn Haberland über Seetzen spricht, dann fallen ihm noch mehr Bezeichnungen ein: „Patriot aus Jever“, „aufgeklärter Kosmopolit“, „Oldenburgischer Alexander von Humboldt“, „Schrecken der Wissenschaft“. Ulrich Jasper Seetzen, geboren am 30. Januar 1767 im Sophiengroden als Sohn begüterter Bauern, wäre in diesem Jahr 250 Jahre alt geworden. Bekannt wurde er als Orientforscher: Ab 1802 bereiste er den Orient, beschrieb Leben, Sitten, Gebräuche, Landschaft, Geschichte, Natur und alles andere, was ihm unter die Augen kam. Er gilt als der erste Europäer, der die Kaaba in Mekka besuchte. 1811 starb er im Jemen – die Umstände sind bis heute nicht geklärt.

In der Fachwelt zählt Seetzen zu den bedeutenden deutschen Orientalisten – doch sein Ruhm könnte viel größer sein, wenn denn seine Aufsätze und Schriften zeitnah veröffentlicht worden wären. Doch das geschah nicht. „So blieben sein Leben und Werk nicht erschöpfend erforscht“, sagt Haberland. „Dabei muss man sagen: Was auch immer er angefasst hat: Seetzen war die wissenschaftliche Speerspitze seiner Zeit“, schwärmt er und meint damit, dass der Jeverländer seiner Zeit und der Wissenschaft weit voraus war.

Das Manko, dass Seetzens Schriften weitgehend unbekannt geblieben sind, hat Haberland nun behoben – sechs dicke Bände „Sämtliche gedruckte Schriften“ sind im Isensee-Verlag zum Preis von 270 Euro erschienen. Möglich wurde die Edition mit Hilfe von Förderern: Volksbank Jever und VR-Stiftung, Jawir-Stiftungen, Jeverländischer Altertums- und Heimatverein, Oldenburgische Landschaft und die Landesbibliothek Oldenburg haben den Druck finanziert.

Prof. Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums, freut sich, dass die Edition pünktlich zum 250. Geburtstag Seetzens vorliegt – „eines unserer Geschenke“, sagt sie. Weitere Geschenke sind eine Ausstellung, die im September eröffnet, ein orientalisches Erzählkonzert und eine Publikation von Werner Menke zu Seetzens Naturgeschichte des Jeverlands.

UlrichJasperSeetzen (geb. 1767 in Jever, gest. 1811 in Arabien) war Schüler des Mariengymnasiums und Arzt, Wissenschaftler und Orientforscher.

Er studierte in Göttingen Medizin und war wie Alexander von Humboldt Gründungsmitglied der physikalischen Gesellschaft in Göttingen. Angeregt durch Humboldts Südamerikareisen führte Seetzen eigene Forschungsreisen in den Vorderen Orient und nach Arabien durch.

Die erste Badesaison

Der jeversche Gelehrte UlrichJasperSeetzen stellte Überlegungen zur Einrichtung eines Seebads auf Wangerooge an, was den Inselvogt Tiark Friedrich Ammann veranlasste, am 13. März 1804 ein Schreiben an die „Regierung“ in Jever zu schicken. Darin bat er um eine Badekarre und ein Badezelt. Der Bitte kam man bereits im Mai 1804 nach: Am 18. Juni 1804 erschien dann in den „jeverschen wöchentlichen Anzeigen und Nachrichten“ die erste von drei Bekanntmachungen der Fürstlichen Kammer in Jever zum Seebaden auf Wangerooge – die erste offizielle Badesaison war damit eröffnet.

Ein Ausdruck dieser Überlegungen war auch die „patriotische Phantasie“ des Jeverländer Orientreisenden UlrichJasperSeetzen, die er 1808 im Jemen formulierte und in der die öffentlichen Grünanlagen auf der ehemaligen Befestigung eine wichtige Rolle spielten. Laut Seetzen sollten die Grünanlagen eine „Verschönerung und erhöhte Cultur seines Vaterlandes“ darstellen.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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