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NWZonline.de Region Friesland Bildung

„Frauenvereine veränderten Gesellschaftsstrukturen“

16.03.2019

Steinhausen „Damenwahl“ hieß es am Donnerstagabend im Tanzsaal der Altdeutschen Diele in Steinhausen. Getanzt wurde gar nicht, aber der Saal passte trotzdem zum Anlass: In Gaststätten wie diesen dürfte vor 100 Jahre um die Einführung des Frauenwahlrechtes gekämpft worden sein. Davon zeigte sich die Referentin Professor Dr. Antje Sander (Jever) überzeugt, die vor dem Gesprächskreis für gesunde Ernährung und Lebensführung in Bockhorn (GELB) berichtete: „Auch der Kampf ums Frauenwahlrecht im Nordwesten war ein wichtiger Baustein für die allgemeine Demokratisierung.“

Der offizielle Stichtag für die Einführung des Frauenwahlrechtes ist der 1. Januar 1919, doch schon Jahrzehnte vorher begann das Engagement der Frauen, auch hier in der Region. Namen wie Helene Schauer aus Varel fallen ins Gewicht, sie riefen ins „Viktoria“ oder ins „Hotel Schütting“ zu Versammlungen unter dem Motto: „Frauen aller Klassen, erscheint in Massen.“ Überall wehten die roten Fahnen der Revolution.

Doch wie so häufig in der Geschichte der linken Bewegungen kam es auch in der sozialistischen Nordwest-Republik zu Spaltungen. Die einen richteten sich nach den Emder Räten und der USPD; die anderen folgten der gemäßigten SPD. Antje Sander sagte: „Hier spielten jetzt die Frauen eine Rolle von großer Bedeutung. Über Frauenvereine, über Einsatz vor allem für Mädchenbildung änderten sich die Strukturen in der Gesellschaft.“ Ein großer Name: Helene Lange. Sander betonte: „Mädchenbildung ist ein Schlüssel für die Verbesserung der Gesellschaft. Das gilt auch heute noch, etwa in Afrika.“

Andere Frauen der Region traten hinzu, Elisabeth Frerichs, die mithalf, die Arbeiterwohlfahrt aufzubauen. Oder Marie Behncke aus Dangastermoor, uneheliche Tochter einer Dienstmagd – und am Ende erste Parlamentarierin aus Nordwestdeutschland, Mitglied in der Nationalversammlung und im Reichstag. Professor Sander stellte in der Altdeutschen Diele die Frage: „Wieso hat sie noch keine Straße in Varel?“

Mächtig wurde damals agitiert in den Lokalzeitungen, auch im „Gemeinnützigen“ für das Frauenwahlrecht: „Eure Kinder brauchen Frieden und Brot. Frauen, darum wählt.“

Die Frauenbewegung erfüllt für Antje Sander „eine oft unterschätzte Rolle in der Demokratieentwicklung“. Es ging auch bald zu Ende, denn ab 1933 folgte die Restauration, der Weg für die Frau zurück an den heimischen Herd. Auch heute seien die Frauen als Abgeordnete im Bundestag in Berlin laut Professor Antje Sander „auf dem absteigenden Ast“.

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