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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Sturm trägt Kinder 500 Jahre in Zukunft

05.04.2017

Varel Der Wind heult beängstigend, die Wellen peitschen an den Strand und zuckende Blitze machen die pechschwarze Nacht für Sekunden taghell. Mit panischen Gesichtern sucht eine Gruppe Jugendlicher Schutz in der Kirche Arngast. „Maaamaaaa!“, rufen sie.

Wir schreiben das Jahr 1517. Die Insel Arngast im Jadebusen wird von einer schweren Sturmflut heimgesucht. Mittendrin ist Dorothea. Sie wird gleich das größte Abenteuer ihres Lebens beginnen: eine Zeitreise 500 Jahre in die Zukunft. Dorothea ist eine der Figuren des Theaterstückes „Twischen de Tieden“, das sich die Jugendgruppe „De Plietschen“ der Niederdeutschen Bühne Varel ausgedacht hat (siehe Infobox).

Eifrig proben die jungen Darsteller unter der Leitung von Bärbel Freese in der Weberei das Stück ein. Als Dorothea mit dabei ist auch die zwölfjährige Jolina Keresztes. „Ich spiele ein Mädchen von der Insel, das in der alten Zeit steckengeblieben ist“, beschreibt sie ihre Rolle in der Fantasy-Geschichte.

Premiere beim Neubürgerempfang

In dem Stück „Twischen de Tieden“ geht es darum, dass die Zeit nach einer Sturmflut im Jahr 1517 auf der Insel Arngast stehenbleibt. Plötzlich öffnet sich ein Portal, und die jungen Bewohner können 500 Jahre in die Zukunft reisen.

Zwei Welten prallen dabei aufeinander. Die Jugendlichen des Jahres 2017 verhalten sich ganz merkwürdig und kleiden sich auch anders. Für die Menschen aus der Zeit der Reformation ist vor allem das moderne Smartphone „Teufelswerk“.

Beim Neubürgerempfang am Montag, 10. April, den die Stadt Varel und die NWZ um 19 Uhr im Waisenhaus veranstaltet, zeigen „De Plietschen“ erstmals öffentlich einige Szenen. Wann das gesamte Stück Premiere feiert, steht indes noch nicht fest.

Wer mitmachen will bei „De Plietschen“, kann jeweils donnerstags um 17 Uhr zu den Proben in die Vareler Weberei, Oldenburger Straße 21, kommen. Informationen erteilt Bärbel Freese unter Telefon 0157/53170085.

Für die Schülerin des Lothar-Meyer-Gymnasiums ist es das erste Mal, dass sie in einem plattdeutschen Stück auf der Bühne steht. Denn erst im vergangenen Jahr zog sie mit ihrer Familie aus Berlin nach Varel. Das Berlinerische merkt man Jolina allerdings nicht mehr an. Denn mittlerweile hat sie so gut Platt gelernt, dass sie glatt als gebürtige Friesländerin durchgehen könnte.

„Ich habe das vorher schon öfter gehört, denn der Freund meiner Mutter hat hier mal gewohnt“, erzählt Jolina: „Deshalb konnte ich auch ein paar Worte auf Plattdeutsch.“ Wenn sie sich unsicher ist, schaut sie im Wörterbuch nach: „Ich habe mit ein Hochdeutsch-Plattdeutsch-Lexikon gekauft.“

Auch in Berlin hat die Gymnasiastin schon Theater gespielt. „Deshalb wollte ich das hier in Varel auch machen“, sagt sie. Geholfen hat ihr dabei nach dem Umzug ihre Mutter. „So sind wir bei den Plietschen gelandet“, erinnert sich Jolina. Von ihren Mitschauspielern wurde sie gleich gut aufgenommen. „Es macht hier viel Spaß“, sagt Jolina und erntet viel Schulterklopfen von ihren Kollegen.

Bis zur Premiere von „Twischen de Tieden“, liegt vor der Truppe noch eine Menge Arbeit. Doch die jungen Leute wissen, was zu tun ist, denn sie haben sich die Geschichte selbst ausgedacht. „Wir erarbeiten uns Szene für Szene“, sagt Bärbel Freese. Sie führt bei ihren Regieanweisungen ein strenges Regiment. „Es ist Sturm, und ihr habt Angst“, sagt sie bestimmend – und das Lachen in den Augen der Jugendlichen weicht sofort dem spielerischen Entsetzen.

Olaf Ulbrich
Redaktionsleitung Varel
Redaktion Friesland
Tel:
04451 9988 2501

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