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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Ahnenforschung In Varel: Verwandt mit Karl May?

02.11.2019

Varel Für Karin Böttcher war es ohnehin klar – aber jetzt ist sich die Varelerin absolut sicher: Sie ist die Urenkelin von Karl May. Nachdem sie mit ihrer Tochter in Luxemburg und Frankreich Gemeindearchive durchsucht hat, hat die 83-Jährige noch mehr Hinweise gefunden, dass sie tatsächlich mit dem berühmten Winnetou-Autor verwandt ist.

Aber wie kommt man darauf, mit Karl May verwandt zu sein? Karin Böttcher hat es von ihrer eigenen Mutter erfahren. „Sie hat es mir erzählt, als ich 13, 14 Jahre alt war“, erzählt sie. In der Stube habe auch stets ein Porträt des Schriftstellers gehangen.

Das allein ist zwar kein Beweis, aber es gibt noch mehr Hinweise: Da wäre zum Beispiel die Geburtsurkunde von Hieronymus Romuald Dondelinger. Er wurde am 13. Januar 1890 in Oettingen in Lothringen geboren. Hieronymus Romuald Dondelinger war Karin Böttchers Großvater. Und seine Geburtsurkunde ist unterschrieben mit Karl May.

Vier Kinder namens May

Die Mutter des Kindes ist die Luxemburgerin Elisabetha Dondelinger. Um 1884 sollen Karl May und Elisabetha Dondelinger geheiratet haben. Nur: Karl May war zu diesem Zeitpunkt bereits seit vier Jahren in Deutschland mit Emma Pollmer verheiratet. Aus diesem Grund, so sagt es Karin Böttcher, sei die Ehe zwischen Karl May und Elisabetha Dondelinger später auch annulliert worden. Eine Heiratsurkunde habe sie aber noch nicht ausfindig machen können, sagt Karin Böttcher.

Aus der Ehe mit Elisabetha Dondelinger gingen aber noch mehr Kinder hervor: Das erste Kind war Eleonore Rosalie May, die in Petingen in Luxemburg im Februar 1884 zur Welt kam. Unterschrieben hat die Geburtsurkunde ein Mann namens Charles May.

Das zweite Kind, Honorine Virginie May, kam am 24. Mai 1885 in Saulnes in Frankreich zur Welt und starb bereits nach vier Wochen. Vater laut Geburtsurkunde: Charles May.

Kind Nummer drei heißt Melanie Anastasie May und kam im Juni 1886 ebenfalls im französischen Saulnes zur Welt. Auch in ihrer Geburtsurkunde steht als Vater Charles May.

Bei Karin Böttchers Vorfahren war der Autor aber nie sehr beliebt. Karl May soll seine Frau in Luxemburg immer wieder ohne Vorwarnung verlassen und dann plötzlich wieder vor der Tür gestanden und so seiner Frau viel Kummer beschert haben.

Ob er während seiner Abwesenheit seine Ehe in Deutschland weiterführte? Nach rund zehn Jahren soll die doppelte Ehe schließlich aufgeflogen, die Heirat mit Elisabetha Dondelinger annulliert worden sein.

Elisabetha Dondelinger heiratete erneut. Der Kaufmann Johann Georges adoptiert die beiden Töchter Eleonore und Melanie. Nur den Sohn Hieronymus kann er nicht adoptieren. Laut Randvermerk an Hieronymus’ Geburtsurkunde ist das nicht möglich, weil er das Kind Karl Mays ist. Wollte May seinen Sohn für sich behalten? Angeblich soll er in dieser Zeit sogar Alimente gezahlt haben.

Es bleiben Fragen

Alle Kinder tragen fortan den Namen Georges. Nur Melanie Anastasie nennt ihren „alten“ Namen May immer dazu. Im Luxemburger Autorenlexikon findet man sie heute mit beiden Nachnamen. Sie gehörte zu den ersten, die in luxemburgischer Sprache veröffentlicht haben.

Aber die Geburtsurkunden werfen auch Fragen auf: Warum unterschreibt Karl May mal in deutscher, mal in französischer Schreibweise? Warum wurden fast alle Kinder in unterschiedlichen Gemeinden angemeldet? Warum gibt Karl May als Beruf immerzu „Uhrmacher“ an? Hat er die Behörden angeschwindelt? Oder ist es ein anderer Mann namens Karl May?

Auch wenn es an einer Heiratsurkunde fehlt, belegen die Geburtsurkunden doch eindeutig, dass ein Mann namens Karl May vier Kinder mit einer Elisabetha Dondelinger hatte. „Es geht mir darum, dass diese Kinder anerkannt werden“, sagt Karin Böttcher. Und natürlich möchte auch sie ernstgenommen werden, wenn sie sagt, dass sie die Nachfahrin eines der bekanntesten deutschen Autoren ist.

Die beiden Ehen, die Karl May in Deutschland führte, blieben kinderlos. Allerdings gab es schon zu Lebzeiten Gerüchte über außereheliche Kinder. Vor diesem Hintergrund scheint es zumindest plausibel, wenn Karl May eine zweite Ehe in Luxemburg führte.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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