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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Bundesverdienstkreuz für Anneli Sofia Räcker

07.11.2019

Varel /Berlin Nicht als großer Retter auftreten, sondern als Partner auf Augenhöhe nur etwas Starthilfe geben, damit die Menschen vor Ort selbst zurechtkommen – das ist die Philosophie von Anneli Sofia Räcker. Vor 13 Jahren gründete sie den Verein Ketaaketi und unterstützt zusammen mit ihren Mitstreitern Kinder und ihre Eltern in Nepal und Sierra Leone, verschafft ihnen eine Lebensgrundlage und Zugang zu Bildung. Mittlerweile ist der Verein auch in Burundi aktiv. Für ihre Arbeit wird Räcker am 4. Dezember im Schloss Bellevue in Berlin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

„Ich war immer schon der Überzeugung, dass Entwicklungshilfe anders laufen muss“, sagt Räcker. Die Veränderungen müssten vor Ort von den Menschen kommen und sollten nicht zu neuen Abhängigkeiten führen. Statt Symptome zu bekämpfen, soll die Hilfe lieber nachhaltig sein und auch wirklich bei den Menschen ankommen, die sie brauchen.

Vortrag über Arbeit von Ketaaketi

Einen Bildvortrag über die Arbeit von Ketaaketi in Nepal und Sierra Leone gibt es an diesem Freitag, 8. November, um 19.30 Uhr im Tivoli an der Windallee in Varel. Die 1. Vorsitzende Anneli Sofia Räcker informiert über die neuesten Entwicklungen in den Ländern.

Ketaaketi ist das nepalesische Wort für Kinder. 2007 wurde die Organisation ins Leben gerufen und setzt sich seitdem für die ärmsten Menschen in den ärmsten Ländern ein.

Angefangen hat alles in Nepal mit der neun Jahre alten Shermila. Sie bettelte und trug ihre kleine Schwester auf dem Rücken. Auf die Frage, was ihr größter Wunsch sei, antwortete sie: „ein Wörterbuch, Nepali-Englisch.“ Dieser „unerschütterliche Glaube“ daran, dass Bildung alles besser machen kann und die Begegnung mit dem Schulinitiator Rajesh Regmi führte letztendlich zu der Gründung von Ketaaketi.

Das Prinzip: Mit Hilfe kleiner Beiträge wird den Kindern der Schulbesuch ermöglicht. Schon ein Euro im Monat reicht, um ein Kind zur Schule zu schicken. Außerdem bekommen Familien einen Existenzanschub von 100 Euro, mit dem sie zum Beispiel ein eigenes Geschäft aufbauen können. Das ermöglicht ihnen einen Weg aus der Armut. „Innerhalb von sechs bis acht Monaten ist ein Dorf so aus dem Schlimmsten raus“, sagt Räcker.

Dabei verteilt Ketaaketi nicht selbst das Geld vor Ort, sondern arbeitet mit vertrauenswürdigen Nichtregierungsorganisationen in den Ländern zusammen. So soll die Hilfe auch wirklich bei denen ankommen, die sie am meisten benötigen und nicht etwa der Korruption zum Opfer fallen. „Unsere Vision ist eine lebenswerte Heimat und Zukunft für alle“, sagt Räcker.

Mittlerweile, so schätzt sie, haben von der Hilfe von Ketaaketi etwa 15 000 Menschen profitiert. Wie viele genau, lasse sich gar nicht sagen. „Wahrscheinlich sind es noch mehr. Gerade die Auswirkungen der Mikrofinanzierungen sind gar nicht zählbar“, sagt Räcker. Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz sieht sie als Türöffner, um Ketaaketi noch bekannter zu machen und natürlich als Wertschätzung für die geleistete Arbeit aller Beteiligten. „Wir betrachten das als Auszeichnung für unsere Gemeinschaft.“

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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