+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 3 Minuten.

Nach Unfall zwischen Vechta und Essen
L843 bei Bakum voll gesperrt

NWZonline.de Region Friesland Bildung

Einsatz Für Den Klimaschutz: Vareler will weniger fliegende Schüler

18.12.2019

Varel Martin Heinze ist mit Herzblut bei der Sache: Als er sich 2010 dafür einsetzte, Flugreisen von Schulklassen zu begrenzen, bekam er am Ende sogar einen Herzinfarkt. „Ich habe in der Gesamtkonferenz am LMG dazu aufgefordert, keine Flugreisen mit den Klassen mehr zu machen, und bin kläglich gescheitert“, erzählt der mittlerweile pensionierte Lehrer. „Dann habe ich ein Begehren an den Kultusminister stellen lassen, der den Antrag als unverschämt zurückgewiesen hat.“ Das habe sein Herz wohl nicht mehr mitgemacht. Nichtsdestotrotz startet er nun einen erneuten Versuch.

Denn offenbar hat mittlerweile ein Umdenken stattgefunden. So entschied sich das Lothar-Meyer-Gymnasium in diesem Jahr dazu, Flugreisen nur noch anzubieten, wenn von den Schülern eine finanzielle CO2-Kompensation geleistet wird, wie die NWZ am 10. Mai berichtete. „Nach dem Wechsel der Direktorin weht seit Februar/März am LMG ein anderer Wind“, sagt Martin Heinze. „Die jungen Kollegen haben da mittlerweile etwas angestoßen.“

Für den Sprecher des NABU Varel reicht es aber nicht, dass nur an seiner alten Schule etwas für den Klimaschutz getan wird: „In Paragraph 2.1, Satz 6 des Niedersächsischen Schulgesetzes heißt es, dass die Schüler für die Erhaltung der Umwelt Verantwortung übernehmen sollen“, sagt Martin Heinze. „Das wird vom Kultusminister und von den Schulen aber sträflich missachtet. Kultusminister Tonne nimmt das Wort CO2-Kompensation nicht einmal in den Mund.“

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Damit landesweit etwas gegen eine Vielfliegerei der Schulen getan wird, nahm er daher Kontakt zur Landtagsabgeordneten Imke Byl von den Grünen auf, die letztlich am 18. November zusammen mit ihrer Kollegin Julia Willie Hamburg beim Niedersächsischen Landtag eine kleine Anfrage stellte, wie die Landesregierung zu dem Thema stehe. Schließlich seien Flugreisen in den letzten Jahren bei Klassen- und Seminarfahrten immer üblicher geworden.

In der Antwort vom 9. Dezember heißt es, Schulfahrten seien Schulveranstaltungen, mit denen definierte Bildungs- und Erziehungsziele verfolgt würden. Dazu würden auch Schüleraustauschfahrten und Schullandheimaufenthalte zählen. Dabei würden die Schulen selbst festlegen, wann Schulfahrten als wichtige soziale Lernerfahrungen angesehen werden. Insbesondere im Hinblick auf Schulpartnerschaften und Schüleraustauschfahrten könnten allerdings aufgrund einer besonders großen Entfernung zum Zielort Flugreisen angezeigt sein. Über Letzteres regt sich Martin Heinze auf: „Dieser Satz ist in dieser Form ein Freibrief für ein ,Weiter so wie bisher’.“

Laut Kultusministerium könne außerdem aufgrund aktueller gesellschaftspolitischer Diskussionen davon ausgegangen werden, dass Schulen für die Thematik sensibilisiert seien. Weitergehende Regelungen seien daher zurzeit nicht beabsichtigt. Auch hiermit ist der NABU-Sprecher nicht einverstanden: „Einfach nur auf die Fridays-for-Future-Bewegung zu verweisen ist nicht genug“, sagt Martin Heinze. „Als ob es reichen würde, wenn Greta Thunberg einmal um die Ecke kommt.“ ->   

Florian Mielke Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2465
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.