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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Als die Dörfer ihre Schulen verloren

29.11.2017

Varel /Friesische Wehde Vor 50 Jahren begann ein grundlegender Wechsel im Schulsystem, das bis dahin von zahlreichen Volksschulen (zunächst acht Schuljahre, ab den 60ern 9 Schuljahre) und wenigen weiterführenden Schulen bestimmt war. In Varel und der Friesischen Wehde gab es 1965, also bevor die fünften und sechsten Jahrgänge an Förderstufen oder Orientierungsstufen unterrichtet wurden, 33 Volksschulen, davon zwei katholische. Die meisten Volksschulen waren in der Flächengemeinde Varel-Land (14), es folgten Bockhorn (7), Zetel (5) und Neuenburg (3). Neuenburg war bis 1972 eine selbstständige Gemeinde, ebenso die Gemeinde Varel-Land (Rathaus in Langendamm). Zu Varel-Land gehörte bis zur Gebietsreform 1972 auch Spohle (heute Gemeinde Wiefelstede, Kreis Ammerland).

Als 1965 die ersten Schulversuche mit der Förderstufe starteten, begannen auch Auseinandersetzungen um die Standorte für sogenannte Mittelpunktschulen – vor allem in der Gemeinde Varel-Land. Hintergrund der Änderungen im Schulwesen war die Forderung der Pädagogen und der Eltern nach Unterricht in naturwissenschaftlichen Fächern und Fremdsprachenunterricht (Englisch). Fachunterricht ohne Fachräume oder entsprechende Qualifikation der Lehrer – das war schwer vorstellbar. Vor allem konnte keine der kleinen Schulen Jahrgangsklassen einrichten, um ein neuntes Schuljahr zu bilden. Deshalb suchte man Standorte, an denen Fachräume eingerichtet werden konnten.

Lesen Sie auch über die Geschichte der Bildung im Landkreis Friesland.

In Varel-Land plante man zunächst, „Sammelklassen“ an „Sammelschulen“ einzurichten, Altjührden, Jethausen, Langendamm und Obenstrohe. Sie mussten mit zusätzlichen Klassenräumen, Sportstätten, Küchen und Fachräumen ausgestattet werden. Außerdem musste das Problem des Schülertransports gelöst werden. Bald kam man auf Büppel als Standort anstelle von Jethausen. Doch auch die Mittelpunktschulen waren nicht das Ende der Entwicklung. Es deutete sich an, dass für Varel-Land und Varel nur noch zwei Schulstandorte ab Jahrgang 5 infrage kämen. Eine Zeit lang hatte man sogar den Obenstrohern den Status „Weiterführende Schule“ aberkennen wollen. Doch aus dem Großschulzentrum Varel-Arngaster Straße wurde nichts. Ab 1978 gab es schließlich eine Orientierungsstufe und eine Hauptschule in Obenstrohe (neben der Grundschule), später wurde aus der Hauptschule die Sekundarschule (mit der Möglichkeit, den Realschulabschluss zu erreichen). Der Schulversuch Sekundarschule wurde von der CDU-geführten Landesregierung 2004 abgeschafft, der Standort in eine Oberschule umgewandelt.

Der langjährige Rektor der Sekundarschule (heute Oberschule) Obenstrohe, Suntke Reents, hat die Schulgeschichte in seinem lesenswerten Buch „300 Jahre Schule in Obenstrohe“ dokumentiert. „Ortsteile mit einer langen eigenständigen Schultradition verloren plötzlich ihre einzügige Volksschule. Schulen mit einer eigenen Oberstufe mussten 1962 das 9. Schuljahr, oder wie Jeringhave im gleichen Jahr das 7. und 8. Schuljahr abgeben.“ Einige Schulstandorte in Varel-Land blieben erhalten als Grundschulen (Obenstrohe, Altjührden, Borgstede, Langendamm, Büppel). Acht wurden bis 1969 geschlossen: Dangast, Jeringhave, Neuenwege, Spohle, Rosenberg, Seghorn, Grünenkamp und Jethausen), Moorhausen folgte später.

Die Schließung der Standorte beziehungsweise die Veränderung blieb nicht ohne Widerstand. Die Altjührdener wollten, dass ihre Schule Mittelpunktschule wurde. Ein Argument: „Die Ortschaft Obenstrohe nimmt immer mehr den Charakter einer Vorstadt an. Und darin sehen wir gerade für den Nachwuchs auf dem Land eine große Gefahr“, protestierten die Landvolkvereine. Die Regierungsbehörde lehnte jedoch ein Altjührdener Schulzentrum ab, weil man keine einzügigen Schulsysteme schaffen wollte. Dafür gab es in Obenstrohe Pläne für eine Realschule. Die wurden 1972 ad acta gelegt, als Varel und Varel-Land zur Stadtgemeinde fusionierten. Die Realschule blieb in Varel.

1971 wurde als Vorläufer der OS die Förderstufe eingeführt. 1974 startete die Orientierungsstufe, die bis 2004 in Obenstrohe bestand.

Diese Lehrer arbeiteten 1965 an den Volksschulen in Varel und der Friesischen Wehde – Weiterführende Schulen in Varel und Zetel

Altjührden: 77 Jungen, 72 Mädchen, vier Klassen. Lehrer Heinrich Wellmann, Kurt Neumann, Ingrid von Hammel, Ilse Meynen, Erika Müller, Hedwig Neumann, Elke Ulffers

Astederfeld: 41/41, zwei Klassen. Margarethe Bode, Freia Olvermann.

Bockhorn: 211/203; zwölf Klassen; Rektor Friedrich Hashagen, Konrektor Siegfried Haselau, Lehrer: Martin Brückner, Hans Eilers, Aloys von Hammel, Almuth Cornelius, Ruth Herfordt, Annegret Peter, Anke Schulz, Ursula Storbeck, Elfriede Vangerow, Werklehrer Kurt Grosser, Charlotte Heuer, Luise Lamcken

Bockhorn: kath. Volksschule, zwei Klassen (Zahl der Schüler nicht bekannt), Lehrer Joseph Voet

Bohlenberge: 62/52, drei Klassen. Hauptlehrer Heinrich Albers, Lehrer Dieter Henze, Ursel Müller, Ingeborg Dirks

Bohlenbergerfeld: 52/45; drei Klassen; Hauptlehrer Emil Lang, Lehrer Hille Hashagen, Heide Trentepohl, Herta Onken

Borgstede: 59/55, drei Klassen, Hauptlehrer Hans-Günther Urbanke, Lehrer Heinz-Georg Cordes, Elisabeth Rapin, Helga Dittmann

Bredehorn: 23/24, zwei Klassen; Helmut Brunßen, Edith Brunßen

Büppel: 81/89, fünf Klassen; Hauptlehrer Erich Schimanski, Lehrer Gerold Ostendorf, Ursula Stallmann, Maria Tannen, Helga Dittmann, Elke Ulffers

Dangast: 24/29, zwei Klassen; Hermann Fischer, Ellinor Anweldt, Vertretungslehrkraft (?) Fischer

Ellens/Blauhand: 19/13, eine Klasse, Bodo Rubow

Ellenserdammersiel: 16/17, eine Klasse, Otto Lübbing

Grabstede: 117/131; sieben Klassen; Hauptlehrer Heinrich Kunst, Konrektor Heinrich Spielbrink, Lehrer Heinz-Friedrich Schulz, Matthias Torp, Rosemarie Ihmels, Ingeborg Weber, Vertretungslehrkraft (?) Sandstede, Werklehrer Kurt Grosser, Charlotte Heuer

Grünenkamp: 31/36, zwei Klassen, Menno Sweers, Christa Köhler

Jeringhave: 13/16, eine Klasse, Emil Richter (1966 geschlossen)

Jethausen: 52/44, drei Klassen, Lehrer Johannes Siemen, Friedrich Kühn, Gisela Schönborn, Hedwig Neumann

Jührdenerfeld: (zu Bockhorn) 9/13, eine Klasse, Bolko Müller

Langendamm: 99/78, fünf Klassen, Hauptlehrer Georg von Reeken, Ernst Hein, Dierk Kunst, Annegret Bülthoff, Hertha Gottschalk, Helga Hartmann, Maria Birkhoven, Elfriede Bruns, Elke Ulffers

Moorhausen: 31/31, zwei Klassen Karl Ostendorf, Barbara Lehmann, Vertretungslehrkraft (?) Fischer

Neuenburg: 132/137, acht Klassen, Rektor Kurt Plorin, Lehrer Focko Fooken, Manfred Quegwer, Rüdiger Zimmerningkat, Ute Grötschel, (?) Meiners, (?) Poppen, (?) Voigt, Werklehrer Heinz Albers, (?) Pohl

Neuenburgerfeld: 31/25, zwei Klassen, Heino Hase, Volker Klinge, (? Lore) Onken

Neuenwege: 52/31, drei Klassen, Hauptlehrer Karl Ermisch, Helga Dittmann, Brigitte Joswig, Lucie Skandries

Obenstrohe: 175/153, zehn Klassen; Rektor Reinhold Hartmann, Konrektor Herbert Bruns, Lehrer Horst Neumann, Elisabeth Fischer, Winifred Kästner, Dagmar Lamm, Ursula Lüdtke, Renate Moormann, Dorothea Peterka, Anneliese Thümler, Maria Birkhoven, Angelika Köhn, Elke Ulffers

Rosenberg: 19/16, eine Klasse, Bernhard Wolter, Helga Hartmann

Schweinebrück: 47/39, zwei Klassen, Wilhelm Küwer, Edmund Bayerlein, Ingeborg Dirks

Seghorn: 50/54, drei Klassen, Hauptlehrer Johann Unger, Lehrer Inga Freels, Helga Kunst, Helga Dittmann

Spohle: 40/40, drei Klassen, Hauptlehrer Wilhelm Janßen, Lehrer Folkert Lange, Erika Noering, Helga Hartmann

Steinhausen: 55/48, drei Klassen, Hauptlehrer Emil Bohlen, Lehrer Siegfried Nentwig, Annegret Hildebrandt, Charlotte Heuer, Luise Lamcken

Varel Hafenschule: 91/95, sechs Klassen, Rektor Wilhelm Meyer, Konrektor Friedrich Nannen, Lehrer Horst Meyer, Waldtraut Bohn, Ingeborg Kluge, Gerda Wrede, Helga Hartmann

Varel Osterstraße: 207/128, zehn Klassen, Rektor Heinz Dreher, Konrektor Reinhold Krause, Lehrer Hartwig Beenken, Günter Dyllus, Hans Schulze, Johann Tyarks, (?) Böhmer, (?) Harries, Elfriede Bruns, Margret Wagner, Angelika Köhn

Varel, Schlossplatz: 88/211, neun Klassen, Rektorin Hiltrud Bach, Konrektor Karl Gritzbach, Lehrer Helmut Krause, Gotthard Marks, Hilde Brumby, Christa Langeheine, Elisabeth Mertz, Elisabeth Mäkelborger, Maike Menkens, Elfriede Bruns, Angelika Köhn

Zetel: 222/227, 14 Klassen, Rektor Siegfried Bode, Konrektor Alfred Hoffmann, Lehrer Alfred Hadrian, Ulrich Mörbt, Heinz Sopalla, Heidelore Blenk, Helga Deinert, Heidrun Hofmeister, Uta Malcke, Jutta Niethe, Emmy Siebert, Thea Zimmerningkat, (?) Reeder, Werklehrer Heinz Albers, Ingeborg Dirks, Lisa Heyne, Lore Onken

Kath. Volksschule Varel: Schülerzahl (?), 5 Klassen, Hauptlehrer Erich Kössler, Reinhard Berndt

Realschule Varel: 171/222, 13 Klassen, Rektor Herbert Brosowsky, Konrektor Werner Hollwedel, Fritz Burgsmüller, Karl-Heinz Heinken, Wilhelm Kuck, Wilfried Niebuhr, Helmut Ostermann, (?) Schönwarf, Wilhelm Unverferth, Edmund Wilkens, Hildegard von Ankum, Karen Brüstlein, Almut Goebel, Hertha Vorbach, (?) Cordts, Heinz Liers, Sabine Buß

Realschule Zetel: 108/109, 7 Klassen; Rektor Erwin Ingmann, Konrektor Richard Scholz, Lehrer Oskar Bohlen, Bodo Wacker, Werner Wenninga, Marga Gödeken, Steiner, Hoffmann, Ingeborg Dirks, Lisa Heyne, Lore Onken

Pestalozzischule Varel: 44/23, vier Klassen, Hauptlehrer Diedrich Ohldebusch, Walter Ebeling, Horst Schädlich, Hildegard Neuber, Helga Dittmann, Angelika Köhn

Gymnasium Varel: 288/176 (davon Oberstufe 69 /28) zweizügig, Direktor: Oberstudiendirektor Franz Kujaw; 25 Lehrer

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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