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NWZonline.de Region Friesland Bildung

Die Pflege setzt auch auf Flüchtlinge

19.07.2018

Varel Dass eine Krankenschwester Patienten wäscht, war neu für Zahra Ghooscheh. Die 44-jährige Iranerin absolviert derzeit ein Praktikum auf der Privatstation des St.-Johannes-Hospitals in Varel und stellt fest, dass vieles anders ist als in ihrer Heimat. Die studierte Krankenschwester ist eine von bislang acht Teilnehmern des Pflegevorbereitungs-Kurses „Migranten in der Pflege“, der im August in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule des St.-Johannes-Hospitals in Varel beginnt.

Migranten in der Pflege

Der Kursus „Migranten in der Pflege“ ist ein gemeinsames Vorhaben der Gesundheitsregion JadeWeser und der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am St.-Johannes-Hospital Varel. Ziel ist es, Hilfs- und Fachkräfte in der Pflege zu gewinnen. Migranten erhalten die Möglichkeit zum Einstieg in die Pflegeausbildung; zudem werden die Sprachkenntnisse verbessert.

Start ist am 1. August; die Ausbildung wird in der Gesundheits- und Krankenpflegeschule sowie im St.-Johannes-Hospital in Varel und im St.-Bernhard-Hospital in Brake sowie in Altenpflegeheimen in Friesland, der Wesermarsch und in Wilhelmshaven erfolgen. Das Projekt wird mit Fördermitteln finanziert.

Anmeldungen für den Kursus sind noch möglich und werden unter Telefon 04451/9202020 entgegengenommen.

Der Kursus ist ein gemeinsames Projekt der Schule und der Gesundheitsregion JadeWeser, die die Gesundheitsakteure aus den Landkreisen Friesland und Wesermarsch sowie Wilhelmshaven verbindet. Mit dem Kursus betreten sie Neuland und möchten dem gravierenden Fachkräftemangel in der Pflege entgegenwirken. Gleichzeitig soll damit ein Beitrag zur Integration von Flüchtlingen geleistet werden. In neun Monaten werden die Teilnehmer auf eine Aus- oder Weiterbildung im Pflegebereich vorbereitet.

Zahra Ghooscheh freut sich auf den Kursus. Vor allem möchte sie dort die Fachsprache der Pflege lernen. Seit zwei Jahren lebt sie mit ihrem Mann und den zwei Töchtern in Diekmannshausen und spricht schon gut Deutsch, aber die deutschen und lateinischen Ausdrücke im Krankenhaus bereiten ihr noch große Probleme. Fachlich ist die 44-Jährige fit. Sie hat im Iran ein vierjähriges Bachelor-Studium zur Krankenschwester absolviert und 18 Jahre als Krankenschwester gearbeitet.

Vieles dort war ganz anders als in Deutschland: Die Krankenschwestern arbeiten im Iran mit Kopftuch und blauem, bodenlangem Mantel, und in den staatlichen Krankenhäusern arbeitet weibliches Pflegepersonal nur auf der Frauenstation. Die studierten Krankenschwestern haben Helferinnen an ihrer Seite, die Aufgaben wie das Waschen der Patienten oder das Anreichen der Mahlzeiten übernehmen.

In ihrem Praktikum im Vareler Krankenhaus hat sie medizinische Geräte kennengelernt, die es im Iran nicht gibt, und auch die Versorgung mit Medikamenten sei in Deutschland viel besser als im Iran. Zahra Ghooscheh möchte nach dem Pflegevorbereitungs-Kursus einen Lehrgang anschließen, in dem der Bachelor aus dem Iran anerkannt wird. Sie hofft, dass sie in knapp zwei Jahren in Deutschland als Krankenschwester arbeiten kann.

So gute Vorkenntnisse wie Zahra Ghooscheh haben nicht alle Teilnehmer des Kurses. „Sie haben in ihrer Heimat in der Wirtschaft, als Kfz-Mechaniker, Biologe, Polsterer oder Frisör gearbeitet“, berichtet Kristina Loeffler, Leiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am St.-Johannes-Hospital Varel. Sie werden nach dem Vorbereitungskursus eine Aus- oder Weiterbildung im Pflegebereich absolvieren und später in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen arbeiten.

In dem Kursus werden übrigens überwiegend Männer sitzen, sagt Kristina Loeffler, für viele weibliche Bewerber war die Tatsache, dass in deutschen Krankenhäusern aus hygienischen Gründen mit kurzärmeligem Kasack gearbeitet wird, ein Ausschlusskriterium.

Frank Germeroth, Geschäftsführer der Friesland-Kliniken, wertete das Projekt als Baustein, um die Pflege aus der Misere herauszuholen: „Es muss etwas passieren“, sagte er, „und zwar noch in diesem Jahr“.

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Traute Börjes-Meinardus Varel / Redaktion Friesland
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