• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten
+++ Eilmeldung +++
Aktualisiert vor 9 Minuten.

Feuer In Bakum-Lohe
Bewohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten

NWZonline.de Region Friesland Bildung

Von Mogelzetteln und Rohrstock

04.04.2019

Varel „Das war sehr beeindruckend“, so die erste Reaktion der 15- bis 17-jährigen Schüler der Von-Aldenburg-Schule auf der Rückfahrt nach Varel. Vorbereitet mit vielen Fragen waren die vier Jugendlichen mit ihren beiden Lehrern zum Seniorenstift nach Hundsmühlen gefahren und hatten sich dort mit den Senioren unterhalten.

Diese berichteten mit viel Emotionen von ihrer Schulzeit, die bei einigen Bewohnern während des Zweiten Weltkrieges stattfand: „Auf dem Weg zur Schule mussten wir uns immer wieder auf den Boden werfen, wenn wir die Tiefflieger gehört haben“, erzählten sie. Schulbusse gab es keine, die Schüler mussten zu Fuß gehen oder auf einem Milchwagen mitfahren. Und die Schule fand nicht jeden Tag statt, manchmal gab es keine Kohle zum Heizen oder die Lehrer mussten an die Kriegsfront.

Als Schulfächer gab es Rechnen, Deutsch, Religion und viel Sport. Fast 50 Schüler saßen in der Klasse und es gab strenge Regeln. Wenn sich jemand nicht an die Regeln gehalten hat, gab es Schläge mit dem Rohrstock. Dies traf aber mehr die Jungs als die Mädchen. Und trotz der schwierigen Umstände, ständiger Angst und Hunger beschrieb ein Bewohner die Schulzeit als tolle Zeit: „Es gab einen tollen Zusammenhalt zwischen den Schülern und wir hatten auch viel Spaß.“

Die Zeit während des Zweiten Weltkrieges interessierte die Vareler Schüler sehr. So bedauerte ein Bewohner erst sieben Jahre alt gewesen zu sein und damit zu jung für die Hitlerjugend. Auf die Frage, warum er denn gerne in die Hitlerjugend wollte, antwortete er: „Weil wir als kleine Jungs die Uniformen toll fanden“.

Die Schulzeit nach dem Kriegs wurde von den Bewohnern auch als schwierig beschrieben: „Es gab ja kaum Bücher, also mussten wir uns mit mehreren Schülern ein Buch teilen.“ Auch habe es noch lange Zeit Strafen wie den Rohrstock gegeben.

Eine ehemalige Lehrerin hatte noch einen Tipp für die jungen Schüler. „Früher haben die Schüler die Mogelzettel mit Kaugummi unter den Tisch geklebt“, erzählte sie.

Solche Treffen sollten viel öfter stattfinden, waren sich alle Beteiligten einig. Damit die Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenstifts einmal sehen können wie eine Schule heute von innen aussieht, folgte eine Einladung in die Von-Aldenburg-Schule.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.